Bookmark

Einfach mal abschalten: 5 Wege, um dem ständigen Leistungsdruck zu entkommen

Ständig erreichbar zu sein, macht auf Dauer krank - lerne innerlich abzuschalten!
Ständig erreichbar zu sein, macht auf Dauer krank - lerne innerlich abzuschalten!
© Bnenin via Fotolia

Stress, Hektik und ständiger Leistungsdruck sind in unserer westlichen Gesellschaft das neue „Normal“ geworden. Dabei haben wir verlernt, innezuhalten. Viele Menschen haben den Bezug zur Natur sowie zu sich selbst verloren. Sie können nicht mehr abschalten – innerlich sowie im wahrsten Sinne des Wortes. Das Smartphone, Tablet & Co sind ihr ständiger Begleiter.

Was ihnen allerdings nicht bewusst ist: Die ständige Erreichbarkeit ist ein Stressor im Alltag. Öfters den „Off-Button“ zu verwenden, könnte hingegen deine Lebensqualität drastisch erhöhen – und vor allem deine Gesundheit. Denn die rasante Zunahme an psychischen Erkrankungen wie Burnout, Depressionen oder Angststörungen in der Gesellschaft ist kein Zufall.

In diesem Artikel:

Du lebst in einer Leistungsgesellschaft
Ursachen für den steigenden Leistungsdruck
Leistung bestimmt nicht über deinen Lebenserfolg
Ständige Erreichbarkeit macht dich krank
5 Wege, um endlich (wieder) auf allen Ebenen abzuschalten

Wir leben schließlich in einer Leistungsgesellschaft und dementsprechend werden wir schon im Kindesalter an den Leistungsdruck gewöhnt. Ständig ist da der Vergleich mit anderen. Der Blick ist nach rechts und links gerichtet, immer häufiger auch nach vorne auf To-Do-Listen, Termine und Verpflichtungen, niemals aber nach innen. Das Abschalten verlernen viele Menschen bereits in jungen Jahren. Es ist daher an der Zeit, dass du wieder Wege findest, um diesem Leistungsdruck zu entkommen.

Du lebst in einer Leistungsgesellschaft

Früher krochen die Menschen noch selbstverständlich mit dem Sonnenaufgang aus dem Bett, versuchten irgendwie ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und gingen am Abend mit dem Sonnenuntergang wieder schlafen. Wer überleben konnte, war zufrieden.

Heutzutage ist das Überleben selbstverständlich geworden, nicht aber die Zufriedenheit. Ein Dach über dem Kopf und genügend Essen auf dem Tisch zu haben, reicht den meisten Menschen nicht mehr. Sie streben nach Erfolg, Reichtum, Macht, Ruhm oder anderen hochgesteckten Zielen. Sie setzen sich also selbst unter einen enormen Leistungsdruck. Dennoch tragen sie daran nicht die alleinige Schuld. Sie kennen es schlichtweg nicht anders.

Bereits in jungen Jahren wurde dir von deinen Eltern vorgelebt, dass ein Mensch stets nach mehr streben sollte. Zufrieden die Füße hochzulegen, wird hingegen mit Faulheit gleichgesetzt. Es ist dieser Fleiß, auf den die deutsche Kultur so stolz ist und ohne den der heutige Wohlstand nicht möglich gewesen wäre. Leistung per se ist also nicht unbedingt negativ zu bewerten, wenn es sich um eine Art Leidenschaft, intrinsische Motivation oder inneren Antrieb handelt. In den meisten Fällen hat der ständige Leistungsdruck aber ein normales Ausmaß längst überschritten.

Video Empfehlung

Ursachen für den steigenden Leistungsdruck

Es gibt nicht „die eine Ursache“ für den Leistungsdruck in der modernen Gesellschaft. Dabei spielen viele verschiedene Faktoren eine Rolle und er ist über zahlreiche Jahre und Jahrzehnte kulturell gewachsen. Ein Stück weit waren es die neuen Möglichkeiten, welche Menschen zu noch mehr Leistung angetrieben haben. Früher war es schlichtweg unmöglich, vom simplen Bauer zum König zu werden. Heutzutage wird uns hingegen von Geburt an eingebläut, dass wir alles erreichen können, wenn wir uns nur genügend anstrengen.

Eine Einstellung, die aber im Umkehrschluss bedeutet: Wer im Leben nichts erreicht, hat sich nicht genug angestrengt. Dann wirst du als faul abgestempelt. Lebenserfolg wird schließlich mit materiellem Besitz wie einem großen Haus oder einem dicken Auto assoziiert – nicht aber mit der inneren Zufriedenheit. Unsere Gesellschaft hat die Zufriedenheit verlernt!

Stattdessen werden immer neue Ziele gesetzt. Das Leben besteht aus To-Do-Listen, Coachings, Zielen, Terminen und der stetigen Selbstoptimierung. Wie kann ich noch produktiver werden? Wie kann ich noch erfolgreicher werden? Wie kann ich noch attraktiver werden? Diese Fragen treiben viele Menschen um. Sie denken, wenn sie solche Optimierungen vornehmen und ihre Ziele erreichen, werden sie eines Tages glücklich sein. Sie assoziieren also Leistung mit Lebenszufriedenheit. Und genau darin liegt ein gefährlicher Denkfehler.

