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Was ist Glück? – Auf der Suche nach dem wichtigsten Gut

Anleitung zum Glücklichsein

Wir versuchen die Frage "Was ist Glück" für dich zu beantworten.
Wir versuchen die Frage "Was ist Glück" für dich zu beantworten.
© Rawpixel.com via Unsplash

Das Wörtchen Glück ist tief in unserem allgemeinen Sprachgebrauch verankert und Bestandteil vieler Redewendungen. „Scherben bringen Glück“ und „Jeder ist seines Glückes Schmied“ sind zum Beispiel geläufige Sprichwörter. Manche Menschen fühlen sich glücklich, wenn sie ein hohes Gehalt bekommen und eine angesehene Arbeit haben. Andere hingegen begnügen sich mit weit weniger Geld und investieren dafür mehr Zeit in ihre Familie und erhalten dadurch Glücksgefühle. Ist nun eine Art des Glücksempfindens der anderen überlegen? Was ist Glück überhaupt und wie kann man es finden?

In diesem Artikel:

Was ist Glück genau und wie kann ich es definieren?
Was sind persönliche Glücksfaktoren?
Was ist Glück für mich und wie kann ich es finden?
Auf der Suche nach kleinen Glücksmomenten
Was ist Glück: Geteiltes Glück ist doppeltes Glück

Was ist Glück genau und wie kann ich es definieren?

Die Suche nach der Antwort auf die Frage „Was ist Glück?“ hat Züge einer aufregenden Schatzsuche. Wir begeben uns auf ein Seelen-Abenteuer, das uns in unbekannte Gefilde lockt und wir lernen, uns neu zu entdecken. Welcher kostbare Schatz uns nun am Ende des Regenbogens sehnsüchtig erwartet, kann man im Vorhinein nicht sagen.

Im Duden wird das Glück unter anderem ganz nüchtern als günstige Fügung oder angenehme Gemütsverfassung aufgeführt. Diese Definitionen sind jedoch ziemlich oberflächlich und lassen viel Spielraum zum Interpretieren. Eine Antwort auf die Frage „Was ist Glück“ bekommen wir hier aber nicht wirklich. Was ist eine günstige Fügung? Wann kann man von einer angenehmen Gemütsverfassung sprechen? So unterschiedlich, wie wir Menschen sind, so sind es auch unsere Empfindungen und Wünsche. Was dich zum Beispiel freut, könnte für eine andere Person sehr unangenehm sein. In welcher Form wir Glück erfahren, hängt deswegen stark von unseren persönlichen Neigungen und Bedürfnissen ab. Hier spielen die persönlichen Glücksfaktoren eine tragende Rolle.

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Was sind persönliche Glücksfaktoren?

In Umfragen tauchen immer wieder bestimmte Faktoren aus, die von Befragten genannt werden, wenn sie gefragt werden, was für sie Glück ist. Zu diesen Glücksfaktoren gehören vor allem Familie/Freunde, Gesundheit, Religion, Arbeit, Liebe/Partnerschaft, Geld und die persönliche Einstellung. An dieser Stelle ist es entscheidend zu betonen, dass nicht alle Faktoren erfüllt sein müssen, um glücklich zu sein. Ihre Wichtigkeit variiert von Person zu Person und kann deswegen nicht pauschalisiert werden.

In einer Befragung der Deutschen des Statistik-Portals Statista wurde auf die Frage „Was glauben Sie, was macht einen Menschen glücklich?“ von 89 Prozent der Befragten die Gesundheit genannt. 79 Prozent der Personen antworteten außerdem mit „Partnerschaft“, während „Familie“ mit 74 Prozent den dritten Platz belegt. Auch die nächsten Plätze konnten von sozialen Kontakten, wie zum Beispiel „Menschen“ und „Kinder“ belegt werden. Erst ab Platz sieben kommen Begriffe wie „Beruf“ oder „Erfolg“ auf. „Geld“ belegt hier sogar nur den Zehnten von 13 Plätzen.

Tatsächlich zeigte die Langzeitstudie „Harvard Study of adult development“, welche über 1.000 Individuen über mehr als 75 Jahr begleitete, dass Geld keine große Rolle in der Entdeckung des eigenen Glücks spielt. Viel mehr sind gute Beziehungen und soziale Kontakte der Schlüssel zu einem gesunden und glücklichen Leben. Die Studie konnte aufzeigen, dass gut vernetzte Menschen, die soziale Kontakte pflegten, länger gesund blieben und in vielen Fällen auch länger lebten als Menschen, die einsam waren. Hier kann man einen Blick zurück auf die Statistik von Statista werfen, in der Gesundheit auf den ersten Platz zu der Frage „Was ist Glück“ gewählt wurde. Die Studie konnte außerdem aufzeigen, dass es nicht nur die Menge an sozialen Kontakten, sei, die uns gesund und glücklich mache, sondern vor allem auch die Qualität der Kontakte. Konflikte und Probleme im näheren Umfeld und die Konfrontation damit könne sogar das Gegenteil bewirken und krank machen, so erklärt Robert Waldinger, Direktor der Studie, in einem Vortrag.

