Bookmark

Telepathie: Wie kann ich die Macht der Gedanken nutzen?

Die Kraft unseres Geistes

Kann Telepathie funktionieren und ist Gedankenübertragung wirklich so übersinnlich?
Kann Telepathie funktionieren und ist Gedankenübertragung wirklich so übersinnlich?
© Daniil Kuzelev via Unsplash

In der Parapsychologie ist Telepathie ein Phänomen, dem besonders viel Bedeutung beigemessen wird. Das Übertragen von Inhalten, Gefühlen und Stimmungen, ganz unabhängig von unseren Sinnesorganen, fasziniert. Eine exakte wissenschaftliche Erklärung ist bis heute nicht gefunden. Dennoch lässt vieles vermuten, dass Telepathie – in welcher Form auch immer – kein Zufall sein kann. Und ziemlich sicher ist dir Telepathie in der ein oder anderen Ausprägung auch schon einmal begegnet!

In diesem Artikel:

Was ist Telepathie?
Telepathie: So funktioniert Gedankenübertragung
Die Telepathie der Moderne: Übertragen der Gedanken in der Wissenschaft
Kann man Telepathie lernen?

Was ist Telepathie?

Wortlose Kommunikation, Gedankenübertragung, Gedankenlesen, Gedankenaustausch – für Telepathie gibt es verschiedene Bezeichnungen. Sie alle meinen dasselbe: Informationen, Ideen, Gedanken, Stimmungen oder Eindrücke werden von einem Individuum auf ein anderes oder auch mehrere andere übertragen. Und zwar ohne Einsatz unserer Sinnesorgane! Bei dieser Art des Austausches passiert vieles in und mit uns. Geist, Seele und Körper sind ausgelastet, um die jeweiligen Informationen zu übermitteln beziehungsweise zu empfangen.

Telepathie ist losgelöst von Raum und Zeit. Konkret bedeutet das: Ein Gedankenaustausch zwischen Menschen passiert nicht nur unabhängig von der Entfernung, in der sie sich zueinander befinden, er kann sich auch auf die Vergangenheit oder die Zukunft beziehen. So beschreiben manche Menschen, dass es ihnen möglich ist, durch Telepathie Kontakt mit Verstorbenen aufzunehmen.

Und nicht nur Menschen profitieren von telepathischen Prozessen. Gemeinhin sagt man auch Tieren ein großes Einfühlungsvermögen samt telepathischer Fähigkeiten nach. Außerdem können telepathische Phänomene besonders oft an Kindern beobachtet werden, da diese noch sehr intuitiv agieren und reagieren.

Video-Empfehlung

Telepathie: So funktioniert Gedankenübertragung

Wie Telepathie nun genau funktioniert, darüber existieren leider noch keine wissenschaftlichen Forschungsergebnisse. Das zeigt auf: Kommunikation, losgelöst vom Einsatz unserer irdischen Sinnesorgane, ist schwer zu fassen.

Dennoch gibt es im Bereich der Telepathie bereits einige Experimente, in denen festgestellt werden sollte, ob Telepathie nun wirklich funktioniert. So habe der britische Autor und Biologe Rupert Sheldrake mehrere Versuche durchgeführt, die die Existenz der Gedankenübertragung beweisen sollten.

So schreibt er in seinem Buch „Der siebte Sinn der Tiere: Warum Ihre Katze weiß, wann Sie nach Hause kommen und bisher unerklärte Fähigkeiten der Tiere“ von einem Hund, der immer zu wissen schien, wann sein Frauchen nach Hause kam. Er beschreibt außerdem, dass die Besitzerin des Hundes nicht immer zur selben Zeit nach Hause kam und somit Konditionierung ausgeschlossen sei. War es also Telepathie, die den Hund immer zur genau richtigen Zeit zur Haustür lockte?

In einem weiteren Experiment – diesmal mit Menschen – versuchte Sheldrake herauszufinden, ob Personen spüren können, wenn sie angestarrt werden. Hier mussten die Teilnehmer angeben, ob sie sich so fühlten, als ob ihnen jemand von hinten in den Nacken starrt oder eben nicht. Die Richtigkeit der Angaben lagen laut Sheldrake bei 58 Prozent. Er wertet dieses Ergebnis in seinem Buch „The Sense of Being Straed at: And Other Unexplained Powers of Human Minds“ als Hinweis, dass Telepathie existieren könnte.

Wissenschaftlich kann man diese Versuche jedoch nicht nennen, da hier der Zufall eine große Rolle spielten und außerdem auch viel Spielraum für Spekulationen blieb.
In einem Interview führt Rupert Sheldrake weitere Experimente zu dem Thema Gedankenübertragung und Telepathie aus:

Rupert Sheldrake im Gespräch: "Telepathie ist eine normale Kommunikationsform"

Die Parapsychologie versucht nach wie vor, der Wirkungsweise von Telepathie auf die Spur zu kommen. Theoretische Ansätze gibt es verschiedene. Weit verbreitet ist die Vorstellung, dass sich Telepathie auf den Astralkörper zurückführen lässt: Über eine bestimmte Bewusstseinsebene könnten sich laut dieser Theorie Energiekörper miteinander verbinden und ebenso kommunizieren.

