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Probleme des Alltags – Wie bewusstes Leben sie verringern kann

So befreist du dein Leben von unnötigem Ballast

Wer bewusster lebt, kann mit Problemen des Alltags auch entspannter umgehen – und nimmt sie mitunter nicht einmal mehr als Probleme wahr.
Wer bewusster lebt, kann mit Problemen des Alltags auch entspannter umgehen – und nimmt sie mitunter nicht einmal mehr als Probleme wahr.
© Aziz Acharki via Unsplash

Wir alle haben diese Momente, wo es uns mitten im Alltag plötzlich aus unserer Beschäftigung reißt und wir uns fragen, was das alles eigentlich soll. Wo wir infrage stellen, ob das Leben, wie wir es gerade führen, das Leben ist, das als eigenes Ideal gelten kann. Das Leben, nach dem man tief im Inneren strebt. In diesen Momenten überkommt einen mitunter das Gefühl, dass man gerade mehr leidet, als genießt – unvermittelt wird die Last des Alltags deutlich und es wird einem fast schwindelig. Man zweifelt plötzlich an so vielen Dingen, hinterfragt die eigenen Entscheidungen und sucht nach Anhaltspunkten. Bei manchen kommen diese Momente so häufig vor, dass viele Aufgaben des Alltags gar als – mitunter unlösbare oder sich wiederholende – Probleme erscheinen. Doch wie können wir diese Sorgen angehen und solche Herausforderungen des Alltags bewältigen?

Warum sich der Alltag oft sich so „schwer“ anfühlt

Du wirst dich, wenn es dir ähnlich geht, fragen, warum sich dein Alltag eigentlich manchmal so schwer anfühlt. Objektiv scheint es dir doch wunderbar zu gehen: Du hast vielleicht einen ganz guten Job oder studierst gerade dein Wunschfach, hast möglicherweise eine Familie, die zu dir steht und dir geht es gesundheitlich besser, als vielen anderen. Und dennoch quälst du dich durch den Alltag. Warum nur?

Mädchen steht mit ausgestreckten Armen am Strand.

© Nathan McBride via Unsplash

Erst einmal hat das eine mit dem anderen nichts zu tun. Selbst, wenn Außenstehende noch so sehr davon überzeugt sein sollten, dass es einem „mit so einem Umfeld und so einem sozialen Status doch gut gehen muss“, heißt das nicht, dass es in deiner Seele und deinem Geist auch wirklich so aussieht. Auch du selbst solltest dir nicht sagen, dass du keine Berechtigung dazu hast, im Alltag so häufig zu leiden oder alltägliche Herausforderungen als so belastend zu empfinden. Jeder Mensch hat seine Gründe dafür.

Entspannung für die Augen mit geometrischen Formen

Diese Gründe finden ihre Ursprünge in unserer heutigen Zeit in anderen Dingen, als früher. Die meisten Menschen und vor allem auch wir in Deutschland leben nicht mit der ständigen Gefahr, morgen vielleicht von einem Bombenangriff überrascht oder einer tödlichen Seuche dahingerafft zu werden. Doch glücklich macht uns das nicht automatisch – wir haben unsere eigenen, modernen Probleme:

  • So sind unsere Reize aufgrund der vielfältigen Ablenkung oft überlastet.
  • Wir müssen mit der Schnelllebigkeit von Phänomenen und Zuständen umgehen lernen
  • Neue rasante Entwicklungen fordern unsere Aufmerksamkeit und wir können zuschauen, wie sie von Neuem ausgetauscht werden – das Gefühl, selbst bald durch etwa Maschinen und künstliche Intelligenzen ausgetauscht zu werden begleitet das Ganze mitunter sogar schon, auch wenn es uns vielleicht nicht bewusst ist.
  • Oft vergleichen wir uns auch mit nachkommenden Generationen, die immer schneller und besser qualifiziert scheinen und letztlich auch mit Gleichgesinnten, die sich vielleicht effizienter und strenger selbstoptimieren.

Das alles kann unheimlich belasten und den Alltag schwer ertragbar machen. Die einzige Aussicht die dann oft noch bleibt, sind die wenigen entspannten Urlaubstage im Jahr. Da ist das Gewicht plötzlich weg. Aber warum ausgerechnet da und warum nur dann?