Dennoch haben verschiede Individuen auch unterschiedliche Prioritäten. Diese individuelle Komponente macht einiges aus, wenn man sich die Frage „Was ist Glück für mich“ beantworten will. Betrachten wir an dieser Stelle das Beispiel von vorhin: der ambitionierte Karrieremensch und derjenige, der die Familie dem Geld vorzieht. Beide Menschen sind glücklich trotz unterschiedlicher Lebensumstände. Wie kann dies sein? Das liegt daran, dass diese beiden Individuen ihre Prioritäten anders setzen und den Einladungen des Lebens so folgen, wie sie es möchten. Dies bedeutet nicht gleich, dass ein Glücksempfinden wertvoller ist, als das andere. Ihre persönlichen Glücksfaktoren weichen voneinander ab und das ist vollkommen okay.  Ob Geld auf Dauer wirklich glücklich macht, muss dabei jeder für sich selbst entscheiden. ‚Was ist Glück?‘ kann somit auf verschiedenste Weise beantwortet werden.

Ein sinnvoller Ansatz lautet infolgedessen, dass man von sich selbst ausgeht und die eigenen Gedanken und Sehnsüchte untersucht. Ersetze „Was ist Glück?“ also durch die konkret formulierte Fragestellung „Was ist Glück für mich und wie werde ich glücklich?“.

Was ist Glück für mich und wie kann ich es finden?

Es gibt einige Dinge, die du tun kannst, um in deinem Leben wahres Glück einziehen zu lassen:

Akzeptiere, was du nicht ändern kannst: Jeder Mensch hat Wünsche und Sehnsüchte, das ist auch gut so. Doch manchmal hat man Wünsche, die man nicht erreichen kann, oder man befindet sich in Situationen, die nun mal so sind und aus denen es auch keinen Ausweg gibt. Die gesündeste Lösung für dein persönliches Glück ist nun, diese Fakten einfach zu akzeptieren und trotzdem glücklich zu sein. Schriftsteller Maurice Barrès beantwortet die Frage „Was ist Glück?“:

„Glück ist im Grunde nichts anderes als der mutige Wille, zu leben, indem man die Bedingungen des Lebens annimmt.“

Denke nicht zu viel an die Zukunft: In der Studie des Psychologen und Autors Daniel Gilbert, fanden Wissenschaftler heraus, dass wir Ereignissen in der Zukunft eine größere Bedeutung zusprechen, als sie eigentlich haben. Ein Beispiel: Du hast dich für deinen absoluten Traumjob beworben und bist zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden. Sofort nach dem Anruf malst du dir sämtliche Situationen aus, die nach dem Gespräch eintreten können. Natürlich schweiften deine Gedanken auch zu der Möglichkeit, dass du den Job am Ende nicht bekommen könntest, was der absolute Weltuntergang wäre. Der Tag des Interviews ist gekommen und schon kurze Zeit später bekommst du eine Absage. Absolut tragisch? Dein Leben ist zu Ende? Wie sollst du jemals dein Glück finden? – Falsch! Zunächst wirst du natürlich zerstört sein und alles hinterfragen, was du falsch gemacht haben könntest. Doch in der Studie fand man heraus, dass du mit großer Wahrscheinlichkeit schon drei Monate nach dem tragischen Ereignis drüber hinweggekommen sein wirst. Wir messen also bestimmten Dingen viel zu viel Bedeutung bei, die im Grunde kein großer Faktor sind, wenn wir uns die Frage „Was ist Glück“ beantworten wollen. Zusätzlich steht uns die Fähigkeit der Zukunftsgedanken im Weg, die uns oft mit Sorge erfüllen und das meist völlig Grundlos.

Finde deine persönlichen Glücksfaktoren: Konzentriere dich hier auf die langfristigen Faktoren und priorisiere. Nimm dir einen Notizblock zu Hand und schreibe auf, welche Faktoren für dich persönlich wichtig sind. Nachdem du deine persönlichen Faktoren aufgeschrieben hast, kannst du sie einen nach dem anderen durchgehen und deine Gedanken dazu aufschreiben. Was davon hast du bereits erreicht und was kannst du dafür tun, deine Glücksfaktoren zu stärken. Erstelle dir nun dein persönliches Glücks-Programm und nimm dir vor dein Glück in die richtige Richtung zu lenken.

Wie du siehst, existiert keine spezielle, greifbare Definition von Glück, da es nicht das Glück gibt, sondern vielmehr verschiedene Facetten, welche sich von Mensch zu Mensch zu unterscheiden. Nur du allein weißt, was sich für dich richtig anfühlt und dein Herz zum Flattern bringt. Wann bin ich glücklich? Was ist Glück in meinen Augen? Diese Fragen helfen dir dabei, zu erkennen in welchen Situationen dir Glückseligkeit widerfährt und du kannst dein Leben dementsprechend nach ihnen ausrichten und ganz nach Belieben vom süßen Glücks-Nektar kosten.

