Bookmark

Zeitgeist einer Generation: Diese Dinge haben uns in den letzten Jahrzehnten geprägt

Ein Mosaik der Vergangenheit.

So hat uns der Zeitgeist der letzten Jahrzehnte bei unserer Weiterentwicklung geholfen.
So hat uns der Zeitgeist der letzten Jahrzehnte bei unserer Weiterentwicklung geholfen.
© Greg Rakozy via Unsplash

Generation Golf, Generation Praktikum, Generation X, Y, und Z, Millenials – schon immer wurde versucht, den Zeitgeist für die Vertreter einer bestimmten Altersstufe in einem Schlagwort auszudrücken. Jede Dekade ist dabei von ganz bestimmten Ereignissen und Einflüssen geprägt, die sich auf unser Selbst und unsere Entwicklung auswirken. Verschiedene Gegenstände stehen sinnbildlich für den jeweiligen Status Quo und die kulturellen Eigenheiten. Wir haben uns auf die Suche gemacht, nach den ikonischen Dingen der 80er, 90er, 00er und jenen, die es heute möglicherweise werden könnten.

In diesem Artikel:

Gesellschaft im Wandel

Um sich selbst und seinen Platz in der Gesellschaft zu finden, spielt der jeweilige Zeitgeist eine wichtige Rolle. Die Umstände, mit denen wir aufwachsen und groß werden, prägen uns entscheidend mit. Auch, wenn jeder Mensch einzigartig ist und ganz individuelle Erfahrungen macht, gibt es doch Gemeinsamkeiten, die unser Leben mitbestimmen.

Wenn du auf der Suche nach dir selbst bist, hilft es, dich einmal mit deiner eigenen Generation näher auseinanderzusetzen. Dabei geht es nicht darum, nach einer Schublade zu suchen, in die du möglicherweise passen könntest. Doch die besonderen Lebensumstände, die deine Generation begleiten sind oft sehr charakteristisch und unterscheiden sich von denen anderer Jahrgänge.
In der Zeit, in der du „zuhause bist“, sind beispielsweise ganz eigene Werte vorherrschend, der technologische Stand gibt viele Abläufe in deinem Alltag vor und gesellschaftliche und soziale Umstände beeinflussen die menschlichen Kulturtechniken oder bringen gar ganz neue hervor.

drei Menschen die in einer riesen Uhr stehen und nach draußen schauen

©Eric Witsoe via Unsplash

Zeitgeist – was ist das überhaupt?

So zeichnet sich aus vielen verschiedenen Einflüssen deiner Zeit ein ganz bestimmtes Bild. Der Zeitgeist ist nämlich zunächst ein sehr abstrakter Begriff. Er steht für die allgemein verbreitete Mentalität und charakteristischen Eigenarten eines Zeitabschnitts.

Wer heute in der sehr digital gewordenen Welt groß wird, erlebt die Kindheit und Jugend ganz anders als Heranwachsende noch vor der Zeit mit Handy und mobilem Internet. Politische Situationen ändern sich und beeinflussen unsere Gesellschaft. War es in den 90er Jahren noch die Golfkrise, die die Menschen auch in Deutschland umtrieb, ist es heute der Konflikt in Syrien, der uns bewegt.

Jede Epoche hat dabei ihre ganz eigenen Herausforderungen, Probleme und Schwierigkeiten aber auch Chancen und neue Möglichkeiten, die es zu einer anderen Zeit möglicherweise noch nicht gab.

Nicht nur Heranwachsende sind damit konfrontiert, auch wer mitten im Leben steht oder bereits etwas älter ist, kann den jeweiligen Zeitgeist spüren. Mitunter fällt es dann sogar leichter, bestimmte Merkmale zu benennen. Denn mit etwas Lebenserfahrung werden die Veränderungen der Zeit oft etwas deutlicher.

