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Die Ringelblume: Farbenfrohe Heilpflanze mit großer Wirkung

Damit du wieder richtig aufblühen kannst

Ringelblumen aus dem eigenen Garten können mehr als nur schön blühen.
Ringelblumen aus dem eigenen Garten können mehr als nur schön blühen.
© Hans Vivek via Unsplash

Für fast alle täglichen Beschwerden haben wir Salben, Spritzen oder Tabletten, die die Schmerzen lindern. Das gegen viele dieser Symptome auch eine Blume aus unserem Garten helfen kann wussten viele bisher vielleicht gar nicht: Die Ringelblume.

Klein, gelb bis orange leuchtend und für viele einfach nur schön im Strauß. Doch in der kleinen Blume und ihren Blättern steckt so viel mehr.

Wir zeigen dir, in welcher Form die Ringelblume ihre volle Kraft entfalten kann und was du beim Kauf beachten solltest.

Herkunft der Ringelblume

Die Ringelblume gehört zur Familie der Korbblüter und hat ihren Ursprung vermutlich im Mittelmeerraum, wo sie in vielfältigen Formen und Variationen vorzufinden ist. Den meisten von uns ist die orangene Blume wahrscheinlich auch unter den Namen Calendula bekannt. Unter diesem Namen ist die Ringelblume ein in der Homöopathie weit verbreitetes Heilmittel.

Ihre Blütezeit ist von Juni bis Oktober und die Pflanzen benötigen zum Wachsen lediglich ein sonniges Klima und einen nährstoffreichen Boden, weshalb man sie auch wunderbar im heimischen Garten anpflanzen kann.

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Was macht die Ringelblume so besonders?

Was die Ringelblume so von den anderen Blumen in unserem Garten abhebt, sind ihre besonderen Wirkstoffe, welche man besonders in ihren Blüten findet. Als besonders entzündungshemmend gilt dabei der Stoff Triterpensaponin, welcher bis zu zehn Prozent in den Blüten steckt. Triterpensaponine sorgen dafür, dass sich geschädigte und gereizte Hautpartien und Schleimhäute schneller erholen und regenerieren können.

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Anwendungsbereiche der Ringelblume

Die heilenden Kräfte der Ringelblume sind schon länger bekannt. Bereits im 12. Jahrhundert finden sich Aufzeichnungen, nach denen die Äbtissin Hildegard von Bingen den Einsatz von Ringelblumen bei Vergiftungen durch üble Speisen empfiehlt.

Besonders bei der Behandlung von Dermatitis von mindestens Grad II zeigten Studien, dass die Behandlung mit Calendula effektiver war, als die mit anderen Medikamenten.

Doch auch bei anderen Beschwerden können die heilenden Wirkstoffe der Ringelblume können wahre Wunder wirken, unter können sie helfen bei:

  • Menstruationsbeschwerden
  • Pickeln und Akne (Forscher fanden heraus, dass Calendula die Haut nach solchen Therapiesitzungen schneller wieder regenerieren ließ. Hier die passende Studie.)
  • trockener Haut
  • Verdauungsbeschwerden
  • Zerrungen und Quetschungen
  • Hämorrhoiden
  • Hautentzündungen
  • Wundheilung (hier findest du eine Studie zu dem Thema)
  • Wundreinigung

Natürlich ist die Ringelblume kein sofortiges Allheilmittel für alle Krankheiten und du solltest dich im Ernstfall nicht nur auf ihre Wirkstoffe verlassen, sondern auch auf die vom Arzt verschriebene Medikamente. Als natürliche Heilmethode bei kleineren Wunden eignet sich die Ringelblume allerdings wunderbar.

Nebenwirkungen Ringelblume

Wissenschaftlich erwiesene Nebenwirkungen gibt es bis jetzt noch nicht für die Verwendung der Ringelblume. Das heißt allerdings nicht automatisch, dass es auch keine Nebenwirkungen gibt.

Jeder Körper reagiert anders auf die Stoffe der Ringelblume. Solltest du Verschlechterungen nach der Verwendung bemerken oder einen Juckreiz etc. solltest du am besten deinen Arzt aufsuchen, es könnte sich hierbei um eine allergische Reaktion deines Körpers handeln.

Verwendungsformen der Ringelblume

Die orange Blüte und ihre Blätter der Heilpflanze sind vielseitig einsetzbar unter anderem…

  • als Tee:
    Bei Ringelblumentee werden die getrockneten Blätter der Ringelblume mit heißem Wasser zu einem Tee verarbeitet. Er soll bei inneren Beschwerden helfen.
  • als Kompresse:
    Bei äußerlichen Beschwerden, wie zum Beispiel Dermatitis eignen sich Kompressen wunderbar, um punktuell gegen die Beschwerden vorzugehen.
  • als Salben, Cremes oder Tinkturen:
    Auch mit Salben & Co lassen sich äußere Beschwerden leicht behandeln. Über Nacht eingewirkt können sie ihre Kraft noch intensiver entfalten.
  • als homöopathische Mittel:
    Hier wird die Kraft der Ringelblume meist in kleine Globuli gepresst. Am häufigsten werden hier die Globuli C4 bis D6 verwendet.
  • als Pflanzenextrakte:
    Bei kosmetischen Produkten kommen die Ringelblumenstoffe meist in komprimierter Form zum Einsatz.

