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Das Geheimnis unseres Schicksals

Was hat es mit der Magie der 7 auf sich?

Kommt es dir auch manchmal so vor, als würdest du immer wieder bei demselben Problem landen? Die 7-Jahres-Regel kann uns helfen, unser Leben zu verstehen. Und was man versteht, kann man ändern ...
Kommt es dir auch manchmal so vor, als würdest du immer wieder bei demselben Problem landen? Die 7-Jahres-Regel kann uns helfen, unser Leben zu verstehen. Und was man versteht, kann man ändern ...
© Seth Macey via Unsplash

Bei dir läuft gerade manches nicht rund? Die Beziehung in der Krise, das Kniegelenk kaputt und im Job prescht die jüngere Kollegin an dir vorbei? Macht doch nichts! Bald sind wieder sieben Jahre um: die Chance auf eine Rundum-Erneuerung. Schließlich heißt es doch, unsere Körperzellen würden sich alle sieben Jahre erneuern. Und auch unser Schicksal werde von Sieben-Jahres-Schritten bestimmt. Doch was ist dran an der These? Was passiert im Körper wirklich? Und wie verändern sich Geist und Seele? Die Wahrheit über die 7-Jahres-Theorie und wie du das Wissen für dich nutzen kannst.

In diesem Artikel:

Das Geheimnis unseres Schicksals
Die Magie der 7
Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft – Finde dich selbst in den Septennien wieder?
So alt ist dein Körper

Das Geheimnis unseres Schicksals

Oft kommt uns unser Leben vor wie ein großes, dickes Buch. Viele Seiten sind schon beschrieben. Zeile für Zeile, Kapitel an Kapitel reiht sich aneinander. Einige davon sind heiter und abwechslungsreich, andere dramatisch und bedrückend. Wieder andere plätschern vor sich hin wie eine ruhige, teils belanglose Melodie. Und dann sind da die leeren Seiten. Die Seiten, die noch zu füllen sind. Wir wissen nicht, wie viele es sein werden. Und ob es schöne Geschichten sein werden oder traurige, die das Buch am Ende enthalten wird. Wenn wir in unserem Lebensbuch blättern, sehnen wr uns danach zu verstehen. Wir möchten begreifen, warum bestimmte Dinge genau so geschehen sind und nicht anders. Wir versuchen, eine Ordnung zu finden, eine Struktur, das Geheimnis hinter diesem Buch, das unser Leben ist. Helfen kann uns dabei die Theorie von den Sieben-Jahres-Rhythmen. Viele Experten haben sich inzwischen damit auseinandergesetzt – und oft Erstaunliches festgestellt, wenn es darum ging, Ereignisse und Befindlichkeiten von Menschen ihren jeweiligen Lebensphasen zuzuordnen.

Das Ergebnis: Unser Leben verläuft in jeweils sieben Jahre langen Phasen. Jedes dieser Jahrsiebte, auch Septennien genannt, ist geprägt durch bestimmte Ereignisse, Veränderungen und Möglichkeiten. Wer sie kennt, versteht sein Leben besser, kann das Vergangene einordnen und dem Kommendem entgegensehen. Der Begründer der Anthroposophie, Rudolf Steiner, hat die Entwicklung des Menschen in Sieben-Jahres-Phasen dargestellt. Die amerikanische Psychoanalytikerin Clarissa Estés erforschte und benannte eine Abfolge von fünfzehn siebenjährigen Stadien.

Natürlich sind die Beschreibungen und Jahresangaben nicht absolut zu setzen. Aber sie geben uns Orientierung auf der Suche nach dem Schicksals-Geheimnis. Vielleicht kommst du jetzt auch ins Grübeln? Fängst an zu rechnen, versuchst, dich zu erinnern:
War es nicht mit 14, dass mich zum ersten Mal eine stürmische Liebe mit all ihren Höhen und Tiefen aus der Bahn geworfen hat? Der plötzliche Tod der Mutter – war es nur Zufall, dass er mich genau in meinem 42. Lebensjahr traf? Wann war mein Wunsch nach einem Kind so groß, dass wir uns entschlossen, unseren Traum zu verwirklichen?