Stellt sich also die Frage, was eine Generation ganz konkret ausmacht und wodurch sie sich von anderen unterscheidet. Die prägenden Einflüsse finden sich in allen möglichen Lebensbereichen. Oft lässt sich dazu ein Schlagwort oder ein bildhaftes Symbol finden, das bestimmte Merkmale dazu charakterisiert und die Eigenheiten widerspiegeln kann. Auf diese Weise bekommt der Zeitgeist ein Gesicht. Zudem fällt es leichter, sich mit anderen darüber auszutauschen. Auch für dich selbst ist es dann einfacher, den Zeitgeist deiner Generation zu beschreiben und Schlüsse für dich daraus zu ziehen.

Du musst die Vergangenheit loslassen, damit die Zukunft eine Chance hat

Soziale, politische, kulturelle und technische Entwicklungen

Die prägenden Einflüsse auf die Gesellschaft und den Zeitgeist gibt es in allen erdenklichen Bereichen. Vor allem die Umstände, die für eine größere Gruppe an Personen gelten, sind damit gemeint – auch, wenn sie nicht von jedem gleich wahrgenommen werden. Ganz individuelle Faktoren, etwa aus dem engeren Umfeld wie der Familie, müssen davon abgegrenzt werden.

Soziale Einflüsse

Auf der sozialen Ebene sind es beispielsweise die vorherrschenden Beziehungsstrukturen, die einen Zeitgeist prägen können. Die Familie mit traditionell festgelegten Rollen gab hier früher einen klaren Rahmen vor. Heute sind auch gleichgeschlechtliche Beziehungen weiterverbreitet. Viel mehr Menschen als noch vor wenigen Jahrzehnten kommen aus einer Familie, bei der sich die Eltern getrennt haben.

Unsere Gesellschaft ist durch Zuwanderung multikultureller geworden. So haben wir heute die Gelegenheit, Menschen unterschiedlicher Nationalitäten auch im Alltag leichter kennenzulernen. Gleichzeitig sorgen die verschiedenen Mentalitäten für Herausforderungen.

Auch die Einkommensstruktur charakterisiert eine Gesellschaft. In einer Zeit mit hoher Arbeitslosigkeit sind die Menschen mit anderen Problemen konfrontiert als wenn der Arbeitsmarkt entspannt ist. Soziale Aufstiegschancen, der Unterschied zwischen arm und reich, die Bildungsmöglichkeiten – all dies sind Faktoren, die das Sozialgefüge einer Generation kennzeichnen.

© Andri Podilnyk

Kulturelle Einflüsse

Die Globalisierung lässt Grenzen verschwinden oder macht sie unsichtbar. In Europa ist es möglich, sich ohne größere Hürden zu bewegen oder in einem anderen Land Arbeit zu finden. Beschränkten sich die kulturellen Einflüsse früher viel stärker auf regionale Besonderheiten, haben wir heute Zugang zu ganz vielfältigen Lebensweisen anderer Kulturen. Durch Migration werden diese in gewissem Umfang auch in unsere Gesellschaft hineingetragen.

Egal ob es sich um Musik, kulinarische Spezialitäten, besondere Sportarten, bestimmte Kleidung, aber auch andere Religionen, Traditionen oder Weltanschauungen aus anderen Ländern handelt – alles ist heute greifbarer. Mit den ersten Gastarbeitern aus Italien und der Türkei haben seinerzeit Pizza und Döner Einzug in unsere Essensgewohnheiten gehalten. Später kam Sushi hinzu oder etwa Tofu als neue Zutat für unsere Küche.

Jede Generation ist dabei mit neuen Einflüssen konfrontiert. Die riesige Vielfalt macht es für viele heute schwieriger, ihre Identität zu bestimmen.

Politische Einflüsse

Auch auf politischer Ebene hat jede Zeit ihre prägenden Ereignisse. Verschiedene Krisen wirken sich darauf aus, wie sicher wir uns fühlen. Wahlen stellen die Weichen für künftige Entscheidungen und Entwicklungen eines Landes oder haben auch Folgen darüber hinaus.

