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Dein Essen, die Zukunft und du: Wie sich Ernährung verändert

Welche Ernährungstrends jetzt wichtig werden

Ernährungstrends: das essen wir in Zukunft.
Ernährungstrends: das essen wir in Zukunft.
© OlgaKlochanko via fotolia

Wenn der Alltag mal wieder hektisch wird, dann ist irgendwie alles wichtiger, als sich auch noch groß Gedanken um das Essen zu machen. Es muss nur schnell gehen und seinen Zweck erfüllen – also satt machen und im günstigsten Fall dem Körper all die überlebenswichtigen Nährstoffe liefern, damit du die Hektik überhaupt einigermaßen überstehst. Dabei gehört Ernährung zu den fundamentalen Fragen, die es für die Zukunft zu klären gilt. Nicht nur global betrachtet, sondern auch für den Einzelnen. Essen ist eben doch mehr als die bloße Nahrungsaufnahme.

Du bist, was du isst

So abgedroschen das klingt, es ist eben auch wahr: Unser Essen ist inzwischen häufig ein Ausdruck unserer Weltanschauung. Zumindest im Hinblick darauf, was uns persönlich wichtig ist: Gesundheit, Qualität, Nachhaltigkeit, der Wohlfühlfaktor, das sind alles Themen, die nicht nur in unserem Leben im Allgemeinen, sondern ganz konkret auch beim Essen eine wichtige Rolle spielen. Denn das ist so individuell wie wir selbst und verdient deswegen auch genauso viel Beachtung. Wer nur schnell satt werden will, ohne dem Essen, die als notwendig erachtete, Aufmerksamkeit zu schenken, macht sich mittlerweile weitgehend zum Außenseiter.

Was nichts daran ändert, dass du ganz frei entscheiden kannst, was du in Ernährungsangelegenheiten für eine gute Lösung hältst. Die Möglichkeiten sind jedenfalls nicht nur da, sie sind auch so groß wie nie. Unzählige (neue) Lebensmittel und Foodtrends machen es dir heute leicht, das Essen perfekt an deine eigene Lebensphilosophie anzupassen.

 

Frisches Gemüse auf einem Tisch drapiert.

Weil dein Essen gut für dich ist

Ein wichtiger Faktor bei vielen dieser Philosophien, die sich um die Ernährung drehen, ist die Gesundheit, das Wohlbefinden. Achtsamkeit hört schließlich nicht an der Schwelle zur Küche auf, ganz im Gegenteil. Deine Art zu kochen und zu essen ist ein nicht unerheblicher Grund dafür, wie du dich fühlst. Um noch einmal auf das – zugegeben manchmal nicht gänzlich vermeidbare – hastige Schlingen im hektischen Alltag zwischen zwei Terminen zurückzukommen: Das ist ein Paradebeispiel dafür, wie Essen und Wohlbefinden ganz sicher nicht zusammenfinden.

Anders sieht es aus, wenn du das nötige Bewusstsein für die Lebensmittel entwickelt hast und für die Möglichkeiten, die diese bieten, dich nach einem stressigen Tag wieder zu entspannen. Mit dem Essen kannst du aber nicht nur für seelischen Ausgleich sorgen, sondern nachhaltig positiv auf deine Gesundheit einwirken, weil du mit bestimmten Ernährungsformen zum Beispiel ganz gezielt auf dein Wunschgewicht hinarbeiten kannst – sofern du denkst, dass in dieser Hinsicht Handlungsbedarf besteht. Aber auch generell können die richtigen Lebensmittel und die richtige Ernährung ein Quell des gesunden Wohlbefindens sein – und damit ist nicht gemeint, dass Schokolade glücklich macht.

Wer sich für frische Produkte und gute Qualität begeistern kann, wird sich ohnehin an jedem einzelnen Tag selbst glücklich machen in der Küche. Übrigens unabhängig davon, welcher Ernährungsphilosophie du anhängst, denn es gibt viele unterschiedliche Wege zum persönlichen kulinarischen Glück.

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Zwei Menschen, die zusammen Kochen.

