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Musik tut der Seele gut: So kannst du ihre Macht nutzen

Klänge, die dich beflügeln

Musik tut unserem Körper und unserer Seele gut
Musik tut unserem Körper und unserer Seele gut
© fotolia.com – merla

Kannst du dir eine Welt ohne Musik vorstellen? Vermutlich nicht, denn sie ist beinahe so alt wie die Menschheit selbst. Das Singen, Tanzen oder einfach nur Hören von Musik gehört für uns heutzutage zum ganz normalen Alltag. Im Auto drehst du das Radio laut auf, wenn dein Lieblingssong ertönt und gewisse Lieder rufen in dir Erinnerungen an die Vergangenheit wach – eine Reise vielleicht oder deinen ersten Kuss.

Musik ist daher so viel mehr als nur das Aneinanderreihen von Tönen. Sie bewirkt etwas im menschlichen Körper, und zwar viel Positives. Richtig eingesetzt, kann sie eine unglaubliche Macht entfalten und dein Leben auf vielen Ebenen verbessern. Aber wie?

Musik macht nicht intelligenter…

Es gibt Menschen, die schwören darauf, ihre Babys bereits im Mutterleib mit Mozart zu beschallen, denn das soll sie diese angeblich intelligenter machen. Die Wissenschaftler zeigen sich diesbezüglich jedoch skeptisch: Dass das Hören von Mozart die Intelligenz fördert, ist empirisch nicht belegt und eine Harvard-Studie konnte keinen solchen Effekt feststellen.

Musik macht also nicht grundsätzlich intelligenter, dennoch kann sie Menschen in jedem Alter einen temporären Intelligenzschub verleihen. Wie? Einige Stücke wie beispielsweise Mozart sorgen für eine Anregung der rechten Gehirnhälfte, was wiederum das Konzentrationsvermögen und das Lösen von schwierigen Aufgaben fördert. Fakt ist also, dass die Musik etwas mit deinem Gehirn macht.

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…aber glücklicher und gesünder!

Entspannen und der Musik lauschen

© fotolia.com – gstockstudio

Genau genommen senkt die Musik den Cortisolspiegel im Blut – das Stresshormon. Sie hilft dir also beim Entspannen und kann stressbedingte psychische sowie physische Erkrankungen präventiv verhindern oder sogar lindern. So kamen verschiedene Studien zu den Ergebnissen, dass das Hören von Musik

  • bei Schlafstörungen helfen,
  • beim Joggen die Leistung erhöhen,
  • die Stimmung erhellen und
  • schöne Erinnerungen wachrufen kann.

Wer also traurig oder deprimiert ist, findet in der Musik häufig Trost. Sogar traurige Melodien verbessern somit die positive Emotionalität. Sie sind Balsam für die Seele. Und da sich die Psyche bekanntlich unmittelbar auf die Gesundheit auswirkt, sind auch auf dieser Ebene zahlreiche Verbesserungen zu beobachten.

So kann Musik Schmerzen lindern, beispielsweise nach einer Operation – ebenso wie Ängste und Stress. Immer mehr Ärzte setzen Musik deshalb gezielt vor, während und nach der Vollnarkose ein, um die Patienten zu beruhigen. Die überraschende Erkenntnis: Sie brauchen dann häufig auch bis zu zwei Drittel weniger Betäubungsmittel. Sei es also nach einer Operation oder in Form von chronischen beziehungsweise akuten Schmerzen: Musik kann deine Schmerztoleranz um bis zu 25 Prozent erhöhen.

Musik als Medizin?

Auch beim Sport kann Musik motivieren

© fotolia.com – milanmarkovic78

Weitere positive Auswirkungen von Musik konnten auf Demenzkranke festgestellt werden. Nach dem Hören ausgewählter Musikstücke verzeichneten diese weniger Stürze und ein verbessertes Allgemeinbefinden. Kein Wunder also, dass Musik zunehmend gezielt in der Medizin eingesetzt wird. Nach einem Schlaganfall kann sie den Patienten dabei helfen, ihre Bewegungen wieder besser zu koordinieren oder das Sprechen zu lernen. Gegen Tinnitus können die Töne helfen, um das Klingeln sowie Pfeifen in den Ohren zu lindern. Und in der Therapie wird Musik verwendet, um gezielt Erinnerungen zurückzuholen oder emotionalen Halt zu geben.

Dass die Macht der Melodien und Rhythmen so groß ist, liegt an ihrer allumfassenden Wirkung auf das Gehirn. Angeblich kann Musik sogar die Hirnstrukturen neu beziehungsweise umformen. Bei Musikern ist häufig der Balken zwischen den beiden Hirnhälften dicker, sprich sie sind besser vernetzt. Besonders ausgeprägt sind diese Veränderungen, wenn der Musikunterricht an einem Instrument vor dem siebten Lebensjahr begonnen hat. In vielen Fällen ist zudem eine Zunahme der grauen Substanz in der Großhirnrinde nachzuweisen, sprich die Musiker haben mehr und besser vernetzte Nervenzellen.

