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Matcha Pulver: Wirklich gesund oder Marketinggag?

Was das grüne Pulver wirklich kann

© Rawpixel.com via Unsplash

Was in Japan schon lange zum guten Ton einer jeden Teezeremonie gehört, findet nun auch in vielen deutschen Wohnzimmer Anklang: Das Matcha-Pulver. Mit heißem Wasser oder Milch angerührt, soll das Pulver fast schon ein Allheilmittel sein. Doch was ist wirklich dran? Hält das grüne Superpulver wirklich was es verspricht?

 

Die Herkunft von Matcha

Das japanische Wort „Matcha“ bedeutet so viel wie „gemahlener Tee“. Ursprünglich wurde er von buddhistischen Mönchen als Meditationsgetränk genutzt und auch heute noch trinken die Asiaten den Tee während ihrer Teezeremonien. Die grüne Farbe erhält er durch die besondere Herstellung: Die Teebauern decken die Blätter etwa einen Monat vor der Ernte mit Netzen ab, die nur 90 Prozent des Lichts durchlassen, was die Chlorophyll-Produktion anregt. Dieses ist für die grüne Farbe in den Blättern verantwortlich.

Traditionell wird das Teepulver mit einem Schluck Wasser glattgerührt, mit heißem Wasser aufgegossen, mit dem Chasen, einem Bambusbesen, schaumig geschlagen und genossen.

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Was den Tee so besonders macht

Egal, ob mit Wasser, Kuhmilch oder Reismilch angerührt, ob als Heißgetränk, Smoothie oder in Form von Eis. Matcha werden einige positive Eigenschaften nachgesagt.

  • Er enthält mehr Inhaltsstoffe als herkömmliche Tees.
    Laut Zentrum-der-Gesundheit.de enthält Matcha rund zehnmal mehr Inhaltsstoffe als andere Tees. Er ist besonders reich an Carotin, Vitamin A, B, C und E.
  • Matcha hat eine ähnliche Wirkung wie Kaffee.
    Der Vorteil von Matcha ist jedoch: Er macht dich nicht unruhig. Denn Matcha besitzt nur halb so viel Koffein wie Kaffee, die belebende Wirkung ist jedoch genauso stark.
  • Schnelle Hilfe gegen Muskelkater.
    Auch unter Sportlern ist das Trendgetränk heiß begehrt. Der Inhaltsstoff EGCG-Katechin schützt laut der Apotheken-Umschau beim Training die Muskelfasern und hilft beim Muskelaufbau.
  • Es beugt Krankheiten vor.
    Eine japanische Langzeitstudie bewies: Matcha-Tee-Trinker lebten länger und starben seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zudem soll Matcha angeblich Alzheimer vorbeugen.
  • Matcha als Abnehmhilfe.
    Den Wirkstoffen im Pulver wird nachgesagt, unsern Stoffwechsel anzuregen und damit die Fettverbrennung zu fördern. Die Bitterstoffe hemmen – ähnlich, wie zum Beispiel Grapefruit – zudem den Heißhunger auf Süßes.

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Ist Matcha also das Wundermittel für alles?

Wie bei den meisten angeblichen Allheilmitteln gilt auch bei Matcha: Auf die Qualität kommt es an. Und da kann es schnell richtig teuer werden. Qualitativ hochwertiger Tee kann bei 30 Gramm schonmal 50 Euro kosten.

Wird Matcha in zu großen Mengen eingenommen, kann das Teepulver auch schädlich sein. Denn Matcha enthält Oxalsäure, ein Stoff der die Aufnahme von Mineralstoffen wie Magnesium, Eisen und Kalzium hemmen kann. Besonders Menschen mit Eisenmangel, sollten daher vorsichtig sein. Ernährungsexperten betonen, dass es nur minimale Unterschiede bei der Wirksamkeit von Matcha Tee und grünem Tee gibt. Der Vorteil bei Matcha Tee sei lediglich, dass das ganze Blatt verarbeitet werde. Ob und wie Matcha allerdings wirklich Krankheiten vorbeugen kann, ist bis heute noch nicht ausreichend wissenschaftlich bewiesen.

Fest steht aber, dass Matcha in den üblichen Mengen deinem Körper nicht schadet und in mancher Hinsicht einen gewissen Kick bringen kann. Also keine Angst, du kannst ruhigen Gewissens zum knallgrünen Heißgetränk greifen.