© Rawpixel.com via fotolia

Zeig mir, was du kaufst und ich sag dir, wer du bist

Genau das hat auch eine Studie des Zukunftsinstitut bestätigt, das sich intensiv damit auseinandergesetzt hat, welche verschiedenen Lebensstile überhaupt in unserer heutigen Gesellschaft nebeneinander existieren. Die Untersuchungen des Instituts kamen dabei insgesamt auf 18 maßgebliche Lebensstile, die jeweils ganz eigene Vorstellungen und Bedürfnisse haben. Trotzdem gibt es natürlich immer wieder Überschneidungen und Verschiebungen (du veränderst dich schließlich im Laufe der Zeit und damit auch deine Vorstellungen und Bedürfnisse), nicht zuletzt beim Thema Essen. Wie sich das dann in der „Praxis“ niederschlägt, zeigen drei Beispiele.

Lebensstil #1: Der Gutbürger

Gutbürger verfügen über ein ausgeprägtes Bewusstsein für Gesundheit und Ernährung, was bei ihrem Lebensmittelkauf ein bestimmender Faktor ist. Dabei ist die Qualität ein entscheidendes Auswahlkriterium, wichtig sind aber genauso die Umstände unter denen die gekauften Lebensmittel produziert werden – die üblichen Gütesiegel sind daher ein wichtiger Schritt, um den Gutbürger zum Käufer der eigenen Produkte zu machen. Dazu gehört allerdings auch, dass er darüber hinaus transparente Informationen erhalten kann, wenn er nach diesen sucht.

Lebensstil #2: Der Multi Perfomer

Womit wir wieder beim eingangs geschilderten Beispiel eines Menschen wären, der beruflich komplett eingespannt ist und dem Essen zwar nicht grundsätzlich egal ist, für den die Erledigung dieses Grundbedürfnisses aber – wie etwa seine Freizeit – mit seiner Arbeit vereinbar sein muss. Gegessen wird daher in der Kantine, denn hier lässt sich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden: Es ist nicht notwendig, die Arbeitsstätte zu verlassen, was Gelegenheit gibt, weiter an der innerbetrieblichen Vernetzung weiterzuarbeiten. Außerdem fallen immer mehr Kantinen unter die betriebliche Gesundheitsvorsorge, weshalb für das leibliche Wohl in jeder Hinsicht gesorgt ist.

Lebensstil #3: Der Urban Matcha

Experimentierfreudig und auf der Suche nach der Vereinigung der eigenen Gegensätze: Leben in der Stadt, ohne auf Natur verzichten zu müssen. Familienleben, ohne auf die persönliche Freiheit verzichten zu müssen. Und nicht zuletzt gesunde Ernährung, ohne dabei auf ein Mindestmaß an Genuss verzichten zu müssen. Es reicht daher nicht mehr aus, wenn das tägliche Essen aus der Gesundheitsperspektive alle notwendigen Kriterien erfüllt, es muss mehr sein als Functional Food, mehr als Medizin auf dem Teller. In Ernährungsfragen nimmt der Genuss nämlich einen mindestens ebenso großen Stellenwert ein wie im Leben im Allgemeinen.

Eine Junge Mutter die mit ihren Kindern kocht.

© Alena Ozerova via fotolia

Ernährung als Kind der Zeit – die wichtigsten

Trends

Ein besonders erfreulicher Trend unserer Zeit ist die größere Sensibilität für das Thema Essen und alles, was dazugehört. Und das nicht nur, weil dein Umgang mit diesen Themen etwas über deine Person und deine Ansichten aussagen kann (siehe die Lebensstile). Sondern weil sich das Verständnis für Lebensmittel in einem anhaltenden Veränderungsprozess befindet: Der Stellenwert des Essens entspricht mehr und mehr seinem Status als Grundbedürfnis. Wenn etwas so lebensnotwendig ist, sollte es nicht vernachlässigt werden.