Die politische Stimmung einer Nation und ihrer Bevölkerung spiegeln in besonderer Weise die Haltung der Menschen wider und zeigen wichtige Themen, die uns in dieser Zeit beschäftigen und bewegen.

Hier zeigt sich besonders gut, wie die einzelnen Einflüsse miteinander verwoben sind. Politik, Sozialstruktur, Ideologien, kulturelle Entwicklungen – alles hängt in gewisser Weise miteinander zusammen.

Technische Einflüsse

Auch technische Innovationen können den Zeitgeist einer Generation stark prägen. Kaum eine Erfindung hat unsere Gesellschaft so sehr verändert wie das Internet. Der Wandel von der analogen zu einer digitalen Welt ging in den letzten Jahrzehnten in riesigen Schritten voran.

Viele neue Geräte haben alltägliche Abläufe stark verändert. Die Medienlandschaft ist unglaublich vielfältig geworden. Wir kommunizieren heute anders als noch im letzten Jahrtausend. Jede Generation wächst mit neuen Möglichkeiten auf und muss sich mit den damit verbundenen Umständen auseinandersetzen.

Video Empfehlung

Wo lässt sich eine Grenze ziehen?

Die zahlreichen Veränderungen in unserer Gesellschaft verlaufen fließend und stetig. Sehr selten gibt es Ereignisse, die wirklich stark einschneidend sind, und einen Wendepunkt darstellen oder eine „neue Zeit“ einleiten. Ein Beispiel dafür wäre etwa die Wiedervereinigung. Doch auch hier haben sich der umfangreiche Wandel nach dem entscheidenden Tag X über einen langen Zeitraum hingezogen.

Eigentlich ist es kaum möglich, zur Abgrenzung einzelner charakteristischer Generationen eine klare Linie zu ziehen. Hier gibt es unterschiedliche Ansätze. Um spürbare Unterschiede markieren zu können, wird bei vielen ein Zeitraum von etwa zehn bis 15 Jahren festgelegt.

• So werden die sogenannten Babyboomer etwa dem Zeitraum von 1955 bis 1965 zugeordnet.
• Die Generation X folgte darauf aus jenen, die zwischen 1966 bis ca. 1980 geboren wurden.
• Angehörige der Generation Y stammen aus den Jahren 1981 bis etwa 1995.
• Schließlich setzt sich die Generation Z aus Personen zusammen, die etwa      zwischen 1995 und 2010 zur Welt kamen.

Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche weitere Bezeichnungen, wie etwa Millenials (ca. von 1980 bis 2005) oder Digital Natives (die Generationen, die mit den Errungenschaften der digitalen Welt aufwachsen).

Je nachdem, wo bestimmte Schwerpunkte gesetzt werden, sind andere Unterteilungen möglich. Wenn heute über eine bestimmte Generation geforscht wird, sind zudem nicht nur die Einflüsse während der Kindheit und Jugend wichtig. Auch spätere prägende Ereignisse müssen betrachtet werden.

Das Ende der DDR ist ein gutes Beispiel dafür. Gerade erst Geborene sind von Anfang an mit der neuen Situation aufgewachsen. Heranwachsende hatten damals plötzlich ein paar neue Mitschüler in der Klasse. Und die Erwachsenen erlebten die Wende auch ganz konkret durch Veränderungen in der Arbeitswelt.

Die Generationen und ihre Symbole und Leitbilder

Wir haben uns dazu entschieden, die einzelnen Dekaden zu betrachten und dazu die prägenden Einflüsse zusammenzutragen. Hier kannst du dir einen Überblick über die letzten Jahrzehnte verschaffen.

Die jeweiligen Modetrends, die Musik, aber auch besondere kulturelle oder politische Ereignisse ergeben zusammen ein Mosaik der entsprechenden Zeit und ihres ganz eigenen Geistes.

