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Warum Großeltern eine besondere Bedeutung im Leben ihrer Enkel haben

Oma und Opa sind immer zur Stelle

Eine besondere und wertvolle Beziehung
Eine besondere und wertvolle Beziehung
© OC Gonzalez via Unsplash

Bei dem Wort Großeltern denken viele an einen Opa, der Pfeife rauchend in seinem Wohnzimmersessel sitzt, die Zeitung liest und sich darüber beschwert, dass früher, in den guten alten Zeiten alles besser war. Die Oma sitzt mit Dutt und Hornbrille auf ihrem Schaukelstuhl und strickt uncoole Socken und Pullover für die ganze Familie, die man nur dann anzieht, wenn Opa und Oma zu Besuch kommen. Die Enkel verdrehen bei Opas Gemecker genervt und gelangweilt die Augen und bedanken sich bei Oma mit einem gekünstelten Lächeln und einem Küsschen auf die Wange für den hübschen Pullover.

Dieses Bilderbuch-Klischee-Szenario ist längst veraltet. Tatsächlich ist eine gute Beziehung zwischen Großeltern und ihren Enkeln heutzutage sehr beliebt und wird aktiv gesucht.

Das Verhältnis zwischen den Generationen

Die Beziehung zwischen Großeltern und ihren Enkelkindern ist heutzutage stark ausgeprägt. Laut dem Deutschen Alterssurvey aus dem Jahr 2014 haben rund 70 Prozent der Großeltern eine enge beziehungsweise sehr enge Beziehung zu ihren erwachsenen Enkelkindern. Außerdem ist für viele Opas und Omas ihre Rolle als Großeltern wichtig. Rund 30 Prozent aller Großeltern passen regelmäßig auf ihre Enkelkinder auf.

Aber was macht die Verbindung zwischen den Enkeln und ihren Großeltern so besonders?

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Zeit und Aufmerksamkeit

Die Rollenverteilung des Mannes als Brotverdiener und der Frau als Hausfrau sind nicht mehr zeitgetreu, denn heute gehen oft beide Elternteile arbeiten. In dieser Zeit werden die Großeltern oft als Babysitter eingesetzt. Aber auch dann, wenn die Eltern sich beispielsweise einen erholsamen Abend zu zweit gönnen wollen, krank sind, oder der Kindergarten geschlossen hat. Viele Großeltern sind im Ruhestand und können sich daher ganz auf ihre Enkel konzentrieren und ihnen alle Zeit der Welt widmen, um beispielsweise gemeinsam zu spielen oder ihnen bei den Hausaufgaben zu helfen. Großeltern sind seltener abgelenkt von Problemen wie Terminen oder Projekten, die den arbeitenden Eltern im Kopf herumschwirren.

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Lebenserfahrung und Wissen

Großeltern sind schon um Einiges länger auf der Welt als ihre Enkel und haben ihnen daher auch vieles voraus. Sie können ihren Enkeln mit Rat und Tat zur Seite stehen und ihnen beispielsweise ein Stück Geschichte außerhalb des Schulstoffs weitergeben. Oft hängen die Enkel gebannt an den Lippen ihrer Großeltern, wenn sie von früher sprechen und Anekdoten aus ihrer Kindheit und Jugend erzählen. Die Vergangenheit scheint oft interessanter, wenn sie von jemandem erzählt wird, der die Dinge hautnah miterlebt hat.

Großzügigkeit

Natürlich genießt jeder Enkel den Besuch bei Opa und Oma, wenn er danach mit deutlich mehr Bargeld im Geldbeutel oder der Spardose nach Hause kommt. Viele Großeltern können sich entspannt zurücklehnen, frei sein und ihre Enkel nach Strich und Faden verwöhnen. Bei der Erziehung halten sie sich meist raus, denn das ist Aufgabe der Eltern. Das bedeutet weniger Verantwortung und mehr Spaß.

Ansprechpersonen

Die Beziehung zwischen den Generationen ist heute weniger autoritär, als sie es früher war. Da Großeltern heute nicht unbedingt eine Erzieherposition einnehmen, fällt es den Enkeln leichter, ein Gespräch mit ihnen über persönliche Dinge zu führen. So wie unter Freunden. Bei Eltern sind die Hemmungen da oft etwas größer, da sie Autoritätspersonen sind. Das kann abschreckend oder einschüchternd wirken. Man hat mehr Angst vor möglichen Konsequenzen.

 

Quelle

Deutsches Zentrum für Altersfragen: Alter im Wandel: Zwei Jahrzehnte Deutscher Alterssurvey (DEAS). 2016 https://www.dza.de/fileadmin/dza/pdf/DEAS_Bericht_2014.pdf, Abrufdatum: 29.11.2018