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Wie das Entrümpeln deine Seele befreit

Wer die Wohnung entrümpelt hat den Blick frei für Neues!
Wer die Wohnung entrümpelt hat den Blick frei für Neues!
© Vladyslava Andriyenko via Unsplash

Wir leben bekanntlich in einer Konsumgesellschaft und mit großer Wahrscheinlichkeit hast auch du eine Menge Dinge in den eigenen vier Wänden, dem Keller, der Garage & Co stehen, welche du eigentlich überhaupt nicht benötigst. Manche Sachen sind vielleicht alt oder kaputt. Andere stellten sich als klassischer Fehlkauf heraus. Und wieder andere hast du geschenkt bekommen, geerbt, vielleicht auch gefunden – jedoch hast du keine Verwendung dafür. Dinge wegzuwerfen, das stellt für viele Menschen eine große Hemmschwelle dar. Doch das Ausmisten kann für deine Seele eine große Befreiung sein und muss ja trotzdem nicht bedeuten, dass alles im Müll landet. Wie also kannst du „richtig“ entrümpeln?

In diesem Artikel:

Viele Menschen tragen Altlasten mit sich
Was das Ausmisten mit Feng Shui zu tun hat
Entrümpeln macht glücklich und aktiv
Müll vermeiden – auch beim Ausmisten
Richtig entrümpeln leicht gemacht: So geht’s!
Ausmisten ist nur der erste Schritt

Viele Menschen tragen Altlasten mit sich

Widmen wir uns erst einmal der Frage nach dem Warum. Warum haben so viele Menschen jedes Frühjahr den Drang, einmal ordentlich zu putzen und zu entrümpeln? Und warum solltest auch du regelmäßig in deinem Leben ausmisten – sowohl materiell als auch immateriell? Ganz einfach: Du trägst Altlasten mit dir. Das gilt für Klamotten im Kleiderschrank, welche du seit Jahren nicht getragen hast oder den kaputten Rasenmäher im Schuppen, den du schon vor Monaten entsorgen wolltest.

Gleichzeitig gibt es solche Altlasten aber auch auf emotionaler Ebene. Vielleicht bereust du noch heute, dass du vor langer Zeit den Kontakt zu einer guten Freundin abgebrochen hast. Eventuell bist du unglücklich in deinem Job aber konntest bislang einfach nicht den Mut zur Kündigung fassen. Oder du trägst nach wie vor Groll gegenüber deinen Eltern, deinem Partner & Co in dir, welcher auf vergangenen Verletzungen beruht. Solche psychischen Altlasten können dich im wahrsten Sinne des Wortes belasten. Sie drücken die Stimmung oder lähmen dich geradezu, sprich du schaffst es einfach nicht, deine guten Vorsätze endlich wahrzumachen. Genau genommen geht es beim Entrümpeln also weniger um Äußerlichkeiten als um eine Art inneres Ausmisten.

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Was das Ausmisten mit Feng Shui zu tun hat

Nicht ohne Grund befasst sich die chinesische Harmonielehre Feng Shui bereits seit Jahrhunderten mit der Wechselwirkung zwischen den Wohnräumen und der Psyche eines Menschen. So kann sich die Gestaltung der Lebensräume auch auf das innere Erleben auswirken und die Stimmung beeinflussen, Blockaden lösen oder die psychische Gesundheit fördern. Auf gut Deutsch: Wenn du „Blockaden“ in deinen Wohnräumen beseitigst, passiert das auch in deinem Kopf. Beim Ausmisten bringst du also nicht nur Ordnung in den Kleiderschrank, die Küche & Co, sondern vor allem in deine Gedanken. Wenn du dich von materiellen Altlasten befreist, wirst du dich unmittelbar glücklicher und eben „freier“ fühlen. Sobald die sogenannte Lebensenergie in deinen eigenen vier Wänden (wieder) ungehindert fließen kann, ist das auch in deinem Körper möglich, verspricht Feng Shui.

Entrümpeln macht glücklich und aktiv

Ob du an die Harmonielehre glaubst oder nicht: Du kennst gewiss das befreiende Gefühl nach dem Großreinemachen. Unumstritten ist also, dass sich das Entrümpeln auch positiv auf deine Psyche auswirkt. Es kann sprichwörtlich deine Seele befreien und dir neue Energie verleihen, um deine Vorhaben endlich in die Tat umzusetzen und somit auch dein Leben auf Vordermann zu bringen.

Vielleicht kündigst du endlich deinen Job, kannst Trauer loslassen, beendest eine unglückliche Beziehung, meldest dich wieder bei deiner Freundin, begibst dich auf eine Weltreise oder legst dir eine neue Frisur zu: Welche auch immer die Veränderungen sind, welche du dir in deinem Leben wünschst – das Entrümpeln ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Denn dadurch schaffst du Platz für etwas Neues, kannst Vergangenenes hinter dir lassen und den Blick nach vorne richten. Wenn du die Sache „richtig“ angehst, besserst du vielleicht sogar durch das Ausmisten deinen Geldbeutel auf. Du kannst die zusätzlichen Euros anschließend in deine Reisekasse investieren, in eine neue Wohnung, den Besuch beim Friseur oder wonach auch immer dir der Sinn steht.

