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Richtig saunieren: So hilft die Schwitzstube deiner Gesundheit

So schwitzt du richtig

Richtig saunieren kann für entspannung und eine verbsserte Gesundheit sorgen.
Richtig saunieren kann für entspannung und eine verbsserte Gesundheit sorgen.
© Estonian Saunas via Unsplash

Für einige ist saunieren gar nichts, die anderen finden es super und können nicht genug von dem heiß und kalt bekommen. Doch, was viele nicht wissen ist, dass es wichtig ist, beim Saunieren auf bestimmte Dinge zu achten, damit der beste gesundheitliche Effekt erzielt wird und man sich vor allem nicht in Gefahr bringt. Richtig saunieren ist also wichtig und wir verraten dir wie’s funktioniert.

In diesem Artikel:

Richtig saunieren: So sollte ein Saunagang aussehen
Weitere Dinge, auf die du beim Saunagang achten solltest
Welche gesundheitlichen Vorteile hat saunieren?
Für wen ist saunieren nicht geeignet?

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Richtig saunieren: So sollte ein Saunagang aussehen

Abduschen:

Bevor du die Sauna betrittst, solltest du dich einmal gut abduschen, um möglichen Schmutz und Hautfett zu entfernen. Trockne dich danach ordentlich ab, da trockene Haut besser schwitzt.

Handtuch und Sitzbänke:

Nimm in die Sauna immer ein großes Badehandtuch mit (vor allem, wenn du dich gerne hinlegst) und lege es dir unter. Achte darauf, dass du auf das Handtuch schwitzt und nicht auf die Sitzbänke.

Die Sitzbänke haben verschiedene Höhen. Da heiße Luft nach oben steigt, ist die Temperatur auf den obersten Bänken auch am höchsten. Bist du ein Sauna-Anfänger, solltest du dich zur Eingewöhnung erst einmal auf die unteren oder mittleren Bänke setzen oder legen.

Der Saunagang:

In der klassischen finnischen Sauna herrschen für gewöhnlich Temperaturen zwischen 75 und 110 Gerade Celsius. Ein Saunagang dauert zwischen acht und 15 Minuten. Wer richtig saunieren möchte, sollte die 15 Minuten nicht überschreiten, da der Körper durch die Hitze sonst zu sehr belastet werden könnte. Natürlich gilt aber: Sobald du dich unwohl fühlst, solltest du die Sauna verlassen. Manchmal macht der Kreislauf die Hitze nicht mit und es kann zum Beispiel zu Schwindel oder gar Ohnmacht kommen.

Der Aufguss:

Ein Aufguss ist für den gesundheitsfördernden Effekt eine Saunagangs nicht vonnöten, dennoch erfreut sich der Aufguss größter Beliebtheit und kann durch beruhigende oder anregende Düfte das Wohlbefinden steigern. für einen Aufguss mischst du Wasser mit dem gewünschten Sauna-Duft (Menge immer nach Packungsangabe abmessen). Anschließend solltest du kurz die Saunatür öffnen und mit einem Handtuch etwas frische Luft reinwedeln. Danach schließt du die Türe und gibst den Wasser-Duft-Mix langsam auf die heißen Steine des Saunaofens. Nun wird sich die Luftfeuchtigkeit in der Sauna kurzfristig erhöhen, die Luft fühlt sich noch heißer an. Verwirbel das Ganze mit deinem Handtuch, um die Luftfeuchtigkeit gut zu verteilen. Der Effekt hält nur kurz an, da die Feuchtigkeit im Normalfall recht schnell vom Holz der Sauna aufgenommen wird.

Abkühlen und ruhen:

Nachdem du die Sauna verlassen hast, solltest du dich unbedingt kalt abduschen. Hier gilt: Je kälter desto besser. Damit bringst du deinen Kreislauf richtig in Schwung und kühlst deinen Körper gleichzeitig angemessen ab. Aber auch hier ist Vorsicht geboten. Gewöhne deinen Körper langsam an die Kälte. Halte zunächst deine Extremitäten unter das kalte Wasser, bevor du deinen ganzen Körper abkühlst. Dusche dich etwa zwei Minuten kalt ab und beginne dann deine Ruhephase.

