Bookmark

Reframing – Betrachte die Dinge aus einem anderen Blickwinkel

Umdenken lernen

Rücke die Dinge in ein anderes Licht.
Rücke die Dinge in ein anderes Licht.
© Joanna Nix via Unsplash

Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die passieren und dann den Rest unseres Tages bestimmen. Beispielsweise hast du dich gefreut, heute endlich dein neues Kleid zur Arbeit anzuziehen, aber beim Frühstück ist dir ein Missgeschick passiert, denn du hast dir den Kaffee über das Kleid geschüttet. Jetzt musst du wohl wieder auf ein Outfit zurückgreifen, das du gefühlt immer trägst. Und dann wäre da noch das Problem mit Kaffee auf weißem Stoff. Ob der wohl wieder rausgeht?

Damit dieser kleine Unfall nicht wie eine dunkle Wolke über deinem bevorstehenden Tag hängt, solltest du das sogenannte Reframing nutzen. Diese Methode kann dir nämlich dabei helfen, das Glück im Unglück zu sehen.

Was ist Reframing?

Reframing enthält das englische Wort „frame“, das mit „Rahmen“ übersetzt wird. Dinge, die geschehen Situationen, in denen wir uns befinden, oder die Art, wie wir, oder andere sich verhalten, denken oder fühlen stehen immer in einem Kontext, Zusammenhang beziehungsweise Rahmen. Durch Reframing soll man versuchen, diesen Rahmen durch einen anderen zu ersetzen und dadurch das Gesamtbild in einem neuen Glanz erstrahlen zu lassen.

Meditation - Verliere dich im Dschungel

Video-Empfehlung

Um das vorherige Beispiel wieder aufzugreifen; du kannst dich jetzt den Rest des Tages über dein ruiniertes Kleid aufregen, oder du siehst es positiv. Immerhin hat sich jetzt genug weiße Wäsche angesammelt um endlich die Waschmaschine damit zu füllen. In besagtem Wäscheberg befindet sich außerdem deine Lieblingsbluse, die du dann endlich wieder anziehen kannst.

Beim Reframing geht es darum,

  • neue Perspektiven aufzuzeigen
  • das Verhalten anderer zu interpretieren und dadurch Konflikte zu lösen
  • negative Denk- und Verhaltensmuster zu ändern

Reframing-Arten

Beim Reframing wird zwischen zwei Arten unterschieden:

  • Das Kontext-Reframing
    Menschen besitzen sowohl negative, als auch positive Eigenschaften. Welche Eigenschaften wie zu bewerten sind, kommt aber auch oft auf den Zusammenhang an. Dir wird beispielsweise oft vorgeworfen, dass du zu misstrauisch bist und etwas offener sein solltest. Beim Kauf einer Antiquität hat sich aber herausgestellt, dass dein Misstrauen gerechtfertigt war, denn der Verkäufer hat versucht, dich hinters Licht zu führen. Dadurch hast du eine Menge Geld gespart. Beim Kontext-Reframing wird also die als negativ gewertete Eigenschaft in einen anderen Kontext gesetzt und stellt sich in diesem Zusammenhang als positiv heraus.
  • Das Bedeutungs-Reframing
    Hier geht es um die Gefühle, die das eigene Verhalten oder dass der Anderen bei einem auslöst. Da dein Partner heute früher von der Arbeit kommt, hattest du eigentlich gehofft, dass er bereits gekocht hat, was aber nicht der Fall ist. Du interpretierst das so, dass es ihm Egal ist, dass du nach einem stressigen Arbeitstag nicht auch noch Lust hast in der Küche zu stehen. Aber sieh es doch mal so: dein Partner wusste, dass du heute ein anstrengendes und wichtiges Meeting hattest und wahrscheinlich gestresst nach Hause kommen würdest. Er weiß aber auch, dass du liebend gern kochst, weil es dich entspannt und wollte dir das nicht nehmen.

Reframing will gelernt sein

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, aber mit etwas Übung schaffst du es, die Dinge in einem besseren Licht zu sehen und dadurch dein Selbstwertgefühl aufzubauen, die zwischenmenschliche Kommunikation zu verbessern, neue Möglichkeiten zu erkennen und über dich selbst hinauszuwachsen.

Diese Reframing-Übungen können dir dabei helfen:

  • Fragen, die du dir stellen solltest
    – Was könnte noch hinter diesem Verhalten stecken?
    – Wer weiß, wozu das noch gut sein könnte?
    – Welche Chancen bieten sich mir dadurch?
    – Was kann ich daraus lernen?
  • Ein kleines Hilfswort für mehr Ansporn
    Sag nicht „Das kann ich nicht“, sondern „Das kann ich noch nicht“. Allein durch dieses einfache Wort, stehen dir so viele Möglichkeiten offen.
  • Körperhaltung
    Wenn du erschöpft bist, oder das Gefühl hast, dass alles zu viel wird, dann stell dich aufrecht hin, streck die Brust raus, drück die Schultern durch und gehe erhobenen Hauptes weiter. Du wirst sehen, wenn dein Körper Stärke und Wille ausstrahlt, dann wird sich das auch auf deinen Gemütszustand übertragen.