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Leben wie im Urlaub – Das soll gehen?

Wenn du in den Urlaub fliegst oder fährst, hast du bestimmt auch das Gefühl, dass du jetzt endlich wieder durchatmen kannst. Dass dich jetzt endlich keine Alltagssorgen mehr plagen, du frei von belastenden Pflichten bist. Dass sich jetzt endlich einmal kurz alles so anfühlt, wie es sein sollte.

Allerdings spielt sich das meiste hier in deinem Kopf ab. Sicher gibt es ein paar äußere Punkte, die den Urlaub vom restlichen Alltag unterscheiden: Du bist nicht ans Lernen oder Arbeiten gebunden und hältst dich vermutlich in einer anderen Umgebung auf. Damit hat es sich aber im Grunde auch schon. Dennoch hast du auf Reisen das Gefühl, freier zu sein, unabhängiger und ausgeglichener.

Das liegt aber vor allem an dir selbst! Ähnlich wie beim Placeboeffekt, entspannst du dich, sobald du Urlaub hast. Weil der Urlaub eine Veränderung bedeutet. Neues entdecken, neues sehen, riechen, hören und schmecken. Und weil du genau das erwartest und mit einer positiven Einstellung herangehst.

Frau die ein Foto vom Sonnenuntergang macht.

© Rawpixel via Unsplash

Wenn du deinen Alltag jedoch angenehmer gestalten und dich nicht nur im Urlaub wohlfühlen möchtest, gilt es, diese Einstellung auch auf dein tägliches Leben zu übertragen. Das ist gar nicht so schwierig, wenn du es denn nur willst. So musst du bewusster betrachten, was dich am Alltag stört und was im Urlaub anders ist. Und dann musst du eben wiederum ganz bewusst diese Dinge versuchen, zu ändern. Vielleicht scheint dir die Stadt, in der du lebst, langweilig und ermüdend. Aber mal ehrlich: Wie oft versuchst du, Abwechslung in deinen Alltag in dieser Stadt zu bringen?

  • Probierst du einmal neue Dinge aus?
  • Sprichst du einmal Fremde an?
  • Fährst du zu Fleckchen, die du noch nie gesehen hast?

Alleine der Versuch, Bekanntes mit neuen Augen zu sehen, verändert manchmal schon deine ganze Innenwelt.

Im Anfang liegt die Kraft – Auch beim Prokrastinieren

Die Magie des Anfangs

Du kennst vielleicht den Spruch „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ (der übrigens aus der Feder des großartigen Hermann Hesse stammt) und denkst dabei etwa ans Verliebtsein: Kaum eine Zeit ist magischer, als die ersten Wochen oder Monate mit einem neuen Menschen, mit dem man das Gefühl der Liebe füreinander teilt. Doch diese Magie des Anfangs ist universell. Du findest sie im kreativen Arbeiten oder wenn du einen neuen Sport anfängst. Auch beim Lesen des Anfangs eines neuen Buches spürst du sie oder wenn du einen neuen Musiker entdeckst.

Mit etwas Willenskraft und Überzeugung lässt sich die Magie des Anfangs auch auf Alltäglichkeiten übertragen. Und zwar alleine schon auf das bewusste leben des Alltags selbst: Indem du all die Dinge, die du täglich siehst und machst und tust bewusst angehst und betrachtest, befindest du dich am Anfang einer neuen Form des Umgangs mit ihnen. Dann wird dir bald schon klar, dass es Möglichkeiten gibt, ihnen die Schwere zu nehmen, indem du sie anders angehst oder löst. Oder du siehst, dass sie eigentlich gar nicht so dramatisch sind.

Prokrastination bewusst genießen

Das gilt beispielsweise für die Prokrastination. Viele, denen der Alltag schwerfällt, kommen immer wieder an Punkte, an denen ihnen alles zu viel wird und an denen sie einfach resignieren. Statt dass Aufgaben angegangen werden, wird vor allem im Haushalt vieles einfach aufgeschoben. Nach dem Motto: Dazu habe ich jetzt einfach nicht auch noch die Energie. Das wird irgendwann die Tage erledigt. Meist staut sich dann extrem viel an und irgendwann kommt die geballte Ladung unausweichlich auf einen zu.