Wenn du diese Heilmittel aus Ringelblumen aus deinem Garten herstellen möchtest, solltest du darauf achten, dass du nur die Blütenblätter der bereits voll entfalteten Ringelblume verwendest. Die Blätter können einfach so abgezupft werden.

Ringelblumensalbe selber machen

Ringelblumensalbe kannst du auch ganz leicht selber herstellen, dafür bedarf es nicht unbedingt den Gang in die nächste Apotheke. Alles, was du brauchst sind Ringelblumen, ein hochwertigeres Öl und einen Salbengrundstoff (hier eigenen sich zum Beispiel Sheabutter oder Bienenwachs).

Zutaten:

  • 1 bis 2 Tassen Ringelblumenblüten
  • 250 ml Bio-Olivenöl
  • 25 gr Bienenwachs
  • Töpfe
  • Ein Küchenhandtuch/ feines Sieb
  • Passende Tiegelchen zum umfüllen

 

  1. Zuerst die Ringelblumen in dem Öl auf niedriger Stufe circa zehn bis 15 Minuten köcheln lassen. Vorsicht: Wenn das Öl zu heiß ist, werden die Blütenblätter frittiert.
  2. Nun das Öl so filtern, dass nur das reine Öl übrig bleibt, ohne irgendwelche Blumenreste. Das machst du am besten, indem du das Öl-Gemisch durch ein feines Sieb oder durch ein Küchenhandtuch abseihst.
  3. Jetzt den Salbengrundstoff in einem Topf erwärmen und mit dem Öl vermischen.
  4. Gut abkühlen lassen und in eine passende Verpackung umfüllen.
  5. Damit sich die Salbe länger hält, solltest du sie kühl lagern. Einmal angebrochen sollte man die Ringelblumensalbe in ein bis zwei Monaten aufbrauchen.

Ringelblume auch zum Verzehr geeignet

Die Ringelblume erfüllt nicht nur ihren Zweck, wenn es darum geht, gegen Krankheiten oder körperliche Beschwerden vorzugehen. Die orangene Heilpflanze eignet sich auch wunderbar zum dekorieren verschiedener Speisen. Ihre Blütenblätter sind ein farbenfroher Blickfang in Salaten, du kannst aber auch andere Speisen, wie Kuchen, Suppen oder Brotaufstriche mit der Ringelblume verfeinern. Aber auch die Blätter kannst du ohne Sorge essen, ihr Geschmack wird als würzig bis pikant beschrieben. Die Blütenblätter dagegen haben kaum Eigengeschmack, weshalb sie häufig auch zum Färben von Lebensmitteln oder Ostereiern genutzt werden.

Ringelblume kaufen: Darauf solltest du achten

Wenn du nicht zu den glücklichen Menschen gehörst, die Ringelblumen im eigenen Garten stehen haben, musst du die Pflegeprodukte wohl kaufen.

Beim Kauf von Cremes und Salben solltest du darauf achten, dass sie frei von jeglichem Parfum, Alkohol oder weiteren Zusatzstoffen sind. Die haben in einer Ringelblumensalbe nichts verloren und können den Heilungsprozess nur unnötig verlangsamen. Am besten lässt du dich in einem Reformhaus oder einer Apotheke deines Vertrauens beraten, welches Produkt am besten zu dir passt.

Wenn du Ringelblumentee selber machen willst, und getrocknete Blüten dafür suchst, solltest du keine Blüten kaufen, die bereits älter als ein Jahr sind, da ihre Wirkung über die Zeit nachlässt. Außerdem ist es wichtig, dass die getrockneten Blüten luftdicht verschlossen verschickt werden.

 

Quellen:

www.nabu.de: Eine Dauerblüherin, die Wunden schließt, URL:
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/pflanzen/pflanzenportraets/nutzpflanzen/10274.html
(Abrufdatum: 28.11.18)

Pommier, P.;Gomez, F.;Sunyach, MP.;D’Hombres, A.;Carrie, C.;Montbarbon, X.: Phase III randomized trial of Calendula officinalis compared with trolamine for the prevention of acute dermatitis during irradiation for breast cancer., URL:
https://www.epistemonikos.org/de/documents/5db1158a2d7a8d968826988ead666720a2582050
(Abrufdatum: 28.11.18)

Leach, Matthew: Calendula officinalis and Wound Healing: A Systematic Review, URL:
https://www.woundsresearch.com/article/9064
(Abrufdatum: 28.11.18)

Kodiyan, Joyson; Amber, Kyle T: A Review of the Use of Topical Calendula in the Prevention and Treatment of Radiotherapy-Induced Skin Reactions, URL:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4665477/
(Abrufdatum: 28.11.18)