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So wirst du zur sleeping beauty!

Psychoanalytiker gehen davon aus, dass Dornröschen im Schlaf reifte und erwachsen wurde
Psychoanalytiker gehen davon aus, dass Dornröschen im Schlaf reifte und erwachsen wurde
© Anthony Tran via Unsplash

Die Hälfte der so genannten „schlafgesunden” Menschen schläft durchschnittlich acht Stunden. Doch es gibt auch Kurzschläfer, die sich schon nach vier bis fünf Stunden erholt fühlen. Und Langschläfer brauchen neun bis zehn Stunden Nachtruhe. Auch bezüglich der optimalen Schlaf- und Wachzeiten gibt es große Unterschiede. Die Wissenschaft trennt hier zwischen Morgen- und Abendmenschen. Fazit: Eine Zauberformel für das „Wie lange?” und „Wann?” gibt es nicht. Jeder muss – und darf – auf seinen eigenen Rhythmus hören.

In diesem Artikel:

Schenken wir unserem Körper Ruhe! Er dankt es uns mit Pflege, Heilung – und Schönheit
Lavendel-Creme zum Selbermachen!
7 Tipps für einen traumhaften Schönheitsschlaf
Ode an die Siesta! – Wirkungsvolle Mini-Kur zur Mittagszeit
Mittagsschlaf-Rituale aus anderen Ländern

Schenken wir unserem Körper Ruhe! Er dankt es uns mit Pflege, Heilung – und Schönheit

Was tun wir nicht alles, um ein bisschen schöner und jünger auszusehen: teure Cremes, lange Sitzungen bei der Kosmetikerin, schmerzhafte Behandlungen. Dabei tragen wir eigentlich alle das perfekte Gratis-Beauty-Programm in uns. Wir müssen uns nur hinlegen, die Augen schließen, schlafen … Dann legt unser Körper los: repariert und glättet. Pflegt und heilt. Und das noch besser, wenn wir ihm dabei ein wenig helfen …

Erinnerst du dich an die Geschichte von den Heinzelmännchen? Diese kleinen, fleißigen Gesellen, die der Sage nach im Haus die Arbeit erledigten, während die Bewohner schliefen? Ganz Ähnliches geschieht jede Nacht in unserem Körper. Während wir selig schlummernd in den Federn liegen, herrscht in unseren Zellen Hochbetrieb. Da wird gewerkelt und repariert, entrümpelt und erneuert. Ganz ohne unser Zutun. Und mit großartiger Wirkung: Schlafen macht schön!

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Danke, liebe Hormone!
Doch was genau passiert da in unserem Körper? Wir wollen die kleinen Helferlein und ihre Aufgaben einmal genauer unter die Lupe nehmen! Allen voran das Melatonin. Das sogenannte Schlafhormon wird von der Zirbeldrüse unseres Gehirns gebildet. Es hilft beim Einschlafen und steuert unseren Schlafrhythmus. Der Pulsschlag wird langsamer, die Körpertemperatur sinkt – der Organismus entspannt sich. Wunderbar! Doch nicht nur beim Zur-Ruhe-Kommen hilft das Hormon, es ist auch ein echter Anti-Aging-Experte. Als Antioxidans bekämpft das Melatonin freie Radikale, Moleküle, die unsere Zellen angreifen und unsere Haut altern lassen. Das Hormon bindet die freien Radikale und transportiert sie aus dem Organismus heraus. Die Folge: Die Zellen können sich ungestört teilen, das Gewebe erneuern. Die Haut wird rosig und gesund!

Und gesund macht’s auch noch
Und zu guter Letzt: Auch das Immunsystem ist nachts besonders aktiv. Sehr viele weiße Blutkörperchen sind dann unterwegs und machen Jagd auf schädliche Viren und Bakterien. Der Begriff „Sich-gesund-Schlafen“ hat also durchaus seinen Sinn. Und wer gesund ist, sieht schließlich auch besser aus … Also macht Schlafen wirklich schön? Wer noch einen letzten Beweis will, der darf sich die Untersuchung von Wissenschaftlern vom Karolinska Institut in Stockholm ansehen. Sie ließen Frauen und Männer zum Testschlafen antreten, einmal acht Stunden lang, das nächste Mal nur fünf Stunden. Anschließend wurden jeweils Fotos gemacht – und weiteren Testpersonen zur Beurteilung vorgelegt. Das Ergebnis: Die Acht-Stunden-Schläfer wurden als wesentlich frischer, gesünder und attraktiver wahrgenommen als dieselben Personen nach kurzem Schlaf. Die Heinzelmännchen aus der Sage sind übrigens auf Nimmerwiedersehen verschwunden, nachdem die Hausbewohner sie heimlich beobachtet hatten. Also Schluss mit dem Forschen. Und: Schlaf gut!