Dein Essen und du

Meistens wird es das auch gar nicht. Im Gegenteil ist das Essen vielfach ein ganz zentrales Mittel, um sich selbst auszudrücken – du bist eben, was du isst. Die Küche als Raum der individuellen Entfaltung und warum auch nicht? Kochen kannst du heute schließlich nach Lust und Laune, zumindest lässt das Angebot an verfügbaren Lebensmitteln heute keine Wünsche mehr offen.

Das macht es allerdings nicht unbedingt einfacher, selbst bei einer vermeintlich leichten Frage wie dem „Worauf habe ich heute Lust?“ kann die Antwort schnell zwischen den schier endlosen Regalreihen der Lebensmittelmärkte verloren gehen. So wird die Frage nach dem täglichen Brot unter Umständen zu einer Herausforderung, die dir viele Entscheidungen abverlangt. Nicht nur wegen der vielen Auswahlmöglichkeiten, sondern weil du wegen einer Lebensmittelunverträglichkeit oder -allergie wie einer Weizenallergie ganz besonders genau hinsehen musst, was in deinen Einkaufswagen darf und was nicht.

Die gute Nachricht lautet immerhin, dass auch für solche Fälle ein immer größeres Angebot bereitsteht. Kein Problem also, weswegen du dich voll auf die grundsätzlichen Fragen beim Lebensmitteleinkauf konzentrieren kannst: Willst du nun lieber preiswert essen oder liegt dir mehr an Qualität und ökologisch verträglicher Produktion? Gibt es eventuell einen Mittelweg und falls ja – wo kannst du den finden?

Freunde die zusammen in einem Restaurant Frühstücken.

© djile via fotolia

Die neuen „Vorkoster“

Es sind genau diese Fragen, die auf Seiten der Lebensmittelhändler langsam zu einem Umdenken führen. Anstelle des komplizierten Überangebots könnte es zukünftig mehr und mehr „Curated Food“ geben. Dahinter verbirgt sich sozusagen eine moderne Form des Vorkostens, bei der verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Eine Form, die nicht erst bei den fertigen Gerichten ansetzt, sondern dir stattdessen schon bei der Auswahl der Lebensmittel hilft.

So kommt ohne größere Umwege genau das auf den Teller, was deinem Geschmack am meisten entgegenkommt. Bei den Koch-Boxen, die seit einigen Jahren angeboten werden, handelt es sich beispielsweise um ein „kuratiertes“ Konzept: Die Auswahl ist weniger groß als in den meisten Läden, trotzdem ist es möglich, verschiedenste Geschmäcker zu treffen, ganz nach den jeweiligen Vorlieben.

Vegetarier in Teilzeit

Ein ähnlicher Trend lässt sich immer häufiger beim Fleischkonsum beobachten. Das „Weniger-ist-mehr“ bezieht sich hier allerdings weniger auf das Angebot, als auf den Verzehr: Es wird wieder häufiger auf das Fleisch auf dem Teller verzichtet.

Viele Gründe spielen bei einer solchen Entscheidung zusammen. Das Unbehagen etwa, das sich aufgrund der Haltung der Tiere zwangsläufig einstellt, die eben oft nichts mit glücklichen Tieren auf grünen Wiesen zu tun hat. Oder die Sorge um die eigene Gesundheit, entweder wegen der Folgen übermäßigen Fleischgenusses oder wegen der ungewollten „Inhaltsstoffe“, die in der Massentierhaltung leider dazugehören.

Oft genug wird hinter der bewussten Entscheidung für weniger Fleisch auch die Erkenntnis stecken, dass es eigentlich wieder das Luxusprodukt sein sollte, das es früher war. Als der Sonntagsbraten – auch wegen des geringeren Angebots – die fleischhaltige Ausnahme von einem ansonsten fleischlosen Speiseplan war. Dabei spielt heute sicherlich auch das Preisgefüge eine nicht unerhebliche Rolle: Wer „gutes“ Fleisch kaufen will, muss dafür entsprechend tiefer in seinen Geldbeutel greifen.