Die Telepathie der Moderne: Übertragen der Gedanken in der Wissenschaft

Doch Telepathie soll in gar nicht so ferner Zukunft mehr nur dem Übernatürlichen angehören. Forscher versuchen nun schon seit einiger Zeit Gedanken sichtbar zu machen und so ein neues Kommunikationsfeld zu erschließen.

In einem Telepathie-Versuch spanischer und französischer Wissenschaftler, aus dem Jahr 2014, sollte ein Teilnehmer in Indien die Worte ‚Hallo‘ und ‚Tschüss‘ denken. Die Gehirnströme, die bei diesen Gedanken entstanden wurden gemessen und in einen Binärcode – bestehend aus 1 und 0 – umgewandelt. Das Ganze wurde anschließend als Email nach Frankreich geschickt und dort wieder in ein Signal umgewandelt, das von dem Gehirn des dortigen Versuchsteilnehmers verwertet werden konnte. Die telepathische Botschaft aus Indien wurde von dem französischen Empfänger als Lichtblitze am Rande seines Blickfeldes wahrgenommen und konnten so interpretiert werden. Die Nachricht aus Indien wurde also nie laut ausgesprochen oder visualisiert, sondern von Gehirn zu Gehirn transportiert.

In Japan haben es vier Forscher geschafft eine künstliche Intelligenz zu entwickeln, die Gedanken lesen und visualisieren kann. In ihrem Versuch mit dem von ihnen entwickelten Gerät, wurden Versuchsteilnehmern immer wieder die gleichen Bilder gezeigt, während ihre Gehirnströme gemessen wurden. Die ‚Telepathie-Maschine‘ konnte so ‚lernen‘ welches Bild, welche Ströme erzeugt und so ein mehr oder weniger eindeutiges Bild der Gedanken aufzeigen. Das Gerät kann also nur ihm bekannte Hirnströme visualisieren. Ströme, die es noch nie ‚gesehen‘ hat, sind somit nicht interpretierbar und würden somit auch kein sinnvolles Bild ergeben.

Hier ein Video, in dem veranschaulicht wird, wie ein Bild, welches wir sehen, von der Maschine interpretiert wird:

 

Deep image reconstruction: Natural images

Kann man Telepathie lernen?

Du fragst dich bestimmt, ob Telepathie erlernbar ist und das ganz ohne komplizierte wissenschaftliche Gerätschaften.
Bestimmt ist dir Telepathie in unterschiedlichem Ausmaß bereits im Alltag begegnet. Wenn man mit jemandem lange und/oder intensiv verbunden ist, hat man häufig im selben Moment denselben Gedanken, spricht zeitgleich dieselben Worte aus oder denkt genau in dem Moment an den anderen, wenn dieser seinerseits anruft. Zufall? Oder doch eher ein Zeichen von zwischenmenschlicher Telepathie und Seelenverwandtschaft?

Das Gefühl, mit anderen Menschen gedanklich verbunden zu sein und auch unabhängig von gängigen Methoden miteinander zu kommunizieren, ist verlockend. Doch kann man Telepathie lernen? Die Frage ist schwer zu beantworten. Grundsätzlich kann man aber davon ausgehen, dass sich telepathische Fähigkeiten und Phänomene eventuell dann einstellen werden, wenn du bestimmte Dinge beherzigst. Und auch manche Charaktereigenschaften wirken sich positiv auf deine telepathischen Fähigkeiten aus.

So weckst du deine telepathischen Fähigkeiten:

  • Sowohl du als auch dein Gegenüber, müssen an die Kraft der Gedankenübertragung tatsächlich fest glauben.
  • Umgebe dich bewusst mit Stille, um dich auf deine innere Gedanken- und Gefühlswelt zu fokussieren. Das Tiefenbewusstsein ist wesentlich für Telepathie. Meditation oder Yoga können dies unterstützen.
  • Es gibt einige Trainingsmethoden, die dir dabei helfen können, telepathische Fähigkeiten zu fördern: Autosuggestion, Visualisierung oder Imagination beispielsweise.

Diese persönlichen Eigenschaften können Telepathie fördern:

  • gute Intuition
  • psychische Ausgeglichenheit
  • Unvoreingenommenheit
  • Empathie
  • Toleranz

 

Quellen:

Rupert Sheldrake, Der siebte Sinn der Tiere: Warum Ihre Katze weiß, wann Sie nach Hause kommen und bisher unerklärte Fähigkeiten der Tiere, S. 43 ff., 5. Auflage Juni 2015

Martin Mahner, Naturalismus und Wissenschaft (Skeptiker 4/2003), https://www.gwup.org/infos/themen/107-sonstige-themen/1872-naturalismuns-und-wissenschaft-skeptiker-4-2003, letzter Zugriff 04.03.2019

Rupert Sheldrake, The Sense of Being Stared at: And Other Unexplained Powers of Human Minds, 3rd Edition 2013

Conscious Brain-to-Brain Communication in Humans Using Non-Invasive Technologies, https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0105225, letzter Zugriff, 5.3.2019

Guohua Shen,Tomoyasu Horikawa,Kei Majima, and Yukiyasu Kamitani, Deep image reconstruction from human brain activity, https://www.biorxiv.org/content/biorxiv/early/2017/12/30/240317.full.pdf, letzter Zugriff 5.3.2019