Guten Morgen, du Schöne! Wer gut geschlafen hat, fühlt sich frisch und unternehmungs- lustig, um den neuen Tag „zu pflücken”, wie ein lateinisches Sprichwort sagt

Wusstest du, dass …

… Dornröschen (englisch: „Sleeping Beauty”) gar nicht 100 Jahre lang geschlafen hat? Märchenforscher und Psychoanalytiker sehen im „Dornröschenschlaf” eine Stufe auf dem Weg zum (sexuellen) Erwachsenwerden. Der hundertjährige Schlaf steht für eine Phase des Rückzugs – bevor das einstige Kind bereit ist, als Frau wieder zu erwachen.

Lavendel-Creme zum Selbermachen!

Du brauchst: 1 EL Bienenwachs, 8 EL Olivenöl, 4 EL Kokosöl, 6 EL Lavendelwasser, Vitamin E Konzentrat, Topf, zwei kleine, gründlich gereinigte Gefäße, Mixer.
Schmelz das Bienenwachs im Wasserbad und füge dann unter Rühren die beiden Öle hinzu, bis eine glatte Masse entsteht. Erhitze das Lavendelwasser in einem anderen Gefäß im Wasserbad. Nimm die Wachs-Öl-Mischung vom Herd und gib das Lavendelwasser tropfenweise sowie einige Tropfen Vitamin E Konzentrat hinzu. Verrühre anschließend die Masse mit dem Mixer zu einer glatten, geschmeidigen Creme. Fertig!

TIPP: Bienenwachs, Lavendelwasser und Vitamin E gibt’s in der Apotheke. Die Creme hält sich im Kühlschrank bis zu zwei Monate.

Einschlaf-Ritual: Den Tag immer gleich ausklingen zu lassen fördert den ruhigen und tiefen Schlaf. Vielleicht mit sanfter Musik? Oder einem duftenden Lavendel-Tee?

7 Tipps für einen traumhaften Schönheitsschlaf

So schläfst du dich schön!

1 Sanfte Töne
Stimmen wir unseren Körper mit entspannender Musik auf die Nachtruhe ein. Besonders geeignet sind sanfte Klänge im Rhythmus unseres Herzschlags, das fördert das emotionale Gleichgewicht. Wer mag, schmökert noch ein paar Seiten in einem guten Buch.

2 Haar-Pracht
Bitte hochstecken! Besonders langes Haar sollte gebunden oder zu einem Zopf geflochten werden. Das verhindert, dass die Haare brechen. Und sorgt dafür, dass der natürliche Talg der Haare nicht aufs Kissen und von da ins Gesicht gelangt.

3 Gaumen-Freude
Eine Tasse heiße Milch – oder auch Sojamilch – mit Honig ist das beste Gute-Nacht-Getränk. Der süße Genuss regt den Körper an, das Glückshormon Serotonin zu produzieren. Und was gibt es Schöneres, als rundum glücklich in den Schlaf zu sinken! Wer Angst vor den Kalorien hat, nimmt einfach etwa 300 Milligramm in Wasser aufgelöstes – Stress reduzierendes – Magnesium.

4 Luft-Schloss
Machen wir unser Schlafzimmer zum Luft-Schloss! Indem wir vor dem Zu-Bett-gehen genügend Sauerstoff ins Zimmer lassen. Und dafür sorgen, dass die Raumtemperatur uns angenehm ist: Optimal für einen guten und gesunden Schlaf sind 16 bis 18 Grad.

5 Luxus-Kissen
Gönnen wir uns für unsere Nachtschicht in Sachen Schönheit doch ruhig mal etwas Luxus. Ein Kissenbezug aus Seide oder Satin verhindert, dass die Haut austrocknet und hartnäckige Knitterfalten entstehen. Auch unsere Haare lieben die glatten Fasern – und sehen noch am Morgen gepflegt aus!

6 Extra cremig
Helfen wir unserer Haut, sich zu erholen! Indem wir nach dem Abschminken und gründlicher Reinigung eine spezielle Nachtcreme verwenden, die die Erneuerung der Hautzellen unterstützt. Diese Cremes sind meist fetthaltiger als Tagescremes und enthalten keinen UV-Schutz. Vor allem aber versorgen sie mit Antioxidantien (genauso wie unser Körper-eigener Reparatur-Cocktail!) den Feuchtigkeitshaushalt.

