Bookmark

Jin Shin Jyutsu – Liebevolle Selbstheilung

Selbstheilung durch Handauflegen

Gesund und glücklich durch Handauflegen - Jin Shin Jyutsu macht's möglich.
Gesund und glücklich durch Handauflegen - Jin Shin Jyutsu macht's möglich.
© Alexa Mazzarello via Unsplash

Intuitiv nutzen wir im Alltag die Heilkraft unserer Hände: Wenn wir einem Menschen stärkend eine Hand auf den Rücken legen. Oder sanft unsere eigenen Wangen berühren. Die alte japanische Heilkunst Jin Shin Jyutsu zeigt uns einen Weg, um gezielt körperliche Beschwerden zu lindern, alte Denkmuster zu lösen und blockierte Lebensenergie wieder zum Fließen zu bringen. Es ist ein Weg zu mehr Gesundheit, Wohlbefinden – und Selbstliebe. Der Schlüssel dazu liegt in unseren Händen.

Wir haben es selbst in der Hand. Wir selbst besitzen die Kraft, neue Harmonie in unser Leben zu bringen. Blockaden zu lösen, Wege zu öffnen und so dafür zu sorgen, dass unsere Lebensenergie wieder frei strömen kann. Indem wir uns selbst kennenlernen und uns selbst helfen lernen, heilen wir unseren Körper, unseren Geist und unsere Seele. Der Schlüssel liegt in unseren Händen. Die Kunst der Selbstheilung durch das Auflegen der Hände heißt Jin Shin Jyutsu.

Anger-Management: 7 Tipps gegen Wut

Video-Empfehlung

„Kunst des Glücklichseins”

Jin (wissender, mitfühlender Mensch) Shin (Schöpfer) Jyutsu (Kunst) ist eine mehrere tausend Jahre alte japanische Heiltradition. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Lehre von dem Japaner Jiro Murai wiederentdeckt und gelangte etwa fünf Jahrzehnte später durch die US-Amerikanerin Mary Burmeister (1918 – 2008), Tochter japanischer Eltern, in den westlichen Kulturkreis. „Kunst des Glücklichseins“ nannte Jiro Murai diese Lehre zunächst, später auch „Kunst der Güte“, bevor er ihr den heute gebräuchlichen Namen gab. Wie sie wirkt, beschreibt Mary Burmeister: „Jin Shin Jyutsu erweckt unser Bewusstsein für die einfache Tatsache, dass alles, was wir für Harmonie und Gleichgewicht mit dem Universum benötigen – sei es geistig, seelisch oder körperlich –, in mir selbst liegt. Durch dieses Bewusstsein wird ein Gefühl des vollständigen Friedens, der Gelassenheit, der Sicherheit und der inneren Einheit erweckt.“

Das Faszinierende an dieser alten Heilkunst ist: Wir brauchen kein großes Wissen und keine Erfahrung, um sie anzuwenden. Jeder Mensch kann Jin Shin Jyutsu für sich nutzen. Jeder, der sich einlässt auf die Reise zu sich selbst, auf das Wunder der heilenden Liebe. Nur einige Grundlagen wollen wir hier kurz beschreiben, weil sie helfen zu verstehen, was bei der Behandlung in unserem Körper passiert, wozu wir dank dieses großen Geschenks in der Lage sind.

Blockaden einfach lösen mit Jin Shin Jyutsu

Jin Shin Jyutsu geht davon aus, dass alles Lebendige und alle Materie aus einer universellen Energie geformt und von ihr durchdrungen wird. Alles, was wir sind und fühlen, ist Ausdrucksform dieser Lebensenergie. Auf bestimmten Bahnen fließt sie durch den Körper und versorgt alle Organe und Zellen mit ihrer Kraft. Doch häufig blockieren unser Lebensstil oder in uns verankerte Denkmuster wie Angst, Sorge oder Trauer unsere Energie. Die Folge: Wir fühlen uns emotional unausgeglichen, körperliche Beschwerden treten auf. Jin Shin Jyutsu löst diese Blockaden durch das Auflegen der Hände auf die sogenannten „Sicherheits“-Energieschlösser oder auch allein durch das Halten der Finger.

Das Halten der Finger ist die einfachste Möglichkeit der Selbstheilung mit Jin Shin Jyutsu, sozusagen der Generalschlüssel zu unserer Selbstliebe und Lebensenergie. Denn in den Fingern beginnen und enden viele Energiebahnen, die mit dem gesamten Körper, seinen Gewebeschichten und den Organen verbunden sind. Indem wir einzelne Finger halten, bringen wir die Lebensenergie wieder in Fluss, lösen alte Denkmuster und Einstellungen und unterstützen unsere Organe. Dabei sind jedem Finger bestimmte Einstellungen, Organe und Farben zugeordnet.

Mary Burmeister sagt: „Der beste Platz, eine helfende Hand zu finden, ist am Ende des eigenen Arms.“ Hast du Lust, es einfach einmal auszuprobieren? Es spielt dabei keine Rolle, ob du mit der rechten Hand die Finger der linken hältst oder umgekehrt. Genauso kannst du dir je nach Situation und Laune aussuchen, ob du es im Liegen, Sitzen oder Stehen, in der U-Bahn, im Wartezimmer, in einem Seminar oder zu Hause auf der Couch tust. Du musst dich noch nicht einmal auf das Halten konzentrieren.

  1. Sorge

    Wer sich viel sorgt und grübelt, wird spüren, wie gut es tut, den Daumen zu halten. Es hilft, wieder in seiner Mitte zu ruhen.