© Bruno Gomiero via Unsplash

Das größte Problem dabei ist, dass kaum jemand mit gutem Gewissen prokrastiniert. Sei ehrlich zu dir selbst:

  • Hast du beim Aufschieben je gedacht, dass das schon in Ordnung ist und dich so richtig wohlgefühlt?
  • Oder hattest du immer irgendwie doch ein schlechtes Gewissen dir selbst gegenüber und dachtest du, dass du dich gerade selbst austrickst?

Jeder Mensch schiebt einmal auf. Und das ist in Ordnung. Lösen lässt sich dieses Problem also nur, wenn du dir bewusst machst, dass Prokrastination ab und an vollkommen normal und menschlich ist. So menschlich, dass dies sogar in unserer DNA verankert ist. Bei Untersuchungen von Wissenschaftlern des Institute of Genetics and Developmental Biology in Peking und der Universität Aberdeen kam nämlich heraus, dass eine Genmutation für die Prokrastination verantwortlich sein kann. Durch diese Mutation wird ein bestimmtes Protein in deinem Körper gebildet, das einen Mangel des Glückshormons Dopamin im Gehirn verursacht. Das wiederum hat zur Folge, dass du manchmal eben völlig unproduktiv sein kannst.

Aufgaben effektiv angehen

Wenn du die Prokrastination ganz bewusst genießt und daran arbeitest, insgeheim kein schlechtes Gewissen mehr zu haben, wirst du, so paradox das klingt, auch nicht mehr so oft prokrastinieren. Das liegt einfach daran, dass du dich dann nach dem Erholen richtig gut und motiviert fühlst und damit dann auch wieder leicht an Aufgaben herangehst und frischer Probleme lösen kannst.

Wichtig ist dabei, dass du dies effektiv angehst. Mal kurz den Staubsauger in die Hand nehmen, um dann zu merken, dass du eigentlich doch keine Lust hast, funktioniert nicht. Auch vom alleinigen betrachten der Probleme und Aufgaben lösen diese sich nicht.

Wir empfehlen die 20-Minuten-Methode. Die Idee, die dahintersteckt, ist so simpel, wie effektiv: Egal, ob es der Wohnungsputz ist oder eine bestimmte, anstrengende Lerneinheit oder Aufgabe im Büro – Du konzentrierst dich einfach genau 20 Minuten (vielleicht sogar mit Timer auf dem Smartphone) völlig bewusst auf diese Tätigkeit. Das ist ja kaum eine Zeit, die großen Stress bereitet.

Frau die Heftzettel an einer Tafel anschaut.

© Rawpixel via Unsplash

Nach diesen 20 Minuten schaust du wieder ganz bewusst, wie es dir geht, wie du zurechtkommst. Denke daran, während dieser 20 Minuten nichts Anderes zu machen und dich etwa von deinem Handy oder deinen Gedanken ablenken zu lassen. Nach den 20 Minuten darfst du dich mit etwas Kleinem belohnen – eine gute Tasse Kaffee oder Tee oder ein Stück Schokolade.

Du wirst sehen, dass diese Methode Wunder wirken kann. Entweder hast du die Aufgabe nach dieser Zeit sogar schon erledigt oder du hast dich in einen Flow gebracht, indem das Ganze gar nicht mehr so anstrengend ist oder vielleicht sogar ein bisschen Spaß macht. Dann machst du einfach so konzentriert weiter und hast das vermeintlich große Problem bald schon hinter dich gebracht.

Den Überblick behalten

Physische und psychische Ordnung

Egal ob am Schreibtisch Zuhause, im Büro, im Wohnzimmer, im Arbeitsraum oder an der Uni – wenn du versuchst, hier Ordnung zu schaffen, fallen dir Aufgaben und Probleme leichter, als du denkst. Das klingt nun vollkommen banal und vielleicht sogar altbacken. Kreative Unordnung, denkst du dir vielleicht, inspiriert doch eigentlich viel mehr. Und penibel aufgeräumte Arbeitsplätze schaffen eine Starrheit im Kopf und langweilen.

Ganz ehrlich: Auch das sind reine Klischees! Langweile entsteht in erster Linie durch Monotonie. Wenn du also immer einen chaotischen Schreibtisch hast, dann wird dich irgendwann dieses Chaos langweilen. Selbst, wenn Chaos auf den ersten Moment spannender scheint, als eine bestimmte Ordnung.