Die 80er Jahre

Wenn du an die 80er Jahre denkst, kommen dir vermutlich sehr schräge Klamotten, riesige Schulterpolster, Karottenhosen, Neonfarben und Dauerwellenfrisuren in den Sinn. In der Küche kommen jetzt in vielen Haushalten verstärkt Fertigprodukte und Tiefkühlkost zum Einsatz und die Mikrowelle findet viele Anhänger.

Nachdem die 70er politisch noch von den Alternativ- und Protestbewegungen geprägt waren, machte sich im folgenden Jahrzehnt eine gewisse Ernüchterung breit. Die Dekade ist von vielen Unsicherheiten begleitet:

• Kaputte Wälder und das Ozonloch zeigen Umweltprobleme auf und sind erste Anzeichen für einen möglichen Klimawandel. 1986 erschüttert der Reaktorunfall in Tschernobyl die ganze Welt.
• Der kalte Krieg mit dem atomaren Wettrüsten gelangte Anfang der 80er auf seinen Höhepunkt.
Gleichzeitig wirkte die Bedrohung durch die linke Gewalt der RAF noch nach.
1982 endet die lange Kanzlerschaft Helmut Schmidts (SPD). Helmut Kohl (CDU) plante eine „geistig-moralische Wende“ für seine Politik in diesem Amt.
• Am Ende des Jahrzehnts brach mit der Wiedervereinigung eine neue Ära der Deutschen Geschichte an – ein Ereignis mit Folgen für die ganze Welt.

Rubixcube der auf einem Tisch steht.

© Alvaro Reyes via Unsplash

Es entstanden vielfältige Jugendkulturen mit ganz verschiedenen Anschauungen und Wertvorstellungen. Die jährlich erscheinende Shell Jugendstudie fasste die Stimmung der 80er Jahre aus der Sicht der Heranwachsenden später treffend zusammen: „Die Jugendphase ist für Jugendliche zu einem steinigen Weg in eine unbekannte und unsichere Zukunft geworden.“

Im Fernsehen bereicherten die ersten Privatsender das Programm, Schwarzwaldklinik, Dallas und Denver Clan waren beliebte Serien. Die Popikonen Madonna und Michael Jackson waren auf ihrem Höhepunkt, ansonsten erlebte die Neue Deutsche Welle ihren kommerziellen Gipfel. Viele Künstler sind begeistert von den technischen Möglichkeiten von Synthesizern, was sich in der Musik verbreitet bemerkbar macht.

Die ersten Heimcomputer von Atari kamen in die Privathaushalte und lösten die einfacheren Spielekonsolen ab. Die Anwendungen erlauben einen winzigen Ausblick auf das, was die digitale Zukunft noch bringen könnte – dennoch sind die 80er das letzte Jahrzehnt, in dem die Menschen in der westlichen Welt noch ohne komplette Vernetzung und Internet aufgewachsen sind. In der Freizeit wurde stattdessen im quietschbunten Outfit beim Aerobic geschwitzt und am Zauberwürfel gedreht

Ein grinsender Emoji-Luftballon.

© Bernard Hermant via Unsplash

Die 90er Jahre

In den 90ern nimmt die Technisierung mit der Verbreitung von Computern und Mobiltelefonen dann so richtig Fahrt auf. Die Wiedervereinigung läutet eine fühlbare Wende ein und beendet die gelähmte Stimmung der vorangehenden Jahre. „Schluss mit frustig“ – so das Fazit der Shell Jugendstudie zu dieser Epoche. Endlich kommt etwas Bewegung in die Gesellschaft. Die Welt steckt plötzlich voller Möglichkeiten, was aber auch zu Verwirrung und Orientierungslosigkeit führt.

 Politisch zerfällt die Sowjetunion nach dem Ende des kalten Krieges.
 Die Kriege in der Golfregion und im ehemaligen Jugoslawien beunruhigen die Menschen in Europa.
 Bahn und Post werden privatisiert, die Telekom entsteht.
 Mit dem Vertrag von Maastricht beginnt die Ära der Europäischen Union.
 Das erste geklonte Schaf „Dolly“ wird weltberühmt.
 Die Arbeitslosigkeit überschreitet 1994 in Deutschland erstmals die 4-Millionen Grenze – mit ein Grund für die „Generation Praktikum“, abseits fester Arbeitsverhältnisse Zugang zur Berufswelt zu finden.