Leistung bestimmt nicht über deinen Lebenserfolg

Die meisten Menschen in der westlichen Gesellschaft suchen ihr Glück im Außen: In der Leistung, im Konsum, in sozialer Anerkennung und, und, und… Dabei können positive Gefühle wie Zufriedenheit, Glück und Gelassenheit nur im Inneren entstehen. Dein Lebenserfolg ist also unabhängig von äußeren Faktoren wie deinem Kontostand oder dem Auto in deiner Garage. Wenn du ein gesundes sowie glückliches Leben führen möchtest, musst du nicht leisten. Du kannst auch mit wenig zufrieden sein. Nur musst du das eben (wieder) lernen.

Ansonsten wirst du dein Leben lang leisten und Zielen hinterherjagen – nur, um bei deren Erreichung zu merken, dass du dich innerlich kein Stück besser fühlst als zuvor. Das ist zumindest der Fall, wenn du den falschen, materiellen Zielen nachjagst. Genau diese Erfahrung, unter ständigem Leistungsdruck zu stehen, sich selbst immer mehr abzuverlangen, über die eigenen Grenzen hinauszugehen und am Ende doch an demselben inneren Punkt zu stehen wie zu Beginn, ist es, welche dich am Ende in die Depression, Angst-, Essstörung oder andere psychische Krise stürzen wird.

Und erst, wenn ein Mensch an diesem Punkt im Leben angekommen ist, besinnt er sich meist wieder zurück auf sich selbst. Er lernt, sich an inneren Faktoren zu orientieren wie seinen Wünschen und Bedürfnissen. Das Abschalten spielt dabei eine tragende Rolle.

Ständige Erreichbarkeit macht dich krank

Du musst nämlich lernen, wieder innerlich abzuschalten. Nur so kannst du dich vom Leistungsdruck erholen und neue Energie schöpfen. Solche Phasen der Regeneration sind unverzichtbar, damit du auf lange Sicht gesund und glücklich bleiben kannst. Um innerlich abschalten zu können, musst du aber erst einmal sprichwörtlich abschalten.

Denn ständige Erreichbarkeit über das Smartphone, Tablet & Co macht krank, das ist mittlerweile wissenschaftlich erwiesen. Sie führt zu einer emotionalen Erschöpfung mit zahlreichen negativen Konsequenzen im Berufs- sowie Privatleben. Einfach abschalten – das klingt aber in vielen Ohren einfacher gesagt als getan. Denn die ständige Erreichbarkeit wird von vielen Arbeitgebern erwartet und somit geht mit dem Abschalten die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust einher.

Vielleicht bist du aber auch Mutter und hast Sorge, einen wichtigen Anruf vom Kindergarten zu verpassen, wenn du das Smartphone ausschaltest. Oder du bist in einer Messenger-Gruppe mit deinem Fußballverein, wo scheinbar wichtige Dinge wie die nächste Party besprochen werden. Dass dir das Abschalten von Smartphone & Co so schwerfällt, kann also viele verschiedene Gründe haben.

© Kevin Grieve via Unsplash

5 Wege, um endlich (wieder) auf allen Ebenen abzuschalten

Die Frage lautet also: Wie schaffst du es, trotzdem zumindest hin und wieder abzuschalten – und zwar sowohl äußerlich, sprich nicht mehr erreichbar zu sein, als auch innerlich von Sorgen, Zukunftsängsten und dem Leistungsdruck?

1. Der erste Schritt besteht tatsächlich darin, dein Smartphone und alle weiteren Wege zur Erreichbarkeit zu kappen. Schon eine halbe oder ganze Stunde ohne das Klingeln und die Strahlung des Smartphones ist extrem wohltuend – das wirst du selbst merken.

2. Fühlst du dich zur Erreichbarkeit verpflichtet, so triffst du am besten entsprechende Vereinbarungen mit den jeweiligen Personen. Im Job können das Zeiten sein, in welchen du nicht erreichbar sein musst. Im Kindergarten kannst du alternativ die Telefonnummer der Großeltern hinterlegen. Du siehst: Es gibt immer einen Weg, du musst ihn nur suchen!

3. Im dritten Schritt musst du lernen, auch innerlich abzuschalten. Manchen Menschen hilft dabei Sport – aber bitte ohne Leistungsdruck. Andere gehen gerne in die Sauna oder lassen sich massieren. Auch Meditation, Yoga oder autogenes Training sind bewährte Helferlein beim Abschalten. Finde also eine Strategie, die für dich funktioniert.

4. Die Natur kann dir beim Abschalten helfen. Ein Spaziergang durch den Wald, das sogenannte „Waldbaden“, ist in der japanischen Kultur fest verankert. Dabei kommt es aber auf die Achtsamkeit an. Anstatt also durch den Wald zu hetzen und währenddessen über die Arbeit nachzudenken, konzentrierst du dich auf die Schönheit der Natur, die Gerüche, das Zwitschern der Vögel. Du hältst inne und atmest tief durch. Dadurch kommst du in einen Zustand der inneren Ruhe und dein Körper sowie Geist können sich regenerieren.

5. Zuletzt richtest du deinen Blick wieder nach vorne und strukturierst dein Leben so um, dass du eben nicht mehr unter ständigem Leistungsdruck stehst. Frag dich, was dich wirklich glücklich macht, welche materiellen Dinge du tatsächlich zum Leben brauchst und welche eher nicht. Streich unwichtige Punkte von deiner To-Do-Liste, sag überflüssige Termine ab, vergleich dich nicht mit anderen. Sobald du lernst, wieder mehr auf dich selbst zu hören und weniger auf die Leistungsgesellschaft, hast du den Schlüssel zu einem wahrhaft erfüllten Leben gefunden. Und wenn der eine oder andere dich dann als faul betitelt – na und?!