7 Einfach dufte
Der Duft von Lavendel, Rose oder Jasmin wiegt uns wunderbar in den Schlaf. Ob als ätherisches Öl, in einem Duftkissen oder als sanfter Lavendeltee.

Der Tag liegt hinter uns, die wunderbare Nacht vor uns: Was gibt es Schöneres, als sich auf den Ausflug ins Land der Träume mit allen Sinnen einzustimmen?

Ode an die Siesta! – Wirkungsvolle Mini-Kur zur Mittagszeit

Übrigens: Auch ein gepflegtes Nickerchen zur Mittagszeit eignet sich als Schönheitsschlaf. Beautynapping heißt das Zauberwort, und viele Studien zeigen: Wer regelmäßig mittags Siesta hält, ist gesünder, leistungsfähiger, weniger gestresst – und attraktiver. „Schon ein Schlaf von einer knappen halben Stunde erhöht die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit je nach Studie um 16 bis 34 Prozent“, sagt der Mediziner Ruediger Dahlke. Ein regelmäßiger Mittagsschlaf käme einer Kur gleich, so der Arzt, nur sei er viel günstiger und wirksamer.

Doch während in anderen Ländern die Siesta zum Tagesablauf fest dazugehört, setzt sie sich bei uns erst langsam durch. Zwar richten einige Unternehmen inzwischen Ruheräume ein, um ihren Mitarbeitern einen Kurzschlaf nach dem Essen zu ermöglichen. Doch wirklich üblich ist das Powernapping bei uns noch nicht. Dabei ist es eigentlich ganz einfach. Die wichtigsten Regeln für eine effektive Mittagsruhe: Zwischen 10 und 30 Minuten sollte sie dauern. Kürzer wirkt sie nicht. Dauert sie länger, fühlt sich der Betroffene anschließend benommen. Die beste Zeit ist zwischen 13 und 15 Uhr, der Zeitspanne also, in der der Körper ohnehin ein Tief durchmacht. Und die Position? Ob man im Liegen oder einfach bequem zurückgelehnt auf dem Bürostuhl ruht, ist zweitrangig. Entscheidend ist, dass man sich die Pause möglichst täglich gönnt – und sie ungestört genießen kann.

Mittagsschlaf-Rituale aus anderen Ländern

Japan
In Japan wird der „Mittagsschlaf” zu allen möglichen Tageszeiten abgehalten. Angestellte demonstrieren mit dem Nickerchen, bei dem sie üblicherweise aufrecht sitzen, dass sie bis zur Erschöpfung gearbeitet haben.

China
In der Volksrepublik ist der „Xiu-Xi” ein Grundrecht. Eine Stunde lang legen die Menschen ihre Arbeit nieder und schlafen buchstäblich wo sie gehen und stehen. Zum Beispiel auf der Straße, auf dem Schreibtisch oder in der Bettenabteilung eines Möbelhauses.

USA
In den USA legen viele Angestellte und Manager regelmäßig ein Powernapping ein. Für Piloten der US-Weltraumbehörde NASA ist das mittägliche Krafttanken sogar Pflicht.

Dänemark
Auch im kühlen Skandinavien findet man Powernapper. Zum Beispiel in der dänischen Stadt Hillerod. Dort hatte man herausgefunden, dass Mitarbeiter, die mittags kurz ruhen, nachmittags besser arbeiten. Seitdem ist bei einigen Angestellten die Lizenz zum Schlafen im Arbeitsvertrag verankert.

Spanien
Hier wird traditionell um 14 Uhr zu Mittag gegessen und anschließend eine Siesta gemacht, die bis zu zwei Stunden dauert. Das spanische Wort Siesta kommt vom lateinischen sexta hora und meint die sechste Stunde nach Sonnenaufgang.

Sachte rauschen die Bäume, der Sommerwind spielt mit unserem Haar: Glücklich jeder, der so Siesta halten darf! Aber die gute Nachricht: Der kurze Mittagsschlaf macht auch dann schön und munter, wenn er nur schnell im Büro am Schreibtisch eingeschoben wird

Sanft geweckt!
Ist dir das auch schon mal aufgefallen? Manchmal ist man nach einem kurzen Schlaf viel wacher als nach mehreren Stunden. Der mögliche Grund: Der Wecker hat uns aus einer Tiefschlafphase gerissen. Für eine optimale Weckzeit gibt es seit einiger Zeit spezielle Schlafphasen-Wecker oder -Apps. Sie „beobachten” unseren Schlaf und garantieren, dass der Alarm in einem sogenannten „Fast-Wach-Moment” ertönt. Die Folge: sanftes Aufwachen, besserer (Schönheits-)Schlaf!