In einigen Saunen gibt es auch sogenannte Tauchbecken, die mit eiskaltem Wasser gefüllt sind. Tauche nach dem Saunieren deinen ganzen Körper – ja auch den Kopf – unter. Dein Aufenthalt in dem Tauchbecken sollte jedoch nicht länger als zehn bis 15 Sekunden dauern, da der Körper sonst zu schnell abkühlen würde. Im Anschluss kannst du mit deiner Ruhephase beginnen.

Vorsicht: Für Menschen, die unter Bluthochdruck leiden ist das Tauchbecken nicht geeignet. Betroffene Personen sollten sich immer vorsichtig abduschen.

Die Abkühlphase kann entweder einen Gang an die frische Luft beinhalten oder auch einfach nur aus dem Entspannen auf einer Liege. Die Abkühlphase sollte mindestens so lange dauern wir das Saunieren selber. Wichtig ist jedoch, dass du nicht so sehr abkühlst, dass dir kalt wird. Trockne dich also ab und begib dich zum eigentlichen Ruhen in einen wohltemperierten Raum.

Wie viele Durchgänge sollte ich in die Sauna gehen?

Das Saunieren kann aus nur einem Sauna-Durchgang bestehen. Wer jedoch nicht so häufig in die Sauna geht, kann auch bis zu drei Durchgänge in der Sauna genießen, um den besten gesundheitlichen Effekt zu erzielen.

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Weitere Dinge, auf die du beim Saunagang achten solltest

Um das Saunieren auch wirklich genießen zu können, solltest du noch auf einige Dinge achten:

Gehe nie mit zu leerem oder zu vollem Magen in die Sauna. Denn dies könnte sich auf deinen Kreislauf auswirken und ihn zu sehr belasten.

Saunieren soll der Entspannung dienen, daher sollte es in der Sauna immer ruhig sein. Vor allem in einer öffentlichen Sauna gilt es stets Rücksicht auf andere Gäste zu nehmen.

Vor dem Verlassen der Sauna solltest du es immer langsam angehen lassen, da dir sonst schnell schwindelig werden kann. Hast du in der Sauna gelegen, solltest du dich zunächst ein paar Sekunden aufrecht hinsetzen, um Kreislaufprobleme zu verhindern.

Klar sollte auch sein, dass du Vorsicht walten lassen solltest, wenn es um den Umgang – beispielsweise bei einem Aufguss – mit dem Saunaofen geht. Er ist extrem heiß und kann bei Berührung schlimme Verbrennungen hinterlassen.

Nach dem Saunieren solltest du ausreichend Flüssigkeit in Form von Wasser zu dir nehmen, um Dehydrierung vorzubeugen.

Welche gesundheitlichen Vorteile hat saunieren?

Richtig saunieren wirkt sich gut auf den Kreislauf und das Immunsystem aus, doch warum eigentlich? Das erklären wir hier und verraten, welche positiven Wirkungen das Saunieren noch auf Lager hat.

Saunieren ist gut für das Herz-Kreislauf-System, da wir unseren Körper mit einer Extremsituation konfrontieren. In der Hitze öffnen sich all unsere Blutgefäße, was dazu führt, dass der Blutdruck sinkt, woraufhin das Herz stärker arbeiten muss. Unser Herz wird somit effektiv gestärkt. Zudem werden unsere Blutgefäße durch das Ausweiten bei Hitze und dem zusammenziehen bei der anschließenden Kälte trainiert. Saunieren kann somit zum Beispiel gegen Bluthochdruck helfen.

Auch Demenz soll das regelmäßige Saunieren vorbeugen können, so heißt es laut einer Studie der University of eastern Finnland. In der Studie wurden 2315 Männer von 1984 bis 1989 begleitet und auf die Entwicklung von Alzheimer auf deren Saunagewohnheiten untersucht. Das Ergebnis der Studie besagt, dass Menschen, die mehr als einmal in der Woche Saunagänge absolvierten im Vergleich zu den Teilnehmern, die einmal in der Woche saunierten ein 23 prozentig geringeres Risiko hätten an Demenzerkrankungen wie zum Beispiel Alzheimer zu erkranken. Das Ärzteblatt weist jedoch darauf hin, dass die Studie lediglich nur auf Ergebnissen finnischer Männer basiert. Wie die Ergebnisse bei Frauen oder anderen Nationalitäten oder Ethnien aussehen würden, kann nicht bestimmt werden.