  2. Angst

    Den Zeigefinger zu halten, beruhigt uns, wenn uns etwas ängstigt. Es stärkt das Selbstvertrauen und schenkt uns Mut.

  3. Wut

    Halte den Mittelfinger und spüre, wie du langsam wieder Herrin über deine Gefühle wirst. Jetzt kannst du die Kraft der Wut nutzen, für Kreativität zum Beispiel.

  4. Trauer

    Ein Verlust, eine Enttäuschung – der Ringfinger hilft, loszulassen und Kraft zu sammeln für den Neuanfang.

  5. Liebe

    Der kleine Finger steht für das zarteste Gefühl. Ihn zu halten, schenkt Lebenskraft und Freude.

  6. Vertrauen

    Harmonie und Urvertrauen sitzen in der Handfläche, können hier stimuliert werden.

Kräftiges Pulsieren

Halte der Reihe nach alle Finger einer Hand oder nur den Finger, der dich am meisten anzieht. Solltest du merken, dass es dir unangenehm ist, einen bestimmten Finger zu halten, braucht er vielleicht ihre besondere Zuwendung. Halte jeden Finger einige Minuten lang, so wie es für dich stimmig ist, bis du ein kräftiges Pulsieren spürst. Und wie oft sollten wir die Übungen machen? „Jin Shin Jyutsu wirkt immer, es sei denn, man wendet es nicht an“, sagt die erfahrene Jin-Shin-Jyutsu-Praktikerin Christine Eschenbach. Ganz wichtig: Du kannst nichts falsch machen!

Neben dem Halten der Finger spielt beim Jin Shin Jyutsu das Auflegen der Hände auf die bereits erwähnten „Sicherheits“-Energieschlösser eine große Rolle. Was hat es damit genau auf sich? Die Lebensenergie durchfließt unseren Körper in einer ganz bestimmten Gesetzmäßigkeit: An der Körpervorderseite fließt sie hinunter und an der Körperrückseite hinauf. Dieser sogenannte Hauptzentralstrom versorgt uns wie eine große Energiequelle mit lebensspendender Kraft. Zwei weitere Energieströme, die Betreuerströme, versorgen die linke und die rechte Körperhälfte. Auf jeder Körperseite liegen 26 energetische Zentren, die „Sicherheits“-Energieschlösser.

Wenn wir sie nach einem bestimmten System mit unseren Händen halten, kann die Energie wieder strömen, unsere individuelle Körperfunktionsenergie wird harmonisiert. So helfen uns die Energieschlösser, etwas Verborgenes in uns zu öffnen, Räume zu erschließen, die wir vorher nicht wahrgenommen haben. „Es geht nicht darum, was ich hinzufügen kann, um meine Spannungen zu lösen“, erklärt Mary Burmeister, „sondern darum, wie ich die Gründe meiner Disharmonie ‚aufschließen‘ kann.“

„Dialog mit dem Leben”

Bei der Behandlung legen wir selbst – oder auch ein „Profi“ – die Hände gleichzeitig auf zwei Energieschlösser und halten diese Punkte einige Minuten lang. Dieses Halten wird im Jin Shin Jutsu als Strömen bezeichnet. „Es wird nicht gedrückt, es ist nur eine Berührung, ein Dialog mit dem Leben“, beschreibt es die Münchner Ärztin Gudrun Summers, die Jin Shin Jyutsu seit mehr als zwanzig Jahren anwendet. Möchtest du das auch gerne einmal selbst ausprobieren?

Es ist ganz einfach: Das Energieschloss 25 befindet sich am unteren Ende der Sitzknochen. Zum Strömen setzt du dich also einfach auf die beiden Hände. Dieses Energieschloss hat die Bedeutung „Stilles Erneuern“. Dementsprechend wirkt das Strömen entgiftend und entwässernd, belebt den Kreislauf und führt zu geistiger Harmonie und innerer Stille. Uns selbst zu spüren und wahrzunehmen, welche Bedürfnisse wir haben. Sanft darauf einzugehen. Offen für das Wunder der Selbstheilung. Es ist eine uralte Weisheit, die uns auf diesem für uns vielleicht ganz neuen Weg begleiten kann: auf dem Weg zu mehr Liebe zu uns selbst und der Welt, in der wir leben.

Übung: Umarme dich selbst!

Jeder Atemzug erfüllt den Körper mit neuer Lebensenergie. Deshalb empfiehlt Mary Burmeister diese Übung zur täglichen Anwendung: Setze dich aufrecht, aber entspannt und mit geradem Rücken auf einen Stuhl. Umarme dich jetzt selbst, in dem du die linke Hand unter die rechte Achsel und die rechte Hand unter die linke Achsel schiebst. Lasse die Schultern fallen und löse jede Spannung im Körper. Schließe die Augen und lenke deine Aufmerksamkeit nach innen. Atme ohne Anstrengung aus und beobachte, wie die Luft aus deinem Körper ausströmt. Du kannst alles mit hinausgeben, was gerade nicht wichtig für dich ist.

Atme ein und nimm wahr, wie der gereinigte Lebensatem ohne Anstrengung in dich einströmt. Wenn störende Gedanken kommen, schenke diesen einfach keine Aufmerksamkeit und komme wieder zum Atem zurück. Dort, wo deine Aufmerksamkeit ist, ist auch deine Kraft. Versuche, auf diese Weise 36 Mal ohne Unterbrechung bewusst aus- und einzuatmen.

„Meine Gedanken und Gefühle erzeugen mein Schicksal, und mein Schicksal liegt in meinen eigenen Händen.“

Mary Burmeister (1918 – 2008)

Eine Licht-Meditation nur für dich

Mit der Kraft des Lichts entspannen