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Fantasiereise: Wie eine Traumreise unserer Psyche helfen kann

Tauche ab, in die Tiefen deiner Vorstellungskraft

Lass dich auf eine Fantasiereise ein und erkunde dein Unterbewusstsein.
Lass dich auf eine Fantasiereise ein und erkunde dein Unterbewusstsein.
© Kevin Laminto via Unsplash

Fantasiereisen sind uns im Alltag wohlbekannt. Tagträume oder spontane Assoziationen, die zu ganz persönlichen Bildern im Kopf werden, geschehen oftmals automatisch. 

Du kannst Fantasiereisen, auch Märchen- oder Traumreisen genannt, als imaginative Verfahren aber auch ganz bewusst nutzen, um von ihren zahlreichen positiven Effekten auf Körper, Geist und Seele zu profitieren. 

Kein Wunder also, dass Fantasiereisen in vielen Gebieten, wie zum Beispiel in der Pädagogik, Pädiatrie, Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Ergotherapie, im autogenen Training, Meditation, Yoga, erfolgreich angewendet werden. 

Was ist eine Fantasiereise?

Bei jeder Fantasiereise gibt es einen Erzähler, der – entsprechende Erfahrung vorausgesetzt – mit angenehmer, ruhiger Stimme durch eine Geschichte lenkt. Die Geschichte selbst ist eher einfach gestaltet (kurze Hauptsätze) und grundsätzlich positiv formuliert. 

Durch das Schaffen einer angenehmen Atmosphäre durch Licht oder auch Duftaromen, sowie einer entspannten Körperposition auf einer gemütlichen Unterlage auf dem Boden liegend oder sitzend, fällt es dir als Teilnehmer leichter, dich fallenzulassen und auf die Bilderreise durch dein Inneres einzulassen. Auch bequeme Kleidung ist für die Reise durch die eigene Fantasie wichtig.

Verschiedene Formen von solchen imaginären Traumreisen sind möglich: 

Die einfache Fantasiegeschichte: Man stellt sich innerlich die Geschichte „nur“ vor 

Die gelenkte Fantasiereise: Der einzelne Satz wird zum Impuls, der dazu einlädt, ihn mit Vorstellungen und Bildern zu verbinden 

Die geführte/halboffene Fantasiereise: Erweiterung der gelenkten Fantasiereise; es wird streng angeleitet, aber der Freiraum für die eigene Assoziation ist groß 

Die offene Fantasiereise/Imagination: Lediglich ein Gerüst in Form erster Bilder oder einer Situation ist vorgegeben, der Teilnehmer geht seinen eigenen Weg durch Assoziationen 

Eine Fantasiereise zum abschalten

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Fantasiereise: Ablauf

Die Reise durch deine persönliche innere Vorstellung ist üblicherweise in fünf Abschnitte gegliedert:

  • Vorbereitung: Eine angenehme Atmosphäre wird geschaffen – Anwendung von Duft, Klang, Licht etc.; bequeme Position am Boden liegend oder auch sitzend mit dem Kopf auf der Tischplatte; mit offenen oder geschlossenen Augen
  • Kurze Entspannung: Bevor es richtig losgeht, wird dein Körper in einen Ruhezustand versetzt, richtig gute Erzähler schaffen gar einen tranceähnlichen Zustand
  • Hauptteil: die Geschichte wird über einen Zeitraum von etwa 15 bis 30 Minuten erzählt; je nach Methodik werden dir Impulse und Raum (häufige Pausen von 10 Sekunden bis zu zwei Minuten) für deine eigenen Bilder und Vorstellungen geschaffen
  • Rückkehr in die Realität: angeleitet; durchatmen/strecken/gähnen zur Kreislaufaktivierung; manchmal wird die Rückkehr ausgespart und die Fantasiereise geht direkt in einen erholsamen Schlaf über
  • Nachbearbeitung/Auswertung: durch Gespräch oder kreative Prozesse wie zum Beispiel malen oder gestalten

Wirkung von Fantasiereisen

Fantasiereisen nehmen große Wirkung auf ein breites Spektrum körperlicher, geistiger und seelischer Prozesse. Nicht umsonst sind viele Menschen, die sich auf eine Reise durch die eigenen Vorstellungen und Bilder begeben, von den positiven Effekten so überzeugt, dass sie Traumreisen wiederholen.

Und gerade Erwachsene profitieren von Imagination, die für Kinder so selbstverständlich ist, im Laufe der Zeit aber verblasst.

Fantasiereisen …

… wirken entspannend

… bieten Erholung

… helfen uns, loszulassen

… fördern Wohlbefinden

… wirken positiv auf Selbstbewusstsein und Selbstwert

… erweitern eigene Handlungsfähigkeit 

… minimieren Stress

… fördern Achtsamkeit und Konzentration

… fördern innere Balance

… helfen, neue Perspektiven zu entdecken und Ziele zu entwickeln

… lassen Grenzen zwischen Bewusstem und Unbewusstem verschwimmen

… setzen Lernprozesse in Gang (Gehirn ist besonders aktiv, Reflexion setzt ein)

… können dabei helfen, Lösungen zu finden

… trainieren unterschiedliche Fähigkeiten

Anwendung von Fantasiereisen

Fantasiereisen helfen dir, wenn du generell Entspannung, Erholung und neue Impulse suchst, aber auch bei einer Vielzahl von konkreten Problemen wirken sie positiv.

Angewendet werden imaginative Verfahren demnach gerne bei:

  • Kopfschmerzen/Migräne
  • Rückenschmerzen
  • Beschwerden im Magen-Darm-Bereich
  • Erhöhtem Blutdruck
  • Geburtsvorbereitung
  • Ängsten (Flugangst, Prüfungsangst, …)
  • psychosomatischen Beschwerden
  • Stottern
  • Stress
  • Tinnitus
  • Zwängen
  • motorischen Unruhen
  • ADS/ADHS
  • Konzentrationsschwäche
  • Gedächtnisschwäche
  • Aggressionen

Grenzen von Fantasiereisen

Nicht immer können Traumreisen bedenkenlos angewendet werden. 

Kontraindikationen von imaginative Verfahren sind:

  • akute Psychosen (wahnhaftes Zustandsbild)
  • Einnahme von Tranquilizern
  • schwere Erkrankungen im Bereich der Atemwege

Hier solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen. Auch Beschwerden, die durch eine Fantasiereise gelindert werden können, sollten von einem Mediziner untersucht werden, wenn sie langanhaltend sind.