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Histaminunverträglichkeit: Ist sie der Grund für deine Beschwerden?

Wenn unser Körper an seine Grenzen kommt

Histamin steckt in mehr Lebensmittel, als wir vermuten.
Histamin steckt in mehr Lebensmittel, als wir vermuten.
©Lana Abie via Unsplash

Am Abend ein leckeres Käsebrot und ein Gläschen Rotwein und prompt treten Bauchschmerzen, Übelkeit und Schwindel auf. Für viele Menschen ist dieses Szenario bittere Realität, denn sie leiden unter einer sogenannten Histaminunverträglichkeit. Warum Histamin zu einem Problem für den Körper werden kann und wie du die Symptome identifizierst, erfährst du hier.

Histaminunverträglichkeit: Was ist Histamin überhaupt?

Histamin ist ein Gewebshormon und Botenstoff, der sowohl natürlich im Körper, allerdings auch in vielen Lebensmitteln vorkommt. Histamin ist keineswegs ein unnützes Hormon, da es unser Hungergefühl, unsere Magensäurefunktion und unseren Schlafrhythmus reguliert.
Im Falle einer Histaminunverträglichkeit kommt es allerdings vor, dass der Mensch das durch die Nahrung aufgenommene Histamin nicht mehr abbauen kann und es somit zu einer Überkonzentration im Körper kommt. Diese äußert sich wiederrum in körperlichen Beschwerden.

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So kann sich eine Histaminunverträglichkeit äußern

Da es von der wissenschaftlichen Seite aus noch schwer festzustellen ist, ob jemand an einer Histaminunverträglichkeit leidet, oder nicht, ist es subtiler Weise schwer möglich, klassische Beschwerden der Histaminunverträglichkeit zuzuordnen.
Mögliche Symptome im Zusammenhang mit einer Histaminintoleranz können sein:

  • Bauchschmerzen, Durchfall und Blähungen
  • Übelkeit
  • Schwindel und Kreislaufstörungen
  • Kopfschmerzen oder Migräne
  • Atembeschwerden oder Schnupfen
  • Hautausschläge insbesondere Quaddeln

Solltest du also des Öfteren mit diesen Beschwerden konfrontiert sein – vor allem nach den Mahlzeiten – ist es durchaus möglich, dass du unter einer Histaminunverträglichkeit leidest.

Histaminhaltige Lebensmittel ausmachen

Wenn man den Verdacht einer Histaminunverträglichkeit nachgeht, ist es ratsam für zwei Wochen auf histamreiche Lebensmittel zu verzichten.
In diesen Lebensmitteln finden sich besonders viele Histamine:

  • Tomaten
  • Ananas
  • Erdbeeren
  • Bier
  • Rot- und Weißwein
  • Orangen
  • Sauerkraut
  • Gereifter Käse
  • Walnuss-, Cashew- und Erdnüsse

Wie kann eine Histaminunverträglichkeit festgestellt werden?

Bis heute gibt es keinen universell anerkannten Labortest, der eine Histaminunverträglichkeit feststellen kann. Demnach gibt es Ärzte, die sogar vermuten, dass es eine solche Intoleranz gar nicht gibt. Aufgrund dieser Unstimmigkeiten, ist auch die geschätzte Anzahl an Betroffenen ungeklärt. Diese schwankt nämlich zwischen angenommenen 1 bis 10 Prozent der Bevölkerung.

Um eine Histaminintoleranz festzustellen, ist es also ratsam einfach selbst den Test zu machen und über mehrere Wochen hinweg auf histaminreiche Lebensmittel zu verzichten.
Eine weniger drastische Möglichkeit wäre, ein sogenanntes Ernährungstagebuch zu führen. Du solltest dir folglich jede Mahlzeit, die du zu dir nimmst notieren und zusätzlich vermerken, ob du irgendwelche körperlichen Reaktionen feststellen konntest. Damit schärfst du deine Selbstwahrnehmung und kannst über einen längeren Zeitraum hinweg eine Histaminunverträglichkeit feststellen.

Der Gang zum Arzt

Solltest du allerdings andauernd mit starken Bauchschmerzen, Übelkeit, Hautausschlägen oder sonstigen Beschwerden zu kämpfen haben, dann empfiehlt es sich dringlich einen Arzt aufzusuchen.