Die Kinder spielen jetzt mit Gameboys und Tamagotchis statt mit Bauklötzen. Im Fernsehen ist Beverly Hills angesagt und macht die angesagte Mode der Zeit populär. Pulp Fiction gilt als Kultfilm des Jahrzehnts. Die Techno-Musik mit all seinen begleitenden kulturellen Erscheinungen wie der typischen Kleidung, den Veranstaltungen und Ecstasy als Droge verbreiten sich.

Viele legen sich jetzt ein eigenes Handy zu – oft ist es ein Nokia 3210, das damals zum Kassenschlager wurde. Die Technikbegeisterung spiegelt sich auch in der Mode wider. Reeboks‘ Sneaker „Aztrek“ ist ein gutes Beispiel dafür. Es gilt als typische Ikone der 90er. Sein Design erinnert an die damalige Videospielkultur mit der zu jener Zeit immer noch üblichen 8-Bit-Grafik. Heute ist das Modell in einer Neuauflage erschienen.

Die 2000er Jahre

Die Jahrtausendwende war begleitet von Weltuntergangsszenarien und anderen Befürchtungen zum möglichen Zusammenbruch digitaler Strukturen. Nichts dergleichen geschah. Stattdessen begann der Siegeszug des Internets. Die zunehmende Vernetzung trieb die Globalisierung in großen Schritten voran. Darüber hinaus gab es auch in diesem Jahrzehnt viele einschneidende Ereignisse auf das Zeitgeschehen:

Die Terroranschläge des 11. September 2001 setzten die ganze Welt unter Schock.
Mit der Einführung des Euro bekommen die meisten EU-Mitgliedsstaaten eine einheitliche Währung.
Zehn neue Länder, vorwiegend aus östlichen Regionen treten 2004 der EU bei.
Nachdem ein erster Zusammenbruch des Internet-Booms im Jahr 2000 bereits die Börse erschütterte kam es 2008 zu einer erneuten, international spürbaren Finanzkrise.

© Wahyn Setiawan

Handys werden in dieser Zeit zum Massenphänomen, sie sind mit immer mehr Funktionen ausgestattet. Jugendliche sind im Klingelton-Fieber, Spielekonsolen werden immer leistungsfähiger und erste Online-Games entstehen. Studi-VZ und Myspace sind die Vorboten von Facebook und Co. Das Fernsehprogramm wird schrittweise digital und mit der Gründung von YouTube 2005 werden jetzt auch Privatpersonen zu Regisseuren und Filmemachern.

Computeranimierte Trickfilme begeistern die Kinozuschauer und es kommen die ersten 3D-Produktionen auf den Markt. Castingshows werden populär und versprechen ab nun Generationen ganz neue „Karrieremöglichkeiten“. It-Girls wie Paris Hilton bekommen viel Medienaufmerksamkeit.

Musikalisch können sich hierzulande erstmals wieder deutschsprachige Künstler auf lange Sicht etablieren, ansonsten beherrscht vor allem Electropop die Radiosendungen. Darüber hinaus entstehen zahlreiche Subgenres in allen musikalischen Stilrichtungen.

David Beckham prägt den Begriff der Metrosexualität und begründet ein ganz neues Männerbild und einen zunehmend anderen Umgang mit Sexualität in der Gesellschaft. Erste Fotos von den Modeschauen auf den Laufstegen kommen jetzt immer häufiger von neuen Modeblogs im Internet. Die Menschen können die Welt nun mit dem Billigflieger erobern und die vielen neuen Eindrücke machen sich auch in schnelleren Trendwechseln bei der Mode und einer Beschleunigung der Kleidungsindustrie bemerkbar.