Auf der Suche nach kleinen Glücksmomenten

Verliere auf der Suche nach dem großen Glück nicht die kleinen Glücksmomente, die dein Leben täglich bereichern können und so deinen Alltag versüßen. Sie wirken auf deinem Weg immer wieder wie Pflaster, wenn mal wieder etwas nicht nach Plan gelaufen ist oder du einfach nur einen schlechten Tag hast. Wichtig ist, dass du deine Augen aufhältst und die kleinen Glücksgeschenke auch siehst. Hier eine Auswahl von Seelen-Streichlern, die das Glück winken lassen:

  • Die erste Tasse Tee am Tag
  • Ein idyllischer Spaziergang in der Natur
  • Den friedlichen Nachthimmel betrachten und die funkelnden Sterne zählen
  • Ein gemütlicher Filmabend mit deinem Lieblingsfilm
  • Die Schönheit eines prächtigen Sonnenuntergangs genießen
  • Meditieren und deinem Geist eine kleine Verschnaufpause gönnen
  • Einen Tag lang nach Herzenslust naschen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben
  • Sich kreativ austoben und die Phantasie zum Tanzen bringen
  • Das Lieblingsbuch lesen und tief in seine Welt eintauchen
  • Sich auf eine Traumreise begeben und der schnöden Realität für einen Moment entfliehen
  • In den Spiegel blicken und sich auf die Dinge konzentrieren, die man an sich mag
  • Im Regen tanzen
  • Das Lieblingsgericht kochen
  • Einfach nur dasitzen und die Welt wirken lassen

Was ist Glück: Geteiltes Glück ist doppeltes Glück

Als kleine Anmerkung sei noch gesagt, dass du dich nicht auf dein persönliches Glück versteifen solltest, sondern auch die Bedürfnisse deiner Mitmenschen in Betracht gezogen werden sollten. Denn, was ist Glück schon, wenn man es nicht teilen kann? Anderen zu helfen, sorgt für ein kleines Freudenfest in deinem Herzen und regt die Produktion von Glückshormonen an. Jeden Tag eine gute Tat und du wirst im Nu sehen, wie viel glücklicher du dich fühlst. Ganz nach dem Motto: Verbreite Glück und ernte Glück, wirst du schnell die Früchte deiner Arbeit schmecken können. Dein Umfeld wird dir ganz anders begegnen und im Gegenzug ebenfalls helfen. Ebenso wird sich dein Selbstwertgefühl stetig steigern, da du dich selbst gleich in einem viel besseren Licht sehen wirst. Frage dich: Was ist Glück für meine Mitmenschen und wie kann ich ihnen eine Freude bereiten?

Folgende Glücks-Versprüher sind ziemlich einfach und machen warm ums Herz:

  • Bedanke dich herzlich, wenn dir jemand etwas Gutes getan hat
  • Mach deiner Mutter, Schwester, Freundin Komplimente für ihr Lieblingskleidungsstück
  • Lade deine Lieben zum Essen ein und verwöhne sie mit deinen Kochkünsten
  • Lächle fremde Menschen an, die dir über den Weg laufen und wünsche ihnen einen schönen Tag
  • Verschenke kleine selbstgemachte Dinge

Diese kleinen Dinge sorgen für eine Extraportion Glück in deinem Leben und verschönern jeden Moment. Sieh dich selbst als zauberhafte Glücksfee, die sich ihr elegantes Glücks-Kleid mithilfe von Taten und Glitzerstaub selber schneidert! Was ist Glück also? Glück sind Wünsche, Taten und Dankbarkeit. All sie bereichern dein Leben und lassen dich jeden Tag mit einem Lächeln beginnen.

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Quellen:

Statista: Was glauben Sie, was macht einen Menschen glücklich?, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/818/umfrage/was-gluecklich-macht/, letzter Zugriff 12.03.2019

US National Library of Medicine National Institutes of Health: How Choice reveals, and shapes, expected hedonic outcome by Tali Sharot, Benedetto de Martino and Raymind J. Dolan, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2675705/, letzter Zugriff 12.03.2019

Harvard Study of adult development, Robert J. Waldinger et al. Und George E. Vaillant et al., https://www.adultdevelopmentstudy.org/publications, letzter Zugriff 12.03.2019

What makes a good life? Lessons from the longest study on happiness – Robert Waldinger 2016, happynesshttps://www.youtube.com/watch?time_continue=73&v=8KkKuTCFvzI, letzter Zugriff 12.03.2019

Immune Neglect: A Source of Durability Bias in Affective Forecasting, by Daniel T. Gilbert, Elizabeth C. Pinel, Timothy D. Wilson, Stephen J. Blumberg and Thalia P. Wheatley, https://web.archive.org/web/20160517091130/http://www.danielgilbert.com/Gilbert%20et%20al%20%28IMMUNE%20NEGLECT%29.pdf, letzter Zugriff 12.03.2019