Bookmark

Hypnose: Hokuspokus oder wertvoller Therapieansatz?

Entspannung pur

Spüre die Kraft deines Unterbewusstseins.
Spüre die Kraft deines Unterbewusstseins.
© William Farlow via Unsplash

Hypnose ist ein Instrument, das beispielsweise in der Medizin oder Psychotherapie wirkungsvoll zum Einsatz kommt. Leider herrschen dazu häufig Assoziationen vor, die in der Realität jedoch keinerlei Bestand haben. Blitzhypnosen, in Trance versetzte Willenlose oder Menschen, die gar in der Hypnosesituation steckenbleiben – alles Humbug! Was Hypnose tatsächlich ist und in welchen Situationen sie uns helfen kann, wir verraten es dir!

Was ist Hypnose?

Aus dem altgriechischen übersetzt, bedeutet Hypnose (hypnos) so viel, wie Schlaf. Die Wortherkunft leitet uns ein wenig in die Irre, denn tatsächlich schläft man bei einer Hypnose nicht. Vielmehr werden durch Hypnosetechniken Körper und Gehirn in einen schlafähnlichen Zustand versetzt.

Dieser durch die Hypnose herbeigeführte Bewusstseinszustand ist schwer zu fassen und darüber hinaus natürlich auch sehr individuell. Manche Hypnoseerprobte beschreiben ein Gefühl zwischen Wachen und Schlafen. Vielleicht kennst du diesen tranceähnlichen Zustand in leichterer Form aus dem Alltag, wenn du ein gutes Buch liest oder Musik hörst. In jedem Fall ist es ein Zustand der Tiefenentspannung. Unser aktives Bewusstsein agiert im Hintergrund, während der Zugang zu unserem Unterbewusstsein geöffnet ist. Kein Wunder also, dass Hypnose in der therapeutischen Landschaft eine wichtige Rolle einnimmt und mit ihrer Hilfe Veränderung und Weiterentwicklung rasch, effektiv und nachhaltig möglich sind.

4 Gründe, warum uns zentanglen gut tut

Video-Empfehlung

Hypnose als anerkanntes Verfahren

Eines vorweg: Hypnose ist ein anerkanntes therapeutisches Verfahren. Um Hypnosetherapie professionell durchzuführen, braucht es nicht nur einen entsprechenden Quellenberuf, wie beispielsweise Medizin oder Psychologie, sondern auch eine zusätzliche Ausbildung. Hypnosetherapeuten sind in Deutschland häufig in Verbänden organisiert. Viele von ihnen praktizieren angestellt in Kliniken oder auch in der eigenen Praxis. Manche Zahnärzte haben auch eine Zusatzausbildung in Hypnosetherapie und bieten das Verfahren bei Angst- und Schmerzpatienten an.

Wie funktioniert Hypnose?

Hypnosetherapeuten arbeiten mit suggestiven Verfahren. Das heißt, die Stimme ist das wichtigste Instrument in der Hypnose. Aus einer bequemen Position heraus wirst du verbal in einen Zustand der Tiefenentspannung geführt. Ganz wichtig an dieser Stelle: Das funktioniert nur, wenn du es möchtest und dich darauf einlassen kannst! Entgegen so mancher Vorstellung ist eine Hypnose gegen den eigenen Willen nämlich nicht möglich. Dein aktives Bewusstsein ist schließlich immer noch vorhanden! Demnach verstehst du alles, kannst sprechen, reagieren und agieren.

Darüber hinaus ist jedoch der Zugang zu deinem Unterbewusstsein erweitert. Das heißt: Durch das suggestive Verfahren ist es im Rahmen der Therapie möglich, Verborgenes aufzuspüren oder vorab definierte Ziele zu erreichen. Dein moralisches Empfinden wird durch die Hypnose und das Instrument der Suggestion übrigens nicht berührt. Davor schützt dich dein Unterbewusstes gut.

Wie und wann wird Hypnose eingesetzt?

Hypnose hat vielfältige Wirkung. Aus dem Alltag kennst du sie bestimmt in Bezug auf Raucherentwöhnung oder Schmerzlinderung beim Zahnarzt. Darüber hinaus wirkt Hypnose…

… beschleunigend, was Therapieprozesse angeht
… auflösend in Bezug auf festgefahrene Verhaltensmuster
… ergründend und auflösend in Bezug auf Ängste, Sorgen und Blockaden
… generell entspannend und bewusstseinsschärfend
… dort, wo andere Therapieformen nicht mehr ausreichen
… rasch und effektiv, da der Zugang zum Unterbewussten geöffnet ist
… bei Schlafproblemen, Schmerzen, psychosomatischen Beschwerden, Tinnitus, Stress oder Burn-Out
… im Hinblick auf Süchte, schlechte Gewohnheiten wie Nägelkauen, Sozialphobien oder Panikattacken

Hypnose: Ausschlusskriterien

Nicht immer kann eine Hypnose effektiv beziehungsweise risikofrei durchgeführt werden. Es gibt bestimmte Erkrankungen, die eine Hypnose unmöglich machen beziehungsweise bei deren Vorliegen individuell geprüft werden muss, ob es sinnvoll ist, betroffenen Menschen in einen Trancezustand zu versetzen.

Hypnose wird nicht beziehungsweise nur eingeschränkt eingesetzt bei:

  • Erkrankungen, die mit Psychosen einhergehen
  • schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Thrombosen
  • Epilepsie
  • Schwangerschaft
  • Gehörlosigkeit
  • geistigen Beeinträchtigungen

Fantasiereise: Wie eine Traumreise unserer Psyche helfen kann

Tauche ab, in die Tiefen deiner Vorstellungskraft