Ein Iphone liegt auf der Tastatur von einem Macbook

© Nikolay Tarashchenko via Unsplash

Die aktuellen Jahre

Seit der Jahrtausendwende ist unsere Kultur gefühlt immer komplexer und vielschichtiger geworden. Der Mensch als Individuum gewinnt an Bedeutung. Doch angesichts der riesigen Masse an Möglichkeiten ist es gar nicht mehr so leicht, seinen Platz in der Gesellschaft zu finden und seine Identität klar zu umreißen. Alles wirkt inzwischen irgendwie beliebig, bei vielen (jugend-)kulturellen Entwicklungen fehlt es gewissermaßen an Relevanz.

Dennoch war es noch nie so einfach, Stellung zu beziehen, etwa durch das Unterzeichnen einer Petition per Mausklick im Internet. Die Digitalisierung sorgt derzeit für einen umfassenden Wandel in allen möglichen Lebensbereichen. Arbeitswelt, Freizeit, Kommunikation – alles wird neu strukturiert. Nach dem ersten Hype um soziale Netzwerke wird der Datenschutz ein wichtiges Thema. Immer noch befinden wir uns in unsicheren Zeiten:

In Europa sind als Folge der Eurokrise einige Staaten hoch verschuldet; Banken werden mit vereinten Kräften und einem gemeinsamen Rettungsschirm vor der Pleite bewahrt.
Die Nuklearkatastrophe in Fukushima sorgen für den Ausstieg aus der Atomkraft in Deutschland.
Durch den Konflikt in Syrien ist Europa mit einer riesigen Flüchtlingswelle konfrontiert.
 In einigen Mitgliedsländern ist nach den jeweiligen Wahlen ein Rechtsruck der Regierungen zu beobachten.
• Das Jahrzehnt ist durch eine Häufung verschiedener Wetterextreme mit teils katastrophalen Folgen geprägt.

Viele fühlen sich heut durch die starken Umbrüche sehr verunsichert. Doch wenn du einmal einen Blick auf die vergangenen Jahrzehnte wirfst, zeigt sich, dass es immer einen stetigen Wandel, Risiken und noch unbekanntes Terrain gab.

Wenn uns die aktuelle Situation einmal nicht so gut gefällt, geraten viele einmal ins Schwärmen über die „guten alten Zeiten“. Retrowellen und nostalgische Gefühle sind ein möglicher Weg, sich über unsichere Zeiten hinwegzutrösten. Bekanntes und Bewährtes verleiht uns dann eine gewisse Sicherheit. Ein realistischer Blick macht aber auch die Probleme vergangener Epochen sichtbar.

Ein Blick auf andere Generationen

Die Generationen X, Y und Z machen derzeit einen großen Teil der Bevölkerung aus, die mitten im Leben stehen. Alle sind nun mit den Herausforderungen unserer Zeit konfrontiert. Aufgrund der abweichenden Lebensumstände, die jeden Jahrgang prägen, geht jede Generation etwas anders damit um.

Wenn du dir die einzelnen Epochen einmal genauer ansiehst und dich mit den jeweiligen Eigenheiten auseinandersetzt, kannst du mitunter auch etwas für dich selbst lernen.

Welche Probleme von heute lassen sich mit früheren Schwierigkeiten vergleichen?
Wie wurde damals damit umgegangen und welche Folgen hatte dies?
War früher wirklich alles besser oder bringt die neue Zeit auch neue Chancen und Möglichkeiten mit sich?

Auch im Gespräch mit deinen Großeltern bekommst du einen anderen Blick auf die verschiedenen Zeiten. Mit ihren Erfahrungen im Leben sehen sie manche Ereignisse und Innovationen oft ganz anders. Solche Eindrücke können dich unwahrscheinlich bereichern. Den Zeitgeist deiner ganz eigenen Generation hast du unwiderruflich immer in deinem Gepäck. Doch wenn du über diesen Tellerrand hinausblickst, kannst du wertvolle neue Einsichten gewinnen, die dir dabei helfen, dich persönlich weiterzuentwickeln.