Müll vermeiden – auch beim Ausmisten

Ein häufiger Fehler beim Entrümpeln liegt darin, alles wahllos in den Müll zu werfen. Anschließend bleibt anstelle eines positiven Gefühls nur ein schlechtes Gewissen, weil du die Umweltverschmutzung ein Stück schlimmer gemacht oder ein kaum getragenes Kleidungsstück weggeworfen hast – und somit gefühlt auch bares Geld.

Unaufgeräumte Wohnung

© Eduard Militaru via Unsplash

Dein Motto beim Entrümpeln sollte also lauten, Müll möglichst zu vermeiden. Schließlich gibt es viele Menschen auf der Welt, die sich solche Dinge nicht leisten können und glücklich wären über den neuen Pullover, ganz egal, ob er ihnen optisch gefällt oder nicht. Der Konsumgesellschaft den Rücken zu kehren, bedeutet also auch, den Wert deiner Besitztümer zu begreifen und in Zukunft achtsamer einzukaufen.

Richtig entrümpeln leicht gemacht: So geht’s!

Doch nun gilt es erst einmal, dich von der „belastenden“ Vergangenheit zu befreien. Dinge anzuhäufen, kann nämlich weder dein Selbstbewusstsein aufbauen noch dich langfristig glücklicher machen. Studien beweisen stattdessen, dass es vor allem immaterielle Sachen wie soziale Beziehungen sind, welche über dein Lebensglück bestimmen. Sobald du also begriffen hast, dass Materielles eher eine Last bedeutet als eine Verbesserung deiner Lebensqualität, wird dir das Ausmisten leichter fallen. Einige Menschen verschreiben sich sogar gänzlich dem Minimalismus. So oder so: Der Wille ist bekanntlich der halbe Weg. Doch wie gehst du am besten vor, wenn du entrümpeln möchtest?

  • Nimm dir drei große Kisten, Kartons oder andere Behälter.
  • Beginne nun in einem Raum mit dem Aufräumen und arbeite dich Stück für Stück durch die ganze Wohnung, Garage & Co.
  • Lege dabei alle Sachen, welche du eventuell entrümpeln möchtest, in eine der Kisten.
  • Am Ende dieses ersten Schrittes hast du eine aufgeräumte Wohnung, in welcher sich nur noch Dinge befinden, welche du mit Sicherheit behalten möchtest und noch gebrauchen kannst – und drei Kisten mit Kram.
  • Nun ordnest du den Inhalt dieser drei Kisten. In die erste Kiste kommen Dinge, welche du wegwerfen möchtest, da sie kaputt beziehungsweise unbrauchbar sind. Wenn du dir also sicher bist, dass auch keine andere Person die Sachen mehr möchte, entsorgst du sie fachgerecht. Fachgerecht bedeutet, dass du beispielsweise Batterien nicht einfach in den Hausmüll wirfst, da sie Giftstoffe wie Blei oder Quecksilber enthalten. Informiere dich also der Umwelt zuliebe darüber, wie der jeweilige Müll richtig entsorgt wird – nur dann wirst du am Ende ein reines Gewissen haben.
  • In der zweiten Kiste sammelst du alles, was du nicht behalten möchtest, das aber noch jemand anderem eine Freude machen könnte. Anschließend kannst du diese Dinge verschenken oder auf einem Flohmarkt beziehungsweise online sogar noch zu etwas Geld machen. Geteilte Freude ist bekanntlich doppelte Freude!
  • Bei manchen Dingen bist du dir vielleicht unsicher, ob du sie nicht doch noch brauchen wirst. Diese kannst du in der dritten Box und anschließend im Keller verstauen. Nach einem Jahr holst du diese Box hervor und prüfst, was du in den letzten zwölf Monaten verwendet hast und was nicht. Letztere Sachen kannst du dann – mit wenigen Ausnahmen wie Erinnerungsstücken – guten Gewissens ebenfalls entsorgen beziehungsweise verkaufen oder verschenken.

Ausmisten ist nur der erste Schritt

Mit dieser „richtigen“ Strategie wirst du dich nach dem Entrümpeln befreiter und glücklicher fühlen. Du hast ein gutes Gewissen und anderen Menschen eine Freude gemacht. Zudem hast du dich von materiellen sowie immateriellen Altlasten getrennt – vielleicht die Box mit Erinnerungen an deinen Ex-Freund weggeworfen und somit auch endlich den Liebeskummer hinter dir gelassen. Du siehst: Das Ausmisten hat eine starke Symbolkraft und hilft dir dabei, dich auf das Essentielle im Leben zu konzentrieren. Vielleicht wirst du in Zukunft achtsamer mit Kaufentscheidungen umgehen und dich auf das Nötigste beschränken. Das spart nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Du wirst somit nämlich weniger mit dem Aufräumen, Ausmisten & Co beschäftigt sein und wieder mehr Freiraum für das haben, was dich wirklich glücklich macht.

Du musst dich nicht gleich dem Minimalismus verschreiben, wenn du nicht möchtest. Doch du wirst selbst merken, wie befreit du dich nach dem Entrümpeln fühlst und gewiss auch fortan dein Konsumverhalten hinterfragen. Das Ausmisten hilft dir also dabei, ein Bewusstsein zu schaffen und dich aktiv mit deinem Leben auseinanderzusetzen. Nach dem Entrümpeln der eigenen Wohnung fangen deshalb viele Menschen automatisch damit an, auch in anderen Bereichen ihres Lebens endlich „aufzuräumen“ im übertragenen Sinne. Es stellt somit meist nur den ersten Schritt eines wichtigen und befreienden Prozesses dar.