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Askese: Wie sie funktioniert und wie sie uns bereichern kann

Enthaltsamkeit üben

Mit Askese legt man einen Fokus automatisch wieder auf die wirklich wichtigen Dinge
Mit Askese legt man einen Fokus automatisch wieder auf die wirklich wichtigen Dinge
© Dardan via Unsplash

Während es bei einem minimalistischen Lebensstil in erster Linie darum geht, auf unnötigen Konsum zu verzichten und den Genuss der gegebenen Zeit nicht mit banalem Materiellen zu beeinträchtigen, geht die Askese noch einen Schritt weiter. Sie ist mitunter Teil von vielen Religionen, denn ursprünglich bedeutet es, Asket zu sein, auf alles zu verzichten, das man nicht zwangsweise zum Überleben braucht. Außer Kleidung, um sich im Winter warm zu halten, Wasser und grundlegende Nahrung verzichten viele Asketen auf das meiste. Selbst Betten besitzen sie oft keine.

In unserem Sprachgebrauch ist damit eine abgewandelte Methode gemeint. Askese verhilft dir zu einem Lebensstil, der es dir erlaubt, durch Verzicht einen großen, immateriellen Reichtum zu finden.

Durch Askese an Lebensfreude dazugewinnen

Du kennst bestimmt das Problem, dass sich deine Gedanken immer wieder um ein bestimmtes Objekt deiner Begierde drehen. Um das zu bekommen, musst du Geld ausgeben und dafür ist es wiederum notwendig, arbeiten zu gehen. In deinem Job bist du unglücklich? Dann hast du vielleicht schon überlegt, alles hinzuschmeißen und von vorne zu beginnen. Das geht nicht, weil du dir dann die Miete nicht leisten könntest? Ein Dach über dem Kopf ist selbst bei gelebter Askese wichtig, denn du brauchst schließlich eine Gelegenheit, um zu kochen und dich zu waschen. Wie kannst du es also bewerkstelligen, deine Existenz nicht zu gefährden und trotzdem glücklich zu sein? Ganz einfach: Brich aus dem ewigen Teufelskreis aus und entsage allem, was nicht lebensnotwendig für dich ist – lebe Askese oder vielleicht eine abgeschwächte Form davon.

Mantra #3 Asato ma sat gamaya

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Zu Beginn mag das wirklich schwierig sein, sich das Askese zuzuwenden. Denn zu oft denken wir mit großer, wenn auch unbewusster, Selbstverständlichkeit darüber nach, dass sich durch materiellen Wohlstand selbst Glück anhäufen lässt. Dabei wird das Leben aber immer mehr fremdbestimmt von Einflüssen, über die du gar keine Macht hast. Versuche zum Beispiel zwei, drei Tage dein Handy aus der Hand zu legen und die dadurch gewonnene Zeit für etwas zu nutzen, das du schon immer tun wolltest. Anfangs ist es bestimmt ungewohnt, aber es wird dir gefallen. Wichtig ist, dass du dich der Askese langsam nährst und dich nicht überforderst indem du versuchst allem auf einmal zu entsagen.

Askese befreit dich von einfach allem – ohne übertreiben zu wollen

Manche Anhänger der Askese gehen so weit, dass sie nicht einmal ein Bett nutzen und kaum mehr etwas essen. Ohne so weit gehen zu müssen, ist es für dich einfach wichtig, dem Ruf nach Freiheit zu folgen und schlichtweg bewusster zu leben. Ein asketischer Lebensstil beginnt bereits beim Yoga und endet dabei, eingespartes Geld und Zeit in großartige Erlebnisse zu investieren. Anstatt regelmäßig neue Kleidung zu kaufen, bist du genügsam mit dem, was du hast. So tust du nebenher auch der Umwelt etwas Gutes.

Du entschleunigst dein Leben, indem du dir die Zeit nimmst, für all das, was du brauchst und dafür auf alles verzichtest, was dir nicht guttut. Je länger und intensiver du dich mit der Askese auseinandersetzt, umso leichter fällt es dir auch. Und wie gesagt: Es besteht immerhin keine Pflicht, auf ausnahmslos alles zu verzichten. Wie weit du diesem Lebensstil nachgehst, liegt immer noch bei dir.

Mit kleinen Schritten beginnen

Um Askese auszuüben, kannst du verschiedenen Methoden nachgehen. Wichtig ist immer, dass du nicht nur lebst, sondern auch wirklich erlebst:

  • Entsage dem Alkohol. Lass deine Sinne nur von der Realität berauschen. Du wirst staunen!
  • Besuche weniger Partys und Events, genieße diese dafür umso mehr.
  • Es muss kein teurer Urlaub sein. Auch in deinem Heimatland gibt es viel zu entdecken.
  • Regelmäßiges Fasten befreit deinen Körper von Giftstoffen.
  • Miste aus: Oft besitzen wir zu viele Gegenstände, die wir nicht (mehr) nutzen. Je weniger du besitzt, desto mehr Freiheit hast du.