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Die Macht hinter dem Aberglauben

Was steckt dahinter?

Schwarze Katzen sind ein klassisches Symbol für Aberglauben
Schwarze Katzen sind ein klassisches Symbol für Aberglauben
© Raquel Pedrotti via Unsplash

Der Aberglaube ist ein durchaus seltsames Phänomen. Er veranlasst zum Teil sogar die vernünftigsten, rationalsten Menschen dazu, sich vor einer schwarzen Katze zu erschrecken, Freude strahlend über ein vier-blättriges Kleeblatt herzufallen und am Freitag den 13. mit wackligen Knien das Haus zu verlassen.
Der Glaube daran, dass Glück oder Pech, durch alltägliche Geschehnisse beeinflusst oder sogar heraufbeschworen wird, hat sich so tief in unseren Köpfen eingenistet, dass der Aberglaube mittlerweile mehr oder weniger in unserer Gesellschaft akzeptiert ist.
Doch wo hat er seinen Ursprung und was steckt dahinter?

Aberglaube: Wo liegt der Ursprung?

Der Begriff Aberglaube stammt ursprünglich aus dem 12.Jahrhundert. Das Wort bedeutet gewissermaßen Falsch-Glaube oder Irr-Glaube, denn er stand im Gegensatz zu dem „eigentlichen“ mittelalterlichen Glauben, dem Christentum. Dementsprechend war der Aberglaube im Mittelalter unter dem Klerus stark verpönt, da nach der christlichen Religion allein Gott und nicht etwa zufällig auftretende Ereignisse über das Schicksal eines Menschen bestimmt. Doch nicht nur in Deutschland, sondern überall auf der Welt entwickelten sich zeitgleich ähnliche „Aberglauben“.

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Kurioser Aberglaube aus aller Welt

Ein zerbrochener Spiegel und ein verfrühter Geburtstagsgruß bringen Unheil, ein Marienkäfer oder Schornsteinfeger hingegen Glück. In unseren Kulturkreisen sind schon kleine Kinder mit diesen Aberglauben vertraut.
Doch wie verhält es sich mit dem Aberglauben in anderen Orten der Welt?

• Russland: „Du bist aber süß!“, in Russland sollte man das besser nicht zu einem Baby
sagen, denn das soll, nach dem Aberglauben, Krankheit mit sich bringen.

• Vietnam: Viele Menschen in Vietnam fürchten, ein Foto zu dritt zu machen. Denn der Person, die sich bei dem Bild in der Mitte befindet, soll damit der nahe Tod vorhergesagt sein.

• China: Anders als in Deutschland, wird in China nicht die Zahl 13, sondern die Zahl vier mit Pech assoziiert. Das liegt daran, dass im chinesischen das Wort für die Zahl vier, starke Ähnlichkeiten mit dem Wort für Tod hat.

• Brasilien: In Brasilien soll es vermieden werden, direkt auf Sterne zu zeigen. Laut dem Aberglauben, sollen so Warzen an den Fingern entstehen.

• In Spanien, Portugal und Argentinien werden an Silvester um Mitternacht 12 Weintrauben gegessen, zu jedem Glockenschlag eine. Dem Aberglauben nach, soll das Glück für das nächste Jahr garantieren.

Warum sind die Menschen abergläubisch?

Beruhigung des Gewissens

Der Glaube daran, dass man selbst keinen Einfluss auf sein Schicksal hat, kann eine beunruhigende Wirkung auf den Menschen haben, da wir immer das Gefühl haben wollen, stets alles unter Kontrolle zu haben. Der Aberglaube gibt uns somit eine Art Machtgefühl, da wir annehmen, wir könnten bestimmte Ereignisse abwenden oder hinauf beschwören.

Erklärungen für negative Ereignisse finden

Anstatt die wahren Gründe für ein persönliches Unglück zu analysieren, ist es manchmal leichter, das unerwünschte Ereignis als automatische, unabwendbare Folge eines anderen, zufälligen Ereignisses zu sehen. Man schiebt somit praktisch die Schuld auf jemand oder etwas und kann sich somit entspannt zurücklehnen, mit dem Wissen, dass der Fehler nicht bei einem selbst liegt.

Erfahrungen werden mit Zufällen verknüpft

Das Kind, das mit den blau-gelb geringelten Socken eine eins in dem Mathetest erzielt hat, zieht sie beim nächsten Test gleich nochmal an, in dem Glauben, die Socken seien der ausschlaggebende Grund für die gute Note gewesen. Nach diesem Prinzip funktionieren vor allem viele „selbsterfundene“ Aberglauben. Besonders bei Sportlern kann man dieses Phänomen oft antreffen. Positive, sowie negative Erfahrungen werden mit irrationalen Zufällen in direkten Zusammenhang gesetzt. Ein psychologischer Vorgang, der schon bei Kleinkindern und sogar Tieren beobachtet werden kann. Auf diese Weise sind bereits zahlreiche Glückbringer, Amulette und Talismane entstanden, die einer Person zu persönlichem Glück verhelfen sollen.

Bringt der Aberglaube vielleicht wirklich etwas?

Nichtsdestotrotz hat eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Köln herausgefunden, dass Glücksbringer denjenigen Menschen, die daran glauben, auch wirklich etwas bringen.
Das hat meistens den Grund, dass die kleinen Mitbringsel die betreffende Person beruhigen, ihre Zuversicht spenden, ihr Selbstwertgefühl steigern und somit den ersten Schritt Richtung Erfolg garantieren.
Also: Kram deine Glücksschweinchen, Hufeisen und Würfel heraus und finde für dich selbst heraus, ob du in deinem Aberglauben bestätigt wirst.