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Focusing: Mit dieser einfachen Technik erkennst du Warnzeichen deines Körpers

Der Stimme des Körpers lauschen

Focusing kann für Körper und Seele unglaublich heilsam sein.
Focusing kann für Körper und Seele unglaublich heilsam sein.
© Bigstock

Stress durch Familie, Beziehungen und Beruf kann uns ganz schön zu schaffen machen. Um im Alltag weiter zu „funktionieren“, blenden wir häufig unsere wahren Gefühle aus. Leider verlernen wir auf diese Weise nach und nach, auf unseren Körper zu hören. Damit setzen wir nicht nur unser seelisches Gleichgewicht, sondern auch unsere körperliche Gesundheit aufs Spiel. Zum Glück gibt es Mittel und Wege, wie wir die Warnzeichen unseres Körpers rechtzeitig erkennen können. Ein solcher Weg ist das vom Psychologen Eugene T. Gendlin entwickelte „Focusing“.

Focusing: Lernen, auf die Stimme unseres Körpers zu lauschen

Mit Focusing lernen wir, wieder auf die Stimme unseres Körpers zu hören – noch bevor sie laut und unangenehm werden muss. Wir alle wissen zwar schon lange, wie unser Körper auf bestimmte Situationen reagieren kann: Wir kennen Angstschweiß, Herzrasen, ein flaues Gefühl im Magen oder den Kloß im Hals. Doch entscheidend ist nicht, dass wir diese Gefühle kennen, sondern wie wir mit ihnen umgehen.

In der Regel tun wir nämlich alles dafür, um sie sofort loszuwerden. Wir wollen unangenehme Gefühle nicht fühlen und schieben sie von uns weg. Vielleicht verurteilen wir uns sogar dafür, dass wir sie haben. Wenn wir mit Focusing endlich aufhören zu verdrängen und uns stattdessen zuhören, ist das wie eine versöhnliche Begegnung mit sich selbst. Dieser innere Prozess der Selbstwahrnehmung kann für Körper und Seele unglaublich heilsam sein.

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Focusing: Lass los und vertraue der Intelligenz deines Körpers

Das Wichtigste vorweg: Denke nicht darüber nach, ob du es richtig machst. Lasse dir Zeit, suche dir einen ruhigen Ort und entspann dich! Du wirst schon bald – in Ruhe – lernen, in dich hinein zu fühlen. Beim Focusing geht es darum, möglichst wenig zu grübeln oder zu analysieren. Lass dich ganz auf die Ebene der Körpergefühle ein. Unser Körper hat seine ganz eigene Intelligenz: Er hat die Fähigkeit, immer im Hier und Jetzt zu sein. Deshalb ist es so heilsam, wenn wir uns durch Focusing wieder mit ihm verbinden.

Der erste Schritt des Focusing: In sich gehen

Spüre ruhig und entspannt in dich hinein. Zeigt sich ein bestimmtes Gefühl ganz von alleine? Warte geduldig ab. Sollte sich nach einer Weile nichts tun, kannst du auch an ein bestimmtes Thema denken, das dich belastet. Spüre dann, wo im Körper du eine Reaktion fühlst.

Der zweite Schritt des Focusing: Das Gefühl begrüßen

Was auch immer du spürst, sei es ein Druck im Unterleib, eine Enge in der Brust oder stechende Kopfschmerzen – lass dieses Gefühl da sein, ohne es zu verurteilen. Statt es als unwillkommenen Gast zu behandeln, wagst du beim Focusing einen Schritt nach vorn: Du begrüßt das Gefühl!

Der dritte Schritt des Focusing: Das Gefühl beschreiben

Schon die Begrüßung des Gefühls kann unglaublich guttun. Um die Beziehung noch weiter zu vertiefen, gibst du deinem Gegenüber eine Art „Name“. Du versuchst also in Worte zu fassen, wie sich das Gefühl anfühlt. Ist es, als hättest du einen Stein auf dem Herzen? Suche nach passenden Wörtern oder Sätzen, die deinem Körpergefühl wirklich entsprechen. Wechsle dazu gerne unterschiedliche Begriffe im Geist durch, um im Körper zu erspüren, ob sie zutreffen.

Der vierte Schritt des Focusing: Mit dem Gefühl sein und mit ihm sprechen

Nachdem du dein Gefühl begrüßt hast und ihm durch deine Beschreibung nähergekommen bist, lässt du dir Zeit, ihm Gesellschaft zu leisten. Bleibe dabei ganz einfach in einer neugierigen und interessierten Haltung. Viele Menschen erleben schon an diesem Punkt eine unglaubliche Erleichterung. Alleine unsere Bereitschaft, unseren Empfindungen zuzuhören kann Wunder bewirken! Zusätzlich kannst du dein Gefühl auch fragen, was es (von dir) braucht. Vielleicht wirst du erstaunt feststellen, dass es sich ganz einfach nach deiner liebevollen Aufmerksamkeit sehnt?

Der fünfte Schritt des Focusing: Die Freiheit fühlen und sich verabschieden

Sollte sich beim ersten Durchgang noch kein Gefühl der Erleichterung einstellen, kannst du an deinen Körper eine Bitte richten: „Bitte zeige mir, wie es sich anfühlen würde, wenn all dies aufgelöst wäre.“ Warte geduldig ab und danke für jede Empfindung der Freiheit und der Lebensfreude, die womöglich in dir hochsteigt. Erwarte vor allem in den ersten Focusing-Sitzungen nicht zu viel. Verabschiede dich von deinem Gefühl mit dem Versprechen, wieder zu kommen und ihm erneut zuzuhören!

Merke dir die guten Gefühle aus deiner Focusing-Sitzung!

Die guten Gefühle, die durch Focusing entstehen können, solltest du tief in dir selbst verankern. Genieße es, wie frei du dich plötzlich fühlst! Merke dir dieses fantastische Gefühl, präge es dir so gut wie möglich ein. Dadurch wirst du Focusing garantiert mit großer Freude jeden Tag machen – denn diese wunderbaren Empfindungen sind Motivation genug. Dein Körper wird es dir danken!

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