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Kann Leitungswasser krank machen?

Wie rein ist unser Wasser aus dem Hahn?

Muss das Wasser wirklich klar sein?
Muss das Wasser wirklich klar sein?
© Luis Tosta via Unsplash

Wasser ist das Lebenselixier des Menschen. Nicht umsonst sollten wir täglich mindestens zwei Liter Wasser trinken. Aber bei der Frage, ob nun Leitungswasser oder doch lieber gekauftes Wasser aus der Flasche; vielleicht sogar Heilwasser, gesünder ist, gehen die Meinungen auseinander. Größter Streitpunkt ist die Reinheit des Wassers.

Was ist dran an dem Drama um zu viel Nitrat, Blei, Medikamentenrückständen und Kalk im Leitungswasser der deutschen Haushalte? Wir haben für euch nachgeforscht.

Leitungswasser wird streng kontrolliert

Laut Umweltbundesamt ist Leitungswasser das am strengsten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland. In der Trinkwasserverordnung ist genau geregelt, welche Qualität das Wasser haben muss, um bedenkenlos getrunken werden zu dürfen.
Das Leitungswasser in Deutschland stammt hauptsächlich aus Grundwasser, Seen, von Talsperren, aus Flüssen und Quellen und wird von Wasserwerken aufbereitet. Das Wasser wird dort von Medikamentenrückständen, Pestiziden, Bakterien und anderen Schadstoffen wie Nitrat und Partikeln befreit. Die Rückstände, die sich danach noch im Leitungswasser befinden, seien so gering konzentriert, dass sie unserer Gesundheit nicht mehr schaden könnten, so der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches.

Aber: Die Trinkwasserverordnung gilt nur bis zu unserem Hausanschluss. Danach muss der Vermieter für einwandfreie Rohrqualität sorgen.

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Verschmutztes Leitungswasser durch veraltete Rohre

Wasserrohre wurden früher aus Blei gefertigt – und das kann unserer Gesundheit tatsächlich schaden. Die Pharmazeutische Zeitung weist darauf hin, dass bereits wenig Blei giftig für unseren Körper sei, da es dem zentralen Nervensystem, den Nieren und der Leber schaden könnte und auch Gicht, Darmkoliken und eine Anämie zu den Symptomen einer Bleivergiftung gehörten. Laut Stiftung Warentest, bestehe eine Gefahr daher vor allem bei unsanierten Altbauten, die vor 1973 erbaut wurden.

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So findest du heraus, ob deine Rohre unbedenklich sind

  • Frage bei deinem Hauseigentümer oder Vermieter nach Beschaffenheit und Zustand der Rohre. Sie müssen wissen, aus welchem Material die Rohre sind und sind verpflichtet, Bleileitungen austauschen zu lassen.
  • Leitungen befinden sich meist im Keller oder hinter dem Wasserzähler. Bleileitungen sind weicher als Stahl- oder Kupferleitungen und die Beschichtung kann daher mit einem Messer leicht eingeritzt werden. Außerdem sehen sie silbergrau aus.
  • Wenn du ganz sicher sein möchtest, lass eine Wasserprobe entnehmen und im Labor nachmessen. Das Wasser solltest du davor mindestens vier Stunden in der Leitung stehen lassen.

Kalk im Trinkwasser

Kalk im Wasser sieht nicht unbedingt appetitlich aus, stellt für unsere Gesundheit aber keine Gefahr da. Dr. Alexander Ghanem, leitender Oberarzt der Kardiologie an der Asklepiosos-Klinik in Hamburg, gibt Entwarnung, denn unseren Arterien drohe keine Verkalkung, da unser Körper überschüssiges Kalzium ausscheide.

Bakterien und Keime im Leitungswasser

Wenn Leitungen oft oder über mehrere Stunden nicht benutzt werden, stagniert das Wasser in den Leitungen. Das Umweltbundesamt rät davon ab, dieses Wasser zu trinken oder für die Zubereitung von Essen zu verwenden, da es sich erwärme und sich Bakterien wie Legionellen dort ansammeln könnten. Den Wasserhahn einfach eine Weile laufen lassen, bis das Wasser wieder sauber sei. „Frisches Wasser ist merklich kühler als Stagnationswasser“, so der Tipp des Umweltbundesamtes. Außerdem seien die Vermieter dazu verpflichtet, das Wasser alle drei Jahre auf Legionellen untersuchen zu lassen, so das Bundesbaublatt.