Kinder profitieren besonders stark

Baby und Schallplatte

© fotolia.com – Alexander

Du siehst: Die Musik hat eine unglaubliche Macht und auch, wenn dein Baby durch Mozart im Mutterleib vielleicht nicht intelligenter wird, kannst du es dadurch trotzdem auf mehreren Ebenen fördern. Sie sollte deine Kinder daher von Beginn an durch das Leben begleiten und eine musikalische Früherziehung fördert deren Kreativität, Konzentrationsvermögen und Disziplin.

Weiterhin schöpfen Kinder Selbstbewusstsein aus dem Erlernen eines neuen Instrumentes, dem Singen und Tanzen. Weitere Studien deuten darauf hin, dass durch die Musik das Gehirn auf vielfältige Weise stimuliert wird. Dadurch können die Kinder später ihre Aufmerksamkeit besser steuern, sie haben ein verbessertes Gedächtnis, mehr geistige Beweglichkeit, positive Auswirkungen auf das Sprachvermögen und können die Wahrnehmung von Sinnesreizen gezielter steuern.

Aber die Wirkung geht noch tiefer: Musik erhöht sogar die Aktivität von Genen. Dadurch fördert sie beispielsweise die Ausschüttung des Glückshormons Dopamin. Gleichzeitig sinkt die Expression von Genen, welche in Verbindung mit neurodegenerativen Krankheiten stehen. Das gilt vor allem beim Hören von klassischer Musik. Wer also von Kindesbeinen an musikalisch geschult wird, hat später ein geringeres Risiko einer solchen Erkrankung. Die Macht der Musik wirkt sich somit bis auf die molekular-genetische Ebene aus. Wenn du deinen Kindern also etwas Gutes tun möchtest, sind die musikalische Früherziehung sowie das Erlernen eines Instrumentes in möglichst jungem Alter definitiv gute Ideen!

Musik wirkt Depressionen entgegen

tanzende Menschen

© fotolia.com – alphaspirit

Diese Ausschüttung von Dopamin, dem Glückshormon, ist der Hauptgrund, weshalb Musik der Seele so guttut. Auf diesem Weg wirkt sie stimmungsaufhellend und kann sogar gezielt zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden. Nicht nur bei deinen Kindern, sondern auch bei dir selbst, kannst du Musik also förderlich einsetzen. Denn auch als Erwachsene*r profitierst du noch davon, ein neues Instrument zu lernen, zu singen oder zu tanzen. So können sich neue Synapsen im Gehirn bilden, du trainierst dein geistiges Leistungsvermögen wie deine Konzentrationsfähigkeit und fühlst dich schlichtweg psychisch sowie physisch besser.

Viele Menschen schrecken jedoch davor zurück, sich im Erwachsenenalter noch einmal intensiv der Musik zu widmen, wenn sie in der Kindheit nicht entsprechend gefördert wurden. Sie seien unmusikalisch, lautet dann oftmals die Ausrede. Das ist laut Musikpsychologen jedoch falsch, denn die Musikalität eines Menschen ist fest im Gehirn verankert und hängt eng mit dem Sprachvermögen zusammen. Wer also darin keine Einschränkungen hat, ist auch nicht unmusikalisch!

Was du stattdessen für den Erfolg brauchst, sind Fleiß und die Überzeugung, dich durch Übung verbessern zu können. Das sind zwei wichtige Lektionen, welche du auch in anderen Bereichen deines Lebens wie dem Job anwenden kannst. Was du daraus schöpfst, ist neben Glücksgefühlen und einer verbesserten Gesundheit daher auch ein größeres Selbstbewusstsein. Egal, ob du also unter Depressionen leidest oder nicht, kann die Musik dein Leben verbessern.

Die Macht der Musik für dich nutzen

Du musst jedoch nicht selbst musizieren, sondern kannst die Macht der Musik auch passiv für dich nutzen. Gerade in Zeiten, in welchen du dich müde, erschöpft, niedergeschlagen oder wenig leistungsfähig fühlst, ist Musik eine echte Wohltat für die Seele. Sie hilft dir beim Abschalten und Entspannen.

Am Abend solltest du beispielsweise harmonische und ruhige Musik hören, wenn du unter Einschlafproblemen leidest. Diese wirkt beruhigend auf Körper und Geist, sodass du schneller sowie besser schlafen kannst. Bist du hingegen auf dem Weg zur Arbeit aufgeregt, weil eine wichtige Präsentation ansteht, kannst du mit deiner Lieblingsmusik die Nerven beruhigen.  Und wenn du auf dem Weg zu einer feierwütigen Nacht bist, bringst du dich mit den aktuellen Partyhits schon einmal in die richtige Stimmung.

Schlussendlich musst du also selbst herausfinden, wie du die Musik am besten für dich einsetzt. Hauptsache, du setzt sie überhaupt bewusst ein, sodass sie deiner Seele guttut, denn dann ist sie eines der mächtigsten Mittel – mächtiger als so manche Medizin oder Beruhigungsmittel. Empfohlen werden dafür vor allem klassische Musikstücke ohne Gesang mit langsamem Rhythmus, beruhigender Wirkung und einem Beat von rund 60 bis 80 Schlägen pro Minute. Aber keine Sorge: Die Wissenschaft konnte ebenfalls herausfinden, dass es einen noch viel wichtigeren Faktor gibt. Und zwar muss dir die Musik einfach gefallen, dann ruft sie positive Assoziationen sowie Emotionen hervor und wirkt!