Einer Studie der American Academy of Neurology zufolge, sollen Menschen, die regelmäßig in die Sauna gehen ein geringeres Risiko haben, einen Schlaganfall zu erleiden. Für die Studie wurden 1.629 Frauen und Männer über 15 Jahre begleitet. Die Teilnehmer gingen einmal, zwei bis drei Mal oder vier bis sieben Mal in der Woche saunieren. Das Ergebnis der Studie aus dem Jahr 2018, zeigte, dass die Saunagänger, die häufiger Saunagänge absolvierten ein geringeres Risiko einen Schlaganfall zu erleiden hatten, als die Gruppe, die seltener in die Sauna ging.

Die Stärkung des Immunsystems erfolgt durch das Versetzen unseres Körpers in ein künstliches Fieber. Bei einem Saunagang steigt die Körpertemperatur auf etwa 38 bis 39 Grad. Das setzt die Alarmglocken des Körpers in Gang und Immunzellen, die unseren Körper schützen, werden vermehrt gebildet.

Auch für die Haut ist das Saunieren gut. Durch das Schwitzen wird die Haut nicht nur gereinigt, auch alte Hautschüppchen lösen sich ab und machen die Haut weich und zart. Mein Tipp: Nimm dir für die anschließende Dusche ein Körperpeeling mit, um die abgestorbene Haut restlos loszuwerden. Durch das Lösen der toten Haut kann Saunieren bei Krankheiten wie zum Beispiel Neurodermitis, Akne oder Psoriasis helfen.

Neben den genannten positiven Effekten dient das Saunieren auch der Entspannung. Verspannungen der Muskeln können durch die Hitze und die dadurch verbesserte Durchblutung gelöst werden und auch die Entspannung des Kopfes ist beim Saunieren möglich.

Für wen ist saunieren nicht geeignet?

Menschen, die bereits an einem Infekt erkrankt sind, sollten von einem Saunabesuch absehen. Der Immunstärkende Effekt bleibt in diesem Fall aus und die Krankheit kann im schlimmsten Falle noch verschlimmert werden oder auch das ohnehin geschwächte Herz-Kreislauf-System gefährden

Wer bereits Venenleiden hat, zum Beispiel unter starken Krampfadern leidet, sollte in jedem Fall einen Saunagang mit dem behandelnden Arzt absprechen, da sich diese durch die stärkere Durchblutung des Gewebes verschlechtern können.

Generell ist Saunieren für Schwangere, die bereits Erfahrung mit der Schwitzstube haben, unproblematisch, solange es in der Schwangerschaft keine Komplikationen gab. Dennoch sollten werdende Mütter kurz vor der Entbindung auf die Schwitzstube verzichten, da hohe Temperaturen und bestimme Düfte Wehen auslösend wirken können. Im Zweifel immer erst den Gynäkologen zu Rate ziehen.

Generell solltest du immer erst einen Arzt zu Rate ziehen, wenn Unsicherheit bezüglich des Saunierens bei dir besteht. Das gilt vor allem bei chronisch kranken Menschen, da es einige Konditionen gibt, die durch das Saunieren verschlimmert werden könnten. Der behandelnde Arzt wird dir sagen könne, ob der Saunagang für dich unbedenklich ist.

Quellen:

April 2015, Association between Sauna bathing and fatal cardiovascular and all-cause mortality events, https://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/fullarticle/2130724, Zugriffsdatum 21.01.2019

Sauna bathing reduces the risk of stroke in Finnish men and women, A prospective cohort study, http://n.neurology.org/content/90/22/e1937, Zugriffsdatum 21.01.2019

ÄrzteZeitung: Schwitzen gegen das große Vergessen, https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/demenz/article/929206/regelmaessig-sauna-schwitzen-grosse-vergessen.html, Zugriffsdatum 21.01.2019

Sauna: Gut für Herz, Haut und Abwehrkraft, https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Sauna-Gut-fuer-Herz-Haut-und-Abwehrkraft,sauna189.html, Zugriffsdatum 21.01.2019

Sauna in der Schwangerschaft, https://www.netdoktor.de/schwangerschaft/sauna-in-der-schwangerschaft/, Zugriffsdatum 21.01.2019