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Eurythmie schafft inneres Gleichgewicht

Beseelte, sichtbare Sprache

Mit Eurythmie kannst du dein Inneres harmonisieren. Hier lernst du die anthroposophische Bewegungskunst näher kennen.
Mit Eurythmie kannst du dein Inneres harmonisieren. Hier lernst du die anthroposophische Bewegungskunst näher kennen.
© Julia Caesar via Unsplash

Am besten lässt sich Eurythmie – aus dem Griechischen – wohl mit “harmonische Bewegung” übersetzen. Der Philosoph, Pädagoge und Gründer der Anthroposophie, Rudolf Steiner (1861–1925), entwickelte die Eurythmie ab 1912 als eine Art Bewegungskunst. Es wird dabei unter anderem zwischen der künstlerischen, pädagogischen und der Heil-Eurythmie unterschieden.

So wirkt Eurythmie

Allgemein geht es in der Eurythmie vor allem darum, wirksame aber eigentlich unsichtbare Emotionen, die zwischen den Zeilen von Sprache, Musik, Klängen oder auch Farben mitschwingen durch bestimmte menschliche Bewegungen sichtbar zu machen. Mimik und Gestik transportieren unsere Empfindungen nach außen und so wirken umgekehrt auch die eurythmischen Bewegungen von außen nach innen.

Vergleichbar mit einem Sänger, der über seine Stimme, neben der Sprache, auch seelische Emotionen von sich selbst und jene, die zwischen den Zeilen der komponierten Musik stecken, wiedergibt. Oder anders formuliert: Er vermittelt die Schwingungen zwischen den Noten und färbt sie noch mit eigenen Emotionen. Eurythmie ist demnach keine Tanzkunst im klassischen Sinne und unterscheidet sich von den meisten anderen rhythmischen Darstellungsformen, da sie auch die Möglichkeit bietet, sich während der Bewegung in Sprache und Lauten auszudrücken.

Eurythmie unterstützt Heilungsprozesse

Die Heileurythmie ist eine Therapiemethode aus der anthroposophischen Medizin. Sie soll Heilungsprozesse im Körper anstoßen, weil sich ihre harmonischen, geordneten Bewegungen auch harmonisierend auf die Tätigkeit der Organe auswirken sollen. Sie wird in Einzeltherapien von anthroposophischen Therapeuten angeleitet – beispielsweise bei Erkrankungen des Nerven- oder Stoffwechselsystems, Bewegungsapparates oder bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Anthroposophen bringen körperliche Erkrankungen und seelische Konflikte in einen kausalen Zusammenhang. Sie können der Lehre zufolge einander gegenseitig bedingen, weil bei einem gesunden Menschen die physische, seelische und geistige Ebene miteinander im Einklang seien. Krankheiten und deren Entstehung werden daher in einen direkten Zusammenhang mit einem gestörten Gleichgewicht dieser drei Bereiche gebracht. Durch gezielte harmonische und rhythmische Bewegungen sollen sie wieder in ein harmonisches Gleichgewicht zurückgeführt werden. Als eine Erweiterung der Schulmedizin, ist die Heileurythmie jedoch – wie andere alternativmedizinische Heilverfahren auch – wissenschaftlich nicht anerkannt.

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Wo kann man Eurythmie erlernen?

In Waldorfschulen wird pädagogische Eurythmie als reguläres Schulfach unterrichtet. Sie soll dort die harmonische Entwicklung von Kindern fördern. Auch in Waldorfkindergärten wird bereits mit den Kleinen Eurythmie geübt. Diese besondere Art der Bewegungskunst wird von Kritikern der Waldorfpädagogik oftmals mit „seinen Namen tanzen“ umschrieben und verhöhnt.

Die Eurythmie wird außerdem an einigen Kunstschulen in mehrjährigen Berufsausbildungen und Studiengängen gelehrt. So wird beispielsweise an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft ein Bachelor- und ein Master-Studiengang im Fach Eurythmie angeboten.

Weitere Informationen zum Thema Eurythmie

Wir empfehlen die Website des Berufsverbands der Eurythmisten in Deutschland: www.eurythmie.net

Dort finden sich neben allgemeinen Informationen auch Kurse und Näheres zur Ausbildung.