Das allein reicht schon – zusammen mit den übrigen genannten Gründen – aus, um bei der Haushaltsplanung häufiger auf den Weg des Vegetarismus auszuweichen. Für Flexitarier ist Fleisch dann eindeutig ein „Kann“, ganz sicher aber kein „Muss“ und im Prinzip aber auch kein „Darf Nicht“. Es ist eine Option, die eben sehr viel weniger oft gezogen wird. Flexitarier sind damit so etwas wie das Aushängeschild des sich verbreitenden „Healthy Hedonism“: Genussmenschen, die dafür keine Grenzen überschreiten, sich gleichzeitig aber auch nicht einschränken müssen.

Gärtnerin die in ihrem Gemüsfeld steht

© AYAimages via fotolia

Zurück zum Geschmack

Bewusster Genuss spielt aber nicht nur beim Fleischkonsum, sondern generell wieder eine größere Rolle. „Sensual Food“ heißt der Trend, bei dem die sinnliche Erfahrung der Lebensmittel wieder mehr in den Vordergrund gerückt wird. Eigentlich sollte das ja eine Selbstverständlichkeit sein, denn wie sonst sollte man sein Essen überhaupt wahrnehmen, wenn nicht mit allen Sinnen?

Passiert aber eben häufig nicht in bewusster Weise, gerade im Alltag nicht, dabei gibt es so viele Gründe und Möglichkeiten, genau da mehr auf Genuss zu setzen. Bei Luxuslebensmitteln, die nicht jeden Tag konsumiert werden, liegt die Sache freilich anders. Hier sorgt schon die seltene Gelegenheit für eine bewusstere Auseinandersetzung. Die sollte es aber grundsätzlich geben und die Sensual Food-Idee zielt genau darauf ab. Beim nächsten Abendessen solltest du also einfach mal der Nase und der Zunge die Möglichkeit einräumen, die Feinheiten des kredenzten Gerichts zu erfahren – selbst wenn es sich dabei nur um einfache Käsebrote handelt.

Selbstversorger contra Industrie

Eine andere Möglichkeit, näher an die verzehrten Lebensmittel heranzukommen, ist die Rückkehr zur Selbstversorgung. Das „Urban Gardening“ in seinen verschiedenen Formen – manchmal auch sehr verschieden vom klassischen Gärtnern – ist ein längst etablierter Trend der aus dem größeren Bewusstsein für Lebensmittel und deren Herkunft entstanden ist. Es ist sozusagen Ausdruck kulinarischer Selbstbestimmung, mit unmittelbarem Kontakt zu den angebauten Lebensmitteln, ohne jedwede industrielle Verarbeitung.

Die Betonung liegt hierbei allerdings, das sollte nicht vergessen werden, auf dem „Selbst“. Ohne entsprechende Eigeninitiative und Einsatz kann das Konzept der urbanen Selbstversorgung nicht funktionieren. Das ist etwas anderes als der Gang durch die Obst- und Gemüseabteilungen der Supermärkte, in denen nichts daran erinnert, wie viel Mühe hinter den einzelnen Erzeugnissen steckt, wenn man selbst für sie verantwortlich ist. Das ist allerdings Teil der Erfahrung und schließlich wird der Aufwand – hoffentlich – mit dem Einholen der ersten Ernte wieder gründlich entschädigt.

Der Selbstversorger-Ansatz hat also durchaus das Potenzial, die Einstellung zum Essen nachhaltig zu verändern – und damit einen nachhaltigeren Umgang mit Lebensmitteln zu fördern. Gegessen wird dann, was direkt aus dem Garten auf den Tisch kommt. So wird saisonale (und im engsten Sinne regionale) Küche ein greifbares Erlebnis und das Konzept als solches ein Gegenentwurf zum überbordenden Sortiment des Lebensmitteleinzelhandels.

Modernes Restaurant von innen

© interiorphoto via fotolia

Es(sen) bewegt sich

Da Essen und Lebensmittel einen immer größeren Stellenwert in unserem Leben gewinnen, entwickeln sich mit zunehmender Geschwindigkeit neue Food Trends. Allerdings verfügen nicht alle über das Potenzial, größere Veränderungen in Bewegung zu setzen, sie sind kaum mehr als vorübergehende Modeerscheinungen. Manch anderer Trend könnte aber nachhaltig Wirkung zeigen.

