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Hafermilch – Schmeckt Milch aus Getreide?

Vegane Alternative

Hafermilch selber machen.
Hafermilch selber machen.
© Luuuusa via Bigstock

Ob im Kaffee oder im Frühstücksmüsli, Milch steht bei den Meisten zumindest am Morgen auf dem Speiseplan. Bei manchen kommt auch ein kleiner Schuss Milch in den Tee. In den letzten Jahren hat sich jedoch ein Trend hin zu pflanzlichem Milchersatz gezeigt. Die Sorge, Milch könnte ungesund sein, lässt viele zu pflanzlichen alternativen wie Reis-, Soja- oder Hafermilch greifen. Einige entscheiden sich für eine vegane Ernährung und verzichten deswegen komplett auf Kuhmilch.

Ist Hafermilch ein geeigneter Milchersatz? Wir haben uns für euch schlau gemacht.

Was ist Hafermilch?

Hafermilch wird aus Haferflocken und Wasser hergestellt und darf laut EU-Verordnung eigentlich gar nicht den Namenszusatz „Milch“ enthalten. Nur Milch tierischen Ursprungs dürfe auch die Bezeichnung „Milch“ tragen. Die Produkthersteller mussten daher etwas tiefer in ihre Trickkiste greifen, weshalb man heute die Hafermilch in Supermärkten, Bio-Läden und Reformhäusern, unter dem Namen Haferdrink oder Hafergetränk findet.

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Hafermilch – ein Nährstofflieferant?

Haferflocken sind ein absolutes Powergetreide. Mit etwa 14 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm Haferflocken sind sie ein guter veganer Eiweißlieferant. Sie sind reich an Ballaststoffen, die lange satt halten und liefern mit knapp 58 Gramm Kohlenhydraten pro 100 Gramm viel Energie.

Haferflocken wird sogar eine medizinische Wirkung nachgesagt. Besondere Bedeutung kommt den „Beta Glucanen“ zu, denn diese „[…] verhindern einen starken Anstieg des Blutzuckerspiegels […]“, erklärt Johannes Gottfried Mayer, Leiter der Forschergruppe Klostermedizin des Instituts für Geschichte der Medizin an der Universität Würzburg in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Auch ein hoher Cholesterinspiegel könne laut Silke Restemeyer, Mitarbeiterin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, durch Hafer gesenkt werden.

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Ist Hafermilch gesund?

Bei einer gekauften Hafermilch gehen in der Verarbeitung die meisten Mineralstoffe, wie beispielsweise Kalium oder Magnesium leider verloren, die im Hafer stecken. Die Beta-Glucane bleiben jedoch weitestgehend erhalten. Auch die sattmachenden Ballaststoffe bleiben erhalten. Im Gegensatz zu tierischer Milch, enthält Hafermilch kein Cholesterin und ist daher eine gute Alternative für Menschen, die ihren Cholesterinwert niedrig halten beziehungsweise einen hohen Cholesterinspiegel senken wollen. Ein Problem bei industriell gefertigter Hafermilch, sind jedoch Zusatzstoffe wie Emulgatoren, Konservierungsstoffe oder der zusätzlich hinzugefügte Zucker. Wenn du wirklich sichergehen möchtest, dass deine Hafermilch frei von möglicherweise bedenklichen Stoffen ist, solltest du sie am besten selber machen.

So kannst du Hafermilch selber machen

Nicht alles, was vegan ist, ist auch gleichzeitig gesund. Oftmals werden Farbe und Geschmack in Fertigprodukten durch künstliche Zusatzstoffe manipuliert. Ein Grund mehr, seine Lebensmittel selbst anzupflanzen beziehungsweise herzustellen. Für eine DIY-Hafermilch benötigst du nur drei Zutaten:

  • Haferflocken
  • Wasser
  • Salz

Für die Herstellung brauchst du einen Topf, ein feines Sieb, eine Schüssel und einen Pürierstab.

Anleitung:

  1. Für einen Liter Hafermilch musst du als erstes einen Liter Wasser in einem Topf erhitzen.
  2. Wenn das Wasser kocht, gibst du eine Prise Salz und etwa 80 Gramm feine Haferflocken hinzu.
  3. Dann etwa 15 Minuten bei niedriger Hitze köcheln lassen und danach den Topf von der Herdplatte nehmen.
  4. Als nächstes wird die Masse mit dem Pürierstab püriert.
  5. Um die Hafermilch in einer Schüssel aufzufangen, siebst du die pürierte Masse durch das Sieb. Am besten immer wieder mit einem Löffel auf die Masse drücken, damit die Milch richtig herausfließen kann. Fertig!

Den Brei, der im Sieb zurückbleibt, kannst du natürlich essen. Die selbstgemachte Hafermilch solltest du im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb weniger Tage aufbrauchen.

Hafermilch als Milchersatz?

Menschen mit einer Laktoseintoleranz greifen gerne auf laktosefreie Milch zurück oder entscheiden sich für eine vegane alternative, wie beispielsweise Hafermilch. Wer unter einer Glutenunverträglichkeit leidet und sich vegan ernährt, sollte auf Hafermilch verzichten, denn diese enthält Gluten. Hier eignet sich beispielsweise Kokosmilch besser.

Als Milchersatz ist Hafermilch jedoch nicht geeignet, da ihr das wertvolle Kalzium fehlt, das in Kuhmilch reichlich vorhanden ist. Kalzium ist ein wichtiger Mineralstoff, der unter anderem für starke und gesunde Knochen sorgt. Wer einen Milchersatz sucht, sollte hier besser auf Soja- oder Mandelmilch zurückgreifen, denn diese sind vegane Kalziumquellen.

Die gesundheitlichen Vorteile von tierischer Milch lassen sich durch Hafermilch zwar nicht ersetzen, aber sie ist deswegen nicht weniger gesund und genauso vielfältig einsetzbar. Ob für Müsli, Kaffee, Tee, Pudding oder andere Rezepte, die mit Milch zubereitet werden. Geschmacklich sind Kuhmilch und Hafermilch komplett verschieden. Hier kommt es also auf deinen persönlichen Geschmack an, was du bevorzugst.