Der Trick liegt also darin, manchmal bewusst für Ordnung zu sorgen. Nach und nach darf dann durchaus auch mal wieder ein kleines Chaos entstehen. Gerade in Zeiten aber, in denen man stets eine Last verspürt, wenn man sich an alltägliche Aufgaben macht, kann es helfen für visuelle Ordnung zu sorgen.

Unordentlicher Schreibtisch

© Robert Bye via Unsplash

Denn egal ob sich die anschließende Tätigkeit direkt auf diese Ordnung bezieht, du also am aufgeräumten Schreibtisch arbeitest oder ob du das Haus verlässt, um etwas anderes zu tun – die Ordnung ist geschaffen und das Chaos stellt keine Last mehr da. Die Ordnung wird sich somit auch auf deine Gedanken übertragen und das beseitigte Problem des Chaos, das sich nicht in den Griff bekommen ließ, ist plötzlich auch als psychische Blockade verschwunden.

Bewusstsein und Überblick über die Ressourcen behalten

Häufig werden die eigenen „Ressourcen“ als großes Problem angesehen, das einem den Alltag erschweren kann und das tägliche Leben mitunter als Last erleben lässt. Gemeint sind vor allem die Finanzen, wenn es darum geht, mit einer begrenzten Menge Geld zurechtzukommen. Wir wollen hier nicht abstreiten, dass es stark unterbezahlte Jobs gibt, die dazu führen, dass etliche Menschen, die etwa eine große Familie zu ernähren haben, täglich am Existenzminimum leben und nur schwer über die Runden kommen.

Doch das sind immer noch Ausnahmen. Der Großteil der in Deutschland Lebenden und du vermutlich auch, hast einen sozialen Status, von dem der Großteil der Menschen weltweit nur träumen kann. Und dennoch bereitet dir das Geld vielleicht große Sorgen.

Auch hier gilt: Ein bewussterer Umgang damit kann so vieles erleichtern. Oft haben wir unsere Lebensweise so verinnerlicht, dass uns gar nicht auffällt, dass es ja auch einfacher und sparsamer geht.

  • Es gibt Alternativen zu Markenprodukten, die mitunter genauso lecker schmecken
  • Es gibt Handyverträge, die vielleicht günstiger sind, als der bestehende Vertrag.
  • Eine kleinere Wohnung tut es vielleicht auch?

Damit sich Zufriedenheit einstellt, die mit der aktuellen Lebenssituation nicht vorhanden ist, müssen Veränderungen stattfinden. Das gilt auch für den Konsum. Für einen wirklich bewussten Umgang mit Geld ist es daher unabdingbar, alles, was mit den Finanzen zu tun hat, konsequent durchzurechnen. Zu wissen, wieviel du dir leisten kannst, ohne dir Probleme aufzuhalsen, ist existenziell! Das gilt von der kleinsten Anschaffung bis hinauf zum Kredit, wenn etwa einmal ein Auto oder eine eigene Wohnung angeschafft werden soll.

Selbst für Letzteres finden sich die passenden Tools und Hilfsmittel im Netz, mit denen diese Rechnungen leichter fallen, als sie auf den ersten Blick scheinen. Hast du einmal analysiert für was du wieviel ausgibst, kannst du in Zukunft bewusster Entscheidungen fällen und auf manches, was vielleicht nicht sein muss, auch bewusst verzichten.

Frau die ihr Essen genießt.

© Pablo Merchán Montes via Unsplash

Selbst bei alltäglichen Dingen wie dem Kauf von Lebensmitteln gibt es besondere Herausforderungen. Einer der Zukunftstrends bei unserer Ernährung lautet: Individuelle Nahrung wird zum Instrument auf der Suche nach dem eigenen Selbst. Also zum Hilfsmittel zur Selbstverwirklichung. Das ist schon heute vielen Menschen bewusst.

Fitnessgurus und die Werbung halten einem vor Augen, dass Selbstoptimierung sexy ist und dass jeder es schaffen kann. Das kann motivieren, es kann aber auch eine Drucksituation schaffen, die wieder zur Resignation und Abwehrhaltung führt. Ganz nach dem Motto: Ich esse, was ich will und darf aussehen, wie ich mich wohlfühle.

Das ist einerseits natürlich richtig, andererseits sollte die Entscheidung, was man seinem Körper zuführt, immer ganz bewusst und nicht manipuliert getroffen werden. Wer in sich hineinfühlt und bewusst entscheidet, was, wann und wieviel er zu sich nehmen möchte, um sich wohlzufühlen, kann in kurzer Zeit Herr über die Belastung werden, die gesellschaftliche Erwartungen schaffen können. Und mit gesundem Gefühl von Körper und Geist lebt sich der Alltag unbeschwerter.

© Azat Satlykov via Unsplash

Echte Freundschaften pflegen

Du hast über dreihundert Freunde auf Facebook? Du hast dich gestern mit über zwanzig verschiedenen Menschen auf Whats App oder Instagram ausgetauscht? Vielleicht, weil dir das irgendwie das Gefühl gibt, gut vernetzt zu sein und viele Menschen zu kennen?

Lass dich von diesen oberflächlichen und kurzzeitigen Gefühlen nicht verleiten. Viele Beziehungen, die eigentlich keine richtigen sind, können durchaus stark belastend wirken. Ständig muss hier noch kommentiert, da noch geliked oder jener noch angeschrieben werden. Das nimmt nicht nur viel Zeit weg, es kostet dich auch Kraft und Nerven.

Du solltest dir stattdessen bewusstwerden, welche Kontakte dir wirklich wichtig sind, auf welche Freunde du auch im Ernstfall setzen kannst und wann es dir richtig gut geht, wenn du mit jemandem kommuniziert hast. Pflege diese „echten“ Freundschaften mit mehr Sorgfalt und specke ab, was die anderen vermeintlich „sozialen“ Kontakte angeht. Du wirst merken, wie sich die Aufgabenlast, die du täglich empfindest, lichtet.

Frau die auf einem Festival tanzt.

© David Calderón via Unsplash

Bewusst Leben heißt eben auch: Bewusst Erleben

Ein bewusstes Leben macht den Alltag leichter. Entweder durch Dinge, die sich im Bewusstsein endlich klären und die dann verändert und angepasst werden oder einfach durch die Wahrnehmung der alltäglichen Dinge in einem anderen Licht. Bewusstes Leben heißt also auch: Bewusstes Erleben.

Dass du im Alltag häufig nicht bewusst erlebst, sondern einfach erträgst oder über dich ergehen lässt, merkst du, wenn du an den Weg zu Uni oder Arbeit denkst. Die meisten Menschen denken, egal ob sie im Bus sitzen oder mit dem Auto ins Büro oder zur Uni fahren, nicht über diese Fahrt nach, betrachten nicht ihre Umgebung, achten auf die Gerüche oder das Verhalten der anderen.

Stattdessen sind die Gedanken ganz woanders. Bei der nächsten Aufgabe etwa, die ansteht. Oder bei einem Problem auf der Arbeit. Wenn du bewusster leben möchtest, muss du dich im bewusster erleben üben. Auch bei ganz alltäglichen Dingen. Beim Zähneputzen einmal nur auf das Zähneputzen konzentrieren. Plötzlich geht es viel schneller und du spürst, dass die Zähne viel sauberer sind. Und schmeckst auf einmal wieder, wie die Zahnpasta eigentlich schmeckt und merkst, dass du vielleicht viel zu viel davon benutzt.

Du wirst nicht von heute auf morgen alles bewusster erleben. Dieses bewusste Erleben, was oft auch Achtsamkeit genannt wird, braucht Übung. Doch sobald der gedankliche Schritt getan ist, dich auf die Dinge, die du im Moment tust, zu konzentrieren, stellt sich nach und nach eine Veränderung ein.

Nicht nur wirst du dir deiner Sinne und ihrer Fähigkeiten wieder deutlicher bewusst, du bekommst auch mehr mit, was nicht nur in dir drin, sondern um dich herum passiert. Das erweitert den Horizont. Und nicht zuletzt kannst du besser loslassen und nur den Augenblick spüren, auskosten und in vollem Bewusstsein nutzen, um den Alltag nicht nur zu erleichtern, sondern vielleicht sogar in Einklang mit ihm zu kommen und zur Harmonie zu finden.