Mehr Pflanzen

Dass pflanzlichen Lebensmitteln eine wachsende Bedeutung zukommt, lässt sich zum Beispiel nicht nur an der steigenden Zahl an Flexitariern, Vegetariern und Veganern erkennen. In Zukunft geht es aber nicht mehr allein um den Verzehr von Obst und Gemüse an sich bei einem gleichzeitigen Verzicht auf Fleisch, sondern um die Möglichkeiten, Pflanzen im Allgemeinen zur Grundlage verschiedenster Produkte verarbeiten zu können – beispielsweise als fleischlose Proteinlieferanten.

Die Einsatzmöglichkeiten sind jedenfalls breit gestreut, erst recht, wenn man sich von dem Gedanken an „klassische“ Pflanzen löst. Algen sind beispielsweise auf dem Vormarsch, sie bilden zusammen mit Soja, Getreide, Hülsenfrüchten, Nüssen, Pilzen oder Sonnenblumenkernen die neue Palette von Eiweißquellen, die zudem noch den Vorteil haben, weniger Treibhausgase zu verursachen als die Pendants auf Fleischbasis. Das, was bisher schon an pflanzlichen Ersatzprodukten in die Läden gelangt ist, dürfte perspektivisch also nur die Spitze des Eisbergs sein.

Alles im Wandel

Generell ist der Bereich Ernährung ständig in Bewegung, erfindet sich ständig neu. Da ist dann plötzlich auch wieder Platz für so etwas wie die französische Küche, die zwar international als Inbegriff der hohen Kochkunst gilt, aber deswegen eben nicht unbedingt als deren alltagstauglichste Variante. Auch deshalb, weil die Franzosen eine sehr klare Vorstellung von ihrer Küche haben und sich mit Neuerungen traditionell schwertun. Die Veränderungen haben daher seit einigen Jahren Köche in Angriff genommen, die nicht aus der französischen Kochschule stammen, sondern sich lieber an ihr bedienen und sie in ihrem Sinne umgestalten. Die die Bistro-Küche mit neuen Einflüssen und Ideen wiederbeleben, wie etwa im „Le Servan“.

Überhaupt wird sich die Gastro- und Einzelhandelslandschaft in Zukunft immer weiter umgestalten (müssen), dazu zwingt schon die Vielfalt der verschiedenen Lebensstile, die mit sich mit ihren jeweiligen Bedürfnissen auch im Angebot wiederfinden wollen. Wie das aussehen kann, haben wir schon angerissen: Mit neugestalteten Kantinen, in denen Schnitzel plus Pommes nicht mehr die Krone der Küche sind, sondern die einerseits für ausgewogene Ernährung sorgen und gleichzeitig als Orte des Austauschs, als Begegnungsorte funktionieren. Vorbei sind dann hoffentlich die Zeiten, in denen „Kantine“ gleichbedeutend war mit Massenabfertigung und Fabrikcharme.

Auch der Einzelhandel wird sich überlegen müssen, ob möglichst breitgefächerte Sortimente noch das sind, was die Kunden wollen. Der Trend ist eher gegenläufig, Klasse statt Masse ist angesagt und obwohl das sicherlich auch von den großen Lebensmittelanbietern abgedeckt werden kann, zieht es die Menschen immer öfter dorthin, wo sie sich langwierige Suchen nach „ihren“ Produkten ersparen können. Wer hat schon Lust, kilometerweise Regalreihen abzulatschen, um am Ende doch nicht das Gewünschte gefunden zu haben?

In Zukunft können wir also darauf hoffen, den stressigen Wocheneinkauf vielleicht doch umgehen zu können. Weil das Angebot passgenauer geworden ist, weil Lieferdienste nicht mehr nur ein zusätzlicher Service, sondern der Standard sind, weil eine spezialisierte(re) Ladenlandschaft den gezielten Einkauf leichter macht. Es bleibt also spannend, wohin das mit dem Essen und der Zukunft noch so führen wird.