Die spirituelle Autorin Penny McLean (66) („Das Geheimnis der Schicksals-Rhythmen. Wie 7-Jahres-Schritte unser Leben bestimmen“, Knaur Verlag) beschreibt das Leben in zwölf Septennien, die sie eingebunden sieht in eine höhere, kosmische Weltenordnung. „Unser gesamtes menschliches Leben ist ein einziger rhythmischer Vorgang und unser Körper ein gesamt-rhythmisches Kunstwerk, das aus den Kräften des Kosmos entstanden ist und mit jeder Zelle dem Taktschlag seines Erschaffers folgt“, schreibt McLean. Sie ist überzeugt: Die natürlichen Rhythmen bestimmen unsere körperliche und geistigseelische Entwicklung – und beeinflussen unser Schicksal. Mehr noch: Der große Plan, dem das Leben folgt, sieht für jeden Menschen bestimmte Themen und Aufgaben vor, die ihm in Abständen von etwa sieben Jahren begegnen und die im Rahmen eines Kollektivplans der Menschheit zu erfüllen sind.

Die Magie der 7

Die Zahl Sieben hat von jeher eine besondere Bedeutung. Bereits die Babylonier verehrten sie als heilige Zahl. In mehreren der großen Weltreligionen spielt die Sieben eine besondere Rolle (Erschaffung der Welt in sieben Tagen, sieben Sakramente). Wir begegnen der Sieben in Märchen („Sieben Geißlein”, „Sieben Zwerge”, „Siebenmeilenstiefel”), in der Chemie (sieben Gruppen von Elementen) und in der Musik („Über sieben Brücken musst du geh’n”). Wir packen unsere „Siebensachen” und fürchten das „verflixte siebte Ehejahr”. Auch in der Astronomie hat die Zahl einen besonderen Stellenwert: Es sind genau sieben Planeten, die mit bloßem Auge zu erkennen sind. Die Umlaufzeit des Mondes beträgt 28 (7 mal 4) Tage, die Woche hat sieben Tage. Und fragt man Menschen nach ihrer Lieblingszahl, so wird am häufigsten eine Zahl genannt: die Sieben.

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Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft – Finde dich selbst in den Septennien wieder?

0 bis 7 Jahre
Der Weg vom Es zum Ich. Dem Baby geht es ums Überleben. Seine Bedürfnisse: Essen, Wärme, Berührung. Mit etwa drei Jahren werden wir uns unserer Eigenständigkeit bewusst. Wir lernen, indem wir andere kopieren und vertrauen darauf: Ich werde geliebt.

8 bis 14 Jahre
Etwa mit acht Jahren ändert sich unsere Welt. Wir entwickeln eigene Wertvorstellungen. Hilfreich sind jetzt klare Regeln, die ein gutes Maß zwischen Autorität und Freiheit bieten. Jeder Übergriff und jede Verletzung während dieser Phase brennt sich in unsere Erinnerung ein.

15 bis 21 Jahre
Der Jugendliche ist auf der Suche nach seelischer Heimat. Seine körperliche Entwicklung setzt ihn stark unter Druck. Er reagiert aggressiv und zieht sich zurück. Wir brauchen in dieser Phase Hilfe, Sicherheit und Vorbilder. Mehr und mehr entwickeln wir ein klares Bild von uns selbst.

15 bis 21 Jahre
Der Jugendliche ist auf der Suche nach seelischer Heimat. Seine körperliche Entwicklung setzt ihn stark unter Druck. Er reagiert aggressiv und zieht sich zurück. Wir brauchen in dieser Phase Hilfe, Sicherheit und Vorbilder. Mehr und mehr entwickeln wir ein klares Bild von uns selbst.

22 bis 28 Jahre
Hier wird das Ich von der Welt geformt. Wir werden selbstständiger, beginnen, unser Schicksal in die Hand zu nehmen. Wir arbeiten an uns und entwickeln unsere eigene Realität. Vorhandene Talente sollten spätestens jetzt genutzt werden, damit sie nicht verloren gehen.

29 bis 35 Jahre
Das Ich formt seine Welt. Dieses Alter ist eine leistungsfähige Phase. Wir sind körperlich auf dem Höchststand. Der Charakter wird gefestigt, die eigenen Vorstellungen entmystifiziert und auf eine neue Basis gestellt. Unsere Energie setzen wir ein für die Familie, den Beruf oder für unser Herzens-Thema.

36 bis 42 Jahre
Jetzt ist „Großreinemachen” angesagt. Entscheidungen werden korrigiert, innere und äußere Kämpfe ausgefochten. Ab jetzt gestalten wir bewusst unser eigenes Schicksal. Die Zeit der größten Aktivität geht über in eine Zeit, die die Antwort auf unser bisheriges Leben sein wird.

43 bis 49 Jahre
Im siebten Jahrsiebt müssen wir oft mit Krisen und Unzulänglichkeiten fertigwerden. Im Alter von 42 bis 48 Jahren wird die eigene Berufung klarer, der Blick weitet sich. Die körperlichen Kräfte beginnen langsam nachzulassen. Das Schicksal zieht eine erste Zwischenbilanz.

50 bis 56 Jahre
Das achte Jahrsiebt konfrontiert uns mit den dunklen Seiten der Seele. Die Macht des Schicksals offenbart sich dort, wo wir Widerstand geleistet haben. Es ist eine Zeit der Erfüllung – im positiven wie im negativen Sinn. Neue Perspektiven können sich eröffnen.

57 bis 63 Jahre
Die Befreiung des Ich – unter diesem Motto steht dieses Alter. Es ist die Zeit der Reife angebrochen. Wir unterscheiden Wichtiges von Unwichtigem, sind bereit loszulassen. Das eigene Schicksal erschließt sich uns, die geistigen Kräfte sind erstmals stärker als die körperlichen.

64 bis 70 Jahre
Das zehnte Jahrsiebt: eine Phase der Beobachtung und der Ausgeglichenheit. Widersprüchliches kann integriert werden. Erinnerungen an alte Träume werden wach. Unser Empfinden von Raum und Zeit verschiebt sich. Noch einmal ergeben sich neue Möglichkeiten.

71 bis 77 Jahre
Wir gewinnen nochmals an Freiheit. Im elften Jahrsiebt haben wir unseren Platz gefunden. Zwar lassen die Kräfte weiter nach. Doch gelingt es nun, uns von Zwängen und Pflichten zu lösen. Der Geist erkennt das Wirken einer höheren Macht und das Geheimnis des Lebens und des Todes.

78 bis 84 Jahre
Das zwölfte Jahrsiebt und die folgenden Jahre sind geprägt von der Akzeptanz, dass das eigene Leben endlich ist. Bilder aus Kindheit und Jugend kehren zurück. In Demut erkennen wir unsere Bedeutung im Lauf von Zeit und Welt und schließen Frieden mit uns und anderen.

Zwölf mal sieben Jahre. So schließt sich der Lebenskreis. Und auch wenn unser persönliches Schicksal individuell ist und nur von uns selbst erkannt werden kann, so gibt es doch ein Gefühl der Beständigkeit und des Geborgenseins, dass unser Leben, jedes Leben, gewissen Rhythmen unterliegt. Die Entscheidung, wie wir unser Lebensbuch füllen wollen, liegt bei uns. Wir sind die Autoren. Unsere Träume und unsere Bestimmung sind tief in uns verankert. Aber: Im großen Buch der Menschheitsgeschichte sind wir nur eine kleine Zeile. Wer das erkennt, kann voller Gelassenheit allen weiteren Schritten seines Lebenswegs entgegensehen.

So alt ist dein Körper

Alle sieben Jahre eine Rundum-Erneuerung für den Körper? Nicht ganz – aber fast. Denn: Viele Zellen erneuern sich tatsächlich mehrmals im Laufe unseres Lebens, sind also viel jünger als unser biologisches Alter. Im Durchschnitt sind unsere Körperzellen sogar nur etwa sieben bis zehn Jahre alt. Einige Beispiele: Weiße Blutkörperchen leben nur wenige Stunden, die roten halten es etwa 120 Tage aus. Gut zu wissen für die Urlaubsbräune: Die Haut erneuert sich alle zwei bis vier Wochen, dann ist die oberste Schicht an Zellen ausgetauscht. Ständig ab- und aufgebaut werden unsere Knochen. Nach ungefähr zehn Jahren ist das ganze Skelett einmal ausgetauscht. Während die weiblichen Eizellen sich nicht vermehren, gibt’s bei den Spermien Nachschub ohne Ende. Etwa 1000 Samenzellen pro Sekunde produziert ein gesunder junger Mann. Und das Gehirn? Lange war man davon ausgegangen, dass seine Zellen sich nicht regenerieren. Inzwischen haben Forscher herausgefunden, dass einige doch dazu in der Lage sind. – Unser Körper schenkt uns also tatsächlich alle paar Jahre eine neue Ausstattung. Ein gutes Gefühl, wenn wir neu durchstarten wollen, oder?

Nicht nur unsere Lebenssituation ändert sich ständig, auch viele Zellen in unserem Körper sind im Wandel.