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Einsamkeit vs. allein sein: Warum der Unterschied so wichtig ist

Eine unausgesprochene Volkskrankheit

Wir haben uns alle schon mal einsam gefühlt.
Wir haben uns alle schon mal einsam gefühlt.
©Anthony Tran via Unsplash

Eine Studie des Marktforschungsinstitutes SPLENDID RESEARCH hat im Jahr 2017 herausgefunden, dass sich vier von fünf Deutschen manchmal einsam fühlen. Aus ähnlichen Gründen gibt es in Großbritannien seit 2018 sogar ein Ministerium für Einsamkeit. Wo die Ursachen für dieses Gefühl liegen, was du dagegen tun kannst und warum die Einsamkeit nicht zwingend mit dem Allein Sein verbunden ist, das erfährst du hier.

Was ist überhaupt Einsamkeit?

Wenn man sich einsam fühlt, hat man oft den Eindruck, man wäre abgeschnitten und isoliert vom Rest der Welt und beobachte das Weltgeschehen stets aus einer passiven, gar ausgeschlossen Sicht. Besonders bei Jugendlichen und alten Menschen tritt Einsamkeit häufig auf.

Während jedoch bei den älteren Generationen das Gefühl der Einsamkeit oft aus dem Grund resultiert, dass enge Freunde oder der Lebenspartner verstorben sind und man demnach wichtige Bezugspersonen verloren hat, steckt bei den Jugendlichen oft der exzessive Gebrauch der sozialen Medien und die darauffolgende Vernachlässigung der realen sozialen Kontakte dahinter.

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Warum allein sein nicht Einsamkeit ist

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird oft das Gefühl des alleine Seins mit dem des einsam Seins gleichgestellt. Dass das eine allerdings nicht zwingend etwas mit dem anderen zu tun hat, ist uns oft nicht bewusst. Aus der Angst einsam zu sein, meiden wir zwanghaft das das Alleinsein, obwohl es wichtig ist, dass wir lernen mit diesem Gefühl umzugehen, ohne der Einsamkeit zu verfallen.
Es ist demnach gut möglich, dass man zwar alleine ist, sich jedoch überhaupt nicht einsam fühlt.
Andersherum kann es gut sein, dass man zwar ständig von Menschen umgeben ist und trotzdem das Gefühl der Einsamkeit erlebt.

 

Warum es wichtig ist, dass wir gelegentlich alleine sind

Wenn wir allein sind, können wir viel über uns lernen. Es gibt uns die Möglichkeit über unser Leben zu reflektieren, Innere Ruhe zu finden und unsere Intuition zu schärfen. Der entscheidende Auslöser der Einsamkeit ist hierbei jedoch die Entscheidung des Alleinseins. Wenn du die Möglichkeit zu sozialer Interaktion hast und dich trotzdem gelegentlich dazu entscheidest, Zeit für dich allein zu nehmen, dann wird sich in dieser Zeit wahrscheinlich auch das Gefühl der Einsamkeit nicht einstellen. Wer hingegen gezwungenermaßen einsam ist, weil ein erwünschter sozialer Kontakt nicht möglich ist, der wird das Gefühl des allein Seins fälschlicherweise schnell mit dem Gefühl des einsam Seins gleichsetzen.

Was tun bei Einsamkeit?

Auf den Punkt gebracht: Wenn es darum geht, Einsamkeit effektiv zu bekämpfen, dann geht es nicht um die Quantität der sozialen Kontakte, sondern um deren Qualität. Fühlst du dich vielleicht einsam, weil die Menschen, mit denen du dich umgibst, dir nicht aufrichtig zuhören, nicht deine Interessen teilen und dich nicht so akzeptieren, wie du bist?
Es ist viel wichtiger das man wenige enge und aufrichtige Kontakte hat, als einen großen Freundeskreis. Denn dann fühlt man sich auch, wenn man mal alleine ist, nicht zwingend einsam, da man die Sicherheit hat, dass man sich auf seine engsten Mitmenschen verlassen kann.