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Leben nach dem Tod: Gibt es das Jenseits?

Wohin geht die Seele, wenn der Körper stirbt?

 

Gibt es das Leben nach dem Tod?
Gibt es das Leben nach dem Tod?
© Jonatan Becerra via Unsplash

Eine Frage, die die Menschheit wahrscheinlich schon so lange beschäftigt, wie es sie gibt: Gibt es ein leben nach dem Tod? Typisch menschlich könnte man sagen. Alles, was unbekannt ist, will erklärt werden, sollte nach Möglichkeit ein Ergebnis hervorbringen, dass uns mit Hoffnung auf das Ungewisse nach dem Erlöschen unseres Lebens blicken lässt. Zu dem Leben nach dem Tod gibt es viele Theorien und nicht nur Philosophen, Gläubige und Spirituelle nähren sich diesem Thema, sondern auch die Wissenschaft.

Das Leben nach dem Tod aus religiöser Sicht

Wenn wir als Kinder das erste Mal mit dem Thema Tod und Sterben in Kontakt kommen, beruhigen uns unsere Eltern oft schnell: ‚Wenn du stirbst, kommst du in den Himmel zum lieben Gott‘. In anderen Kulturen würde dieses Gespräch vermutlich etwas anders aussehen: ‚Wenn du stirbst, reinkarnierst du und wandelst als andere Person oder als anderes Geschöpf auf dieser Erde.‘ Das Leben nach dem Tod hat viele Gesichter rund um die Welt. Während die einen hoffen, in den Körper einer Kuh zu schlüpfen, erhoffen sich andere ein Paradies mit 72 Jungfrauen.

Sind Nahtoderfahrungen keine Hirnprodukte?

Doch die Hoffnung, dass das Ungewisse uns nicht schadet, sondern etwas Positives mit sich bringt, ist nicht der einzige Grund, warum das Leben nach dem Tod in den Religionen verankert ist. Auch der moralische Aspekt darf nicht vernachlässigt sein. Denn das (schöne) Leben nach dem Tod wird nur denen versprochen, die ein frommes Leben, ohne Sünde geführt haben.

Einen Beweis, dass es das Leben nach dem Tod wirklich gibt, können die Religionen jedoch nicht liefern. Auch die stark voneinander abweichenden Theorien der verschiedenen Religionen, wie das Leben nach dem Tod aussieht, deuten darauf hin, dass es einige Unklarheiten zu diesem Thema gibt.

Nahtoderfahrungen: Hinweis auf ein Leben nach dem Tod?

Nahtoderfahrungen (NTE) werden üblicherweise als anomale Bewusstseinszustände beschrieben, die Menschen ihrer Aussage nach bei einem lebensbedrohlichen Ereignis erlebt haben. Typisch für solche Situationen ist etwa ein kurzer Kreislaufstillstand. Nach Rettungsmaßnahmen wie einer Operation oder Erste-Hilfe-Maßnahmen berichten Unfall- oder Gewaltopfer immer wieder von Nahtoderfahrungen, bevor sie, ähnlich einer Wiedergeburt, wieder ins Leben zurückgetreten sind. Haben Sie in diesen Momenten das Leben nach dem Tod kennengelernt?

Elemente von Nahtoderfahrungen kennen wir aus Erzählungen der Betroffenen oder schlicht aus Spielfilmen und der Belletristik. Zu ihnen gehören unter anderem Erscheinungen des Himmels oder der Hölle, Lichterscheinungen sowie das Empfinden einen Tunnel oder Gang entlang zu gehen oder fliegen. Auch der Blick auf den eigenen Körper, die sogenannte Autoskopie, oder das Aufeinandertreffen mit bereits verstorbenen Personen gehören zu den häufig berichteten Elementen der Nahtoderfahrung.

Die Beschreibungen des Jenseits sind meist stark von der kulturellen Zugehörigkeit und der Religion der Personen beeinflusst und unterscheiden sich daher auch regional deutlich voneinander.

Das Leben nach dem Tod aus wissenschaftlicher Sicht

Neurowissenschaftler erklären die Wahrnehmungen, die bei Nahtoderfahrungen auftreten durch vorübergehende Beeinträchtigungen im Gehirn der betroffenen. Generell steht die Wissenschaft dem Thema ‚Leben nach dem Tod‘ kritisch gegenüber, was jedoch nicht bedeutet, dass es dazu keine ernstzunehmenden Forschungsansätze gibt.

Längst erforschen Naturwissenschaftler den Prozess des Sterbens und des klinischen Todes. Sie widmen sich auch in Themenbereichen wie der Reanimationsmedizin der Frage, was mit dem Geist eines Menschen während des Sterbens geschieht und ob es ein Leben nach dem Tod gibt.

Einige Mediziner sind der Ansicht, dass die Seele eine eigenständige Einheit außerhalb des menschlichen Körpers sei, die nach dem klinischen Tod weiter existiere. Doch hier sind die Meinungen der Wissenschaftler sehr unterschiedlich.

Während Sean Carroll, Professor am California Institute of Technology, fest davon überzeugt davon ist, bewiesen zu haben, dass es kein Leben nach dem Tod gibt, ist Neurochirurg Dr. med. Eben Alexander aus den USA der Meinung, dass es ein Bewusstsein geben muss, das auch ohne Körper existieren kann. Er selber war in einem sechstägigen Koma und berichtet von Bewusstseinserfahrungen, die seine wissenschaftlichen Kenntnisse aus der Neurologie nach, gar nicht hätten stattfinden können. Seine Theorie ist jedoch stark umstritten und nicht wissenschaftlich belegt.

Die Sterbe- und Nahtodforschung ist noch in den Kinderschuhen und es wird noch viele Studien und Erkenntnisse benötigen, um endlich herauszufinden, ob es ein Leben nach dem Tod wirklich gibt.