Bookmark

Dein Lächeln verändert die Welt: Warum Lächeln das Leben einfacher macht

Knips’ es an – und schon wird es hell um dich …

Ein Lächeln kann Welten bewegen, warum also damit geizen?
Ein Lächeln kann Welten bewegen, warum also damit geizen?
© AllefvVinicius via Unsplash

Einfach mal jedem ein Lächeln schenken – ganz gleich, wem und in welcher Situation. Wie fühlt sich diese Idee für dich an? Ein bisschen komisch, vermutlich. Vielleicht weltfremd. Aber ist das ein Grund, es nicht einfach mal auszuprobieren?

Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu andrer Glück; denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigne Herz zurück! Diesen Vers haben wir unseren Freundinnen früher gut gelaunt ins Poesiealbum geschrieben. Heute lesen wir ihn wahrscheinlich mit einer Portion Skepsis. Und denken: Wenn es doch so einfach wäre! Denn mit der Freundlichkeit ist das so eine Sache.

Der Ton, in dem wir heute miteinander kommunizieren, scheint immer rauer zu werden. Rüpeln, motzen, sich beschweren, das scheint für einige unserer Zeitgenossen eher das normale Verhalten zu sein als die Ausnahme. Ob im echten Leben oder im Internet, privat oder beruflich: Einer motzt, der andere hält dagegen, und schon steckt man mitten drin in der Schlechte-Laune-Spirale.

Lächeln als spirituelle Methode

Wer da freundlich und nett durchs Leben geht, hat schnell sein Image als Weichei oder Gutmensch weg. Freundlich-Sein steht für Naivität und Schwäche. Wer erstmal drüber reden will, hat schon verloren. Wer lächelt, wird nicht ernst genommen. Der Begriff Nettigkeit hat einen negativen Beigeschmack. Andererseits hat es sich doch eigentlich längst herumgesprochen: Lächeln tut gut! Freundlichkeit gilt inzwischen in vielen Bereichen sogar als Weg zu mehr Erfolg und Zufriedenheit.

Im Yoga wird das Lächeln als „einfache und zutiefst transformierende spirituelle Methode“ beschrieben. Untersuchungen zeigen, dass, wer freundlich ist, selbst freundlich behandelt wird, mehr Geld verdient, seltener vor Gericht steht und stabilere Beziehungen hat.

„Die Macht des Netten wird Ihnen helfen, Türen zu öffnen, Ihre Beziehungen am Arbeitsplatz und zu Hause zu verbessern und nachts viel besser zu schlafen. Die Netten kommen nicht nur zuerst ans Ziel, sie sind dabei auch die glücklicheren Menschen!“, schreiben Linda Kaplan Thaler und Robin Koval in ihrem Buch „The Power of Nice. Wie Sie die Welt mit Freundlichkeit erobern können“ (dtv Verlag).

Die beiden Werberinnen aus den USA haben sechs Prinzipien entwickelt, die auf den Punkt bringen, dass und warum das Nett-Sein uns und anderen guttut:

Die 6 Prinzipien „Power of Nice“
  • Positive Eindrücke pflanzen sich fort.
  • Man kann nie wissen (wann man wem wieder begegnet).
  • Menschen verändern sich (bzw. ihre Position).
  • Das Nett-Sein geht in Fleisch und Blut über.
  • Auch negative Eindrücke pflanzen sich fort.
  • Sie wissen es (wie Sie einen anderen behandelt haben).

Kleine Serotonin-Dusche, selbstgemacht

Wer’s mal probiert, stellt fest: Es lohnt sich! Wenn wir mit einem ehrlich empfundenen Lächeln im Gesicht aus dem Haus gehen, fühlen wir uns wohl und entspannt. Wir lassen uns nicht so leicht anstecken von mieser Stimmung, haben unsere Laune selbst in der Hand. Und können mit unserer Freundlichkeit auch andere zum Lächeln bringen. Wissenschaftler sprechen vom „Chamäleon-Effekt“, wenn Menschen die Signale ihres Gegenübers unbewusst wiederholen. Beim Lächeln funktioniert das wunderbar: Wir lächeln, der andere lächelt zurück. Der Körper schüttet das Zufriedenheitshormon Serotonin aus – und wir fühlen uns gut!

Sogar und gerade dann, wenn’s schwierig wird, kann Freundlichkeit helfen. Wenn der Kollege mal wieder sein schmutziges Geschirr auf statt in die Spülmaschine stellt. Wenn der Busfahrer uns völlig grundlos anschnauzt. Wenn der wütende Kunde uns am Telefon eine Beschwerde um die Ohren haut.

Schlechte Laune? Abstand nehmen!

„Es kommt sehr darauf an, diese Dinge nicht persönlich zu nehmen und auf sich zu beziehen“, rät die Kommunikationstrainerin Vera Radnitz. „Wenn ich es schaffe, statt in Kampfstellung zu gehen, bewusst zu reflektieren, dann gelingt es mir meistens, von der Situation Abstand zu nehmen, und ich fühle mich nicht mehr so getroffen.“

Alles eine Frage der Dosierung …

Doch klar: Auch Freundlichkeit hat ihre Grenzen. „Wenn es unter die Gürtellinie geht, wenn es beleidigend oder unverschämt wird, dann kann ich klar sagen, ich möchte das so nicht. Entweder wir verändern etwas, oder wir lassen es“, erklärt Vera Radnitz. Denn Freundlichkeit bedeutet nicht, alles zu schlucken. Vielmehr bedeutet es in erster Linie auch, freundlich zu sich selbst zu sein! Dann wird Lächeln zum Glücks-Rezept. Die Dosierung bestimmen wir selbst. Die Nebenwirkungen sind rein positiv. Solange wir immer wir selbst bleiben – und einfach mit unserem Lächeln die Welt ein Stückchen heller machen – für uns und für alle.

Kleine Übung: Bitte lächeln!

„Lächeln auf Kommando – das ist doch nicht authentisch”, meinen viele. Trotzdem: Versuchen wir’s! Ob allein oder im Kontakt mit anderen. Öffnen wir unser Herz und wagen wir ein Lächeln. Ziehen wir unsere Mundwinkel nach oben. Lächeln wir so, dass sich um die Augen Lachfältchen bilden.
Albern? Egal! Denn schon bald merken wir: Selbst ein gewollt erzeugtes Lächeln lässt uns freundlicher auf die Welt blicken und bewirkt Gutes! Bei uns und bei all denen, denen wir unser Lächeln schenken!

10 Gründe, warum Lächeln so guttut!

  1.  Ein spontanes und ehrliches Lächeln kostet nichts, führt jedoch zu wohltuenden Wirkungen – sowohl im menschlichen Wesen, das es schenkt, als auch im menschlichen Wesen, das es empfängt.
  2.  Jedes Wesen, das oft lächelt, entdeckt auf diese Weise, dass das Leben ihm genau wie ein Spiegel antwortet.
  3. Ein lächelndes Gesicht ist stets der Ausdruck eines lächelnden Herzens.
  4. Man sollte nicht erst warten, bis man glücklich ist, um zu lächeln! Schenke den Menschen, die dich umgeben, einfach ein spontanes Lächeln, um sie glücklich zu machen.
  5. Ein spontanes und ehrliches Lächeln ist im Vergleich zur Elektrizität vollkommen kostenlos und schenkt dennoch ein geheimnisvolles, engelhaftes Licht
  6. Ein spontanes und ehrliches Lächeln ist eine unbeschreibliche und bezaubernde Botschaft in einer universellen Sprache, die jeder versteht.
  7. Im Fall derer, die sich lieben, bewirkt ein spontanes und ehrliches Lächeln ein angenehmes Gefühl, Verbundenheit und Freude.
  8. Ein spontanes und ehrliches Lächeln führt einen müden Menschen zu einer Oase der Ruhe.
  9. Niemand braucht ein Lächeln mehr, als derjenige, der zurzeit anderen keines schenken kann.
  10. Ein spontanes und ehrliches Lächeln, das angemessen geschenkt und empfangen wurde, erweckt blitzschnell in beiden Wesen einen geheimnisvollen Zustand des Einklangs und der Sympathie.

Aus „Das göttliche, geheimnisvolle und ungeahnte Geschenk des Lächelns” auf der Website der Deutschen Akademie für traditionelles Yoga (www.traditionelles-yoga.de)