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Zimt – Heilendes Gewürz mit Tücken

Darauf solltest du achten

Zimt verzaubert nicht nur unsere Sinne.
Zimt verzaubert nicht nur unsere Sinne.
© Amy Lv via Bigstock

Die Meisten kennen Zimt als Gewürz, dessen Duft vor allem zur Weihnachtszeit die Luft erfüllt. Es ist aber nicht nur eines der ältesten Gewürze, das Lebensmittel wie Milchreis, Tee und Gebäck verfeinert, sondern auch ein gesundes Gewürz, das durch die richtige Anwendung eine positive Wirkung auf unsere Gesundheit hat.

Wir verraten dir, worauf du beim Verzehr von Zimt achten solltest und welche Wirkung er auf deine Gesundheit hat.

Woher kommt Zimt?

Das beliebte Gewürz wird aus der Rinde von zwei verschiedenen Zimtbaum-Arten gewonnen. Der Ceylon-Zimt (Cinnamomum zeylanicum), auch echter Zimt genannt, kommt aus Sri Lanka und wird als Heilmittel für unterschiedliche Beschwerden eingesetzt. Der Cassia-Zimt (Cinnamomum cassia), wird hauptsächlich als Gewürz verwendet und kommt ursprünglich aus China. Er wird aber auch in Vietnam und Indonesien angebaut.

Ceylon-Zimt und Cassia-Zimt gibt es in Pulverform, als Stange oder Öl. Eine Ceylon-Zimtstange erkennt man daran, dass sie viele dünne Schichten hat. Die Cassia-Zimtstange besteht aus wenigen, dicken Schichten und hat einen großen Hohlraum in der Mitte.

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Welche Wirkung hat Zimt auf unseren Körper?

Die gesunden Inhaltsstoffe sind in der Rinde vom Zimtbaum enthalten. Ceylon-Zimt wirkt:

  • Antibakteriell
  • Schmerzstillend
  • Wärmend
  • Krampflösend

Wegen diesen positiven Eigenschaften wird er beispielsweise bei Menstruationsbeschwerden oder Verdauungsproblemen, wie Blähungen oder Durchfall eingesetzt.

Auch die Anwendung von Zimt bei Diabetes wurde untersucht. Menschen mit Diabetes Typ 2 haben einen erhöhten Blutzuckerspiegel, da das Zucker im Blut nicht mehr in die Zellen gelangt. In verschiedenen Studien konnte nachgewiesen werden, dass Zimt eine blutzuckersenkende Wirkung hat. Manche Menschen mit Typ-2-Diabetes nehmen daher Zimtpräparate ein, die den Blutzuckerspiegel beeinflussen sollen. Diese Präparate haben jedoch so ihre Tücken, da Diabetiker diese auf einen längeren Zeitraum einnehmen müssten und der Stoff Cumarin toxisch wirken könne, so das Ärzteblatt. Doch was passiert, wenn wir zu viel Zimt zu uns nehmen?

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Kann zu viel Zimt gefährlich sein?

Zimt ist in hohen Dosen gesundheitsschädlich, da der Inhaltsstoff Cumarin schädlich auf unseren Körper wirken kann. Der Verzehr von diesem Gewürz ist daher nur in Maßen förderlich.

Wer gerne Zimt isst, sollte am besten Ceylon-Zimt essen, denn dieser hat weniger Cumarin als Cassia-Zimt. Cumarin ist ein Inhaltsstoff, der eine leberschädigende Wirkung hat, wenn er in zu großen Mengen konsumiert wird. Zu den Aufgaben der Leber gehört beispielsweise das Neutralisieren von Giftstoffen, die wir unter anderem durch Lebensmittel aufnehmen. Wenn die Leber nicht mehr richtig funktioniert, macht sie ihre Aufgaben schlechter. Laut Verbraucherzentrale könne zu viel Cumarin beispielsweise zu Hepatitis (Entzündung der Leber, die Leberzellen schädigt) führen. Wer bereits Leberschäden habe, bei dem könnten auch geringe Cumarin-Mengen für Leberschäden sorgen, die jedoch reversibel seien. Cumarin ist vor allem in Lebensmitteln wie Zimtsternen, Stollen, Glühwein und Lebkuchen enthalten.

Wer sich zur Weihnachtszeit gerne einmal etwas gönnt, muss sich aber nicht gleich Sorgen machen. Laut der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit kann man die dreifache Menge des täglich erlaubten Verzehrs an Cumarin über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen essen, ohne seiner Gesundheit zu schaden.

Kinder sollten mit diesem Gewürz jedoch sparsamer umgehen, denn sie vertragen weniger Cumarin als Erwachsene. Dem Bundesinstitut für Risikobewertung zufolge, dürfe bei 15 Kilogramm Körpergewicht täglich nicht mehr als 0,5 Gramm Cassia-Zimt verzehrt werden. Der TDI-Wert, also die tolerierbare Dosis an Cumarin liege bei täglich 0,1 Milligramm pro ein Kilogramm Körpergewicht. Ein Kind kann beispielsweise sechs kleine Zimtsterne naschen, danach wäre der tägliche TDI-Wert ausgeschöpft.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten von Zimt

Ceylon-Zimt und Cassia-Zimt sind aber nicht nur zum Würzen von Speisen geeignet. Das Gewürz wird nämlich nicht nur für Lebensmittel verwendet, sondern auch in der Kosmetikindustrie. Dort ist es Bestandteil vieler Parfüms oder Cremes.

  • Das ätherische Öl in der Zimtrinde kann wie andere ätherische Öle als Raumduft verwendet werden. Der Duft von Zimtöl, soll eine beruhigende Wirkung auf unseren Geist haben.
  • Die Antioxidantien im Zimtöl schützen unsere Haut vor frühzeitiger Alterung und ist daher beispielsweise für die Gesichtspflege geeignet. Ätherische Öle dürfen jedoch nur stark verdünnt auf die Haut aufgetragen werden, da Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen auftreten können. Mit nur wenigen Tropfen des Zimtöls wird dein wohlverdientes Entspannungsbad besonders wohltuend. Deine Haut wird besser durchblutet und sieht frischer aus.
  • Das Eugenol im Zimtöl wirkt gegen Bakterien und Pilze. Als Mundwasser verwendet sorgt es für einen frischen Atem und hinterlässt einen leckeren Geschmack im Mund. Einfach ein bis zwei Tropfen des Öls in 200 bis 250 Milliliter warmem Wasser